Amel erneuert sein Einstiegsmodell in die Welt der großen Blauwasser-Yachten. Die neue Amel 50.2 folgt auf die Amel 50, von der nach Werftangaben rund 140 Einheiten weltweit unterwegs sind. Der Zusatz „.2“ könnte dabei fast zu bescheiden wirken: Es handelt sich nicht um eine behutsame Modellpflege, sondern um eine neue Konstruktion, erneut geplant im Büro von Berret-Racoupeau Yacht Design.
Die Grundidee bleibt typisch Amel. Auch die 50.2 ist als komfortable, sichere und von kleiner Crew beherrschbare Fahrtenyacht für lange Reisen ausgelegt. Sie soll Eignern das bieten, was die Werft aus La Rochelle seit Jahrzehnten pflegt: viel Schutz, klare Bedienbarkeit, ein hohes Maß an Autonomie und ein Konzept, das eher auf entspanntes Weitkommen als auf maximale Regatta-Attitüde zielt. Gleichzeitig rückt die neue Generation gestalterisch näher an den modernen Fahrtenyachtbau heran.
Der Rumpf ist etwas breiter geworden, die Linien wirken weicher und gestreckter, der Bug steht nun negativ. Die neue Formgebung soll mehr Volumen, bessere Balance und ein ruhigeres Verhalten auf See bringen. Auch an Deck ist die Weiterentwicklung sichtbar. Das zentrale, tief geschützte Cockpit bleibt eines der wesentlichen Amel-Merkmale. Seine Ergonomie wurde jedoch neu geordnet, die Wegeführung wird damit einfacher, die Bedienung klarer werden. Die Stützen des festen Hardtops sind weiter nach achtern gerückt, was die Sicht aus dem Cockpit verbessern soll.
Wie gehabt bündelt Amel die Manöver zentral im geschützten Bereich. Großsegel und Genua sind elektrisch rollbar, die optionale Stagfock ebenfalls. Das passt zum Anspruch, dass die 50.2 von zwei Personen sicher geführt werden kann. Hinzu kommen ein fester Geräteträger und das Hardtop mit Schiebedach und integrierten Solarpaneelen. Der isolierte Maschinenraum mit dem großen Einbaudiesel und Wellenantrieb ist vom Cockpit aus erreichbar. Optional sind Bug- und Heckstrahlruder erhältlich.
Auch unter Deck ist das Konzept der Amel 50.2 weitreichend neu gedacht worden. Der Salon wirkt auf den Renderings (siehe oben in der Galerie) heller und offener als bisher. Sichtbar sind gerundete Möbelkanten, lackierte Flächen, integrierte Handläufe und ein stärker wohnlich geprägtes Materialkonzept. Neben hellem Eichenholz ist amerikanischer Nussbaum als Alternative vorgesehen. Auch nachhaltigere und pflegeleichte Stoffe sowie biobasierte Kunstleder spielen beim neuen Ausbaukonzept eine Rolle.
Besonders deutlich ist die Eignerkabine achtern überarbeitet worden. Sie soll mehr Privatsphäre bieten, das Bett ist nun nach achtern ausgerichtet. Zudem verspricht Amel eine verbesserte Schalldämmung. Auch die Pantry wurde für lange Reisen angepasst, mit vergrößertem Kühlvolumen, großen Arbeitsflächen und zusätzlichen Stauräumen.
Zur Werft-Philosophie von Amel gehört es auch, die Yachten in einer ungewöhnlich umfangreichen und langfahrttauglichen Basisausstattung auszuliefern. Dafür nennt die Werft auch schon einen Preis: 1.150.000 Euro netto soll die neue Amel 50.2 kosten. Inklusive 19% Mehrwersteuer liegt der Brutto-Verkaufspreis bei 1.368.500 Euro. Ihre Premiere feiert die Amel 50.2 vom 8. bis 13. September 2026 auf dem Yachting Festival in Cannes.

Redakteur Test & Technik