MeinungThe Ocean Race Fly-by – spielt Segeldeutschland wieder verrückt?

YACHT

 · 03.06.2023

Meinung: The Ocean Race Fly-by – spielt Segeldeutschland wieder verrückt?
YACHT-Woche – Der Rückblick

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Liebe Leserinnen und Leser,

ein seglerisches Top-Ereignis in Deutschland? Mir erscheint es wie ein kleiner Traum, wenn ich an den bevorstehenden Freitag denke. Ich bin wirklich aufgeregt, und zwar schon seit Tagen. Und das ist nicht übertrieben – na gut, ein ganz bisschen vielleicht. Dass es sich dabei „nur“ um einen Fly-by handelt und die Ocean-Race-Flotte in Deutschlands Segelhauptstadt keinen Halt macht, ist dabei nur ein Wermutstropfen auf den aus meiner Sicht wirklich sehr heißen Stein.

21 Jahre ist es mittlerweile her, dass Hunderttausende Fans der deutschen „Illbruck“ bei ihrer Ankunft in der Kieler Förde zujubelten. Es war der erste und bisher letzte Sieg für ein deutsches Boot in der Historie der bekanntesten Weltumsegelung für Mannschaften. Ich selbst war damals noch gar nicht geboren, dennoch hörte ich nicht nur einmal mit großer Begeisterung von diesem Ereignis. Die NDR-Doku über das Volvo Ocean Race 2002 packte mich dann auch selbst so richtig. Ich habe sie mehrere Mal gesehen und mir fest vorgenommen, sie vorab noch einmal anzuschauen. Auch damals war es der 9. Juni, als die Teams nach Kiel kamen, eigentlich eine unglaubliche Geschichte. Damals als Gesamtsieger und auch jetzt hat ein deutsches Team vor der vorletzten Etappe noch realistische Chancen auf den Sieg dieser Ausgabe.

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Wir erleben gerade eine Phase, in der ich mir nur schwer einen besseren Job vorstellen kann. Wann war der deutsche Segelsport zuletzt so aufregend und erfolgreich?

Boris Herrmanns Vendée Globe 2020 könnte man rückblickend als Spatenstich eines noch immer weiter aufsteigenden Trends sehen. Vor allem abseits des olympischen Segelns ist das Interesse seitdem in die Höhe geschossen. Dank dieser Initialzündung erleben wir jetzt Dinge, die vor wenigen Jahren noch absolut undenkbar gewesen wären.

Erst vor wenigen Tagen wurde der absolute Hammer öffentlich: Es wird zur neuen SailGP-Saison ein deutsches Team geben. Gesteuert von Erik Heil (zweimal Olympia-Bronze) und mit niemand Geringerem als dem viermaligen Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel im Hintergrund. Schon am 16. Juni dürfen wir uns somit auf eine ganz besondere Premiere auf höchster internationaler Bühne freuen!

Bereits Ende vergangenen Jahres machte die Nachricht die Runde, dass es außerdem ein deutsches Team beim America’s Cup der Frauen und beim Youth America’s Cup 2024 geben wird. Die Segler rund um Initiator und Teammanager Paul Farien trainieren bereits für ihren Einsatz auf den AC40-Foilern. Und nicht nur das: Auf die Teilnahme soll ein langfristig aufgebautes Förderungssystem folgen, um den Nachwuchs an die Weltspitze des Foilens heranzuführen. Ob das Konzept Bestand haben wird, ist natürlich bisher nicht absehbar, der Start ist jedoch geschafft: Das erforderliche Meldegeld in Höhe von rund 70.000 Euro für beide Teams und Wettbewerbe ist überwiesen.

Aber zurück zum Fly-by, denn dieser kann nur ein riesiger Erfolg werden. Laut Veranstalter ist die deutsche Anhängerschaft eine der größten und wichtigsten des Rennens. Ich erinnere mich noch gut daran, bereits beim Start in Alicante einige YACHT-Leser getroffen zu haben, das Interesse ist im bisherigen Verlauf des Rennens nur noch weiter gestiegen. Ich freue mich nicht nur, die Ocean Race-Flotte, sondern auch Sie endlich (wieder-)zusehen. Wer sich das entgehen lässt, verpasst wirklich etwas. Ich bin mir sicher, dass Kiel, wie schon 2002 eine atemberaubende Kulisse liefern wird. Drei Tage lang wird das Segelfest in der “Sailing City” an Land und auf der Förde laufen. Und es ist wirklich etwas komplett anderes, diese Maschinen nicht nur am Bildschirm, sondern einmal in echt zu sehen, das können Sie mir glauben.

Ich weiß noch genau, wie baff ich war, als sie in Alicante vor meiner Nase aufgereiht standen. Kaum auf dem Gelände, hatte uns zuvor ein gut aufgelegter Kevin Escoffier begrüßt, schon da hatte ich ein breites Grinsen auf dem Gesicht. Später hatten wir sogar die Möglichkeit, bei einigen Teams an Bord zu kommen. Beispielsweise zeigte uns Guyot-Co-Skipper Robert Stanjek seinen Imoca bis ins letzte Detail.

Auch wenn das am kommenden Freitag in Kiel nicht möglich sein wird, würde ich mich persönlich wirklich sehr freuen, Sie beim Fly-by anzutreffen und gemeinsam diese aktuell herrschende Euphorie zu genießen und zu feiern! Und vielleicht gibt es beim nächsten Ocean Race dann sogar einen Etappenstopp in Kiel, wer weiß ...

Max Gasser

Volontär YACHT-Digital


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Die Woche in Bildern:

Damit hat wohl kaum jemand gerechnet: Es wird ab der nächsten Saison (16. Juni) ein deutsches SailGP-Team geben!
Foto: Konzeptbild
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The Ocean Race

Immer auf dem aktuellsten Stand tägliche Updates

The Ocean Race 2022-23 - 26 May 2023, Leg 5 Day 4 onboard Team Holcim - PRB, at full speed during the 24 hours record.Foto: Yann Riou / polaRYSE / Holcim - PRB / The Ocean Race

Was war das für eine unglaubliche Etappe? Gleich mehrere Teams konnten während der vergangenen Etappe den 24-Stunden-Rekord der “Comanche” überbieten. Von Aarhus aus macht The Ocean Race auf dem Weg nach Den Haag schon nächste Woche einen Abstecher in Deutschlands Segelhauptstadt Kiel. Hier auf yacht.de erfahrt ihr, was euch erwartet. Außerdem: tägliche News, Hintergründe und Updates zum Rennen!


La Solitaire du Figaro Paprec

Nico Lunven siegt, Boris Herrmann gratuliert

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Finale im La Solitaire du Figaro Paprec: Boris Herrmanns langjähriger Navigator Nico Lunven hat das Rennen gemacht. Die Segelwelt huldigt dem Franzosen.


“Magic”

44-Meter-Vitters sucht neue Eignerfamilie

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Mit der 44 Meter langen „Magic“ lieferte Vitters ein hochbordiges Meisterwerk, das mit Ruhe und viel Raum überzeugt. Das sportliche Reichel/Pugh-Design entstand nach den präzisen Vorstellungen eines erfahrenen Seglers und sucht für 45 Millionen Euro einen neuen Eigner.


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Ein neues Kapitel für die lange Fahrt

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Amel stellt die 50.2 vor: Der neue Blauwasserkreuzer folgt auf die erfolgreiche Amel 50, ist aber eine eigenständige Neukonstruktion von Berret-Racoupeau. Mit modernisierten Linien, überarbeitetem Cockpit und neuem Innenlayout bleibt sie dem Amel-Konzept treu: sicher, komfortabel und von kleiner Crew beherrschbar.


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Wiederauferstehung der “Klaus Störtebeker III”

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Der gemeinnützige Verin Jadewind e.V. aus Oldenburg hat die Restaurierung der “Störtebeker III” fast abgeschlossen. Die Yacht soll künftig im Wilhelmshavener Museumshafen liegen und für Hochseereisen eingesetzt werden, auf denen traditionelle Seemannschaft vermittelt wird. Dafür werden segelbegeisterte Jugendliche gesucht.


​Grand Soleil Plus 80 LC

Neues Flaggschiff für lange Reisen

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