Die Grand Soleil Plus 80 Long Cruise ist das neue Flaggschiff der Plus-Linie, die bei Grand Soleil die Modelle oberhalb von 60 Fuß umfasst.
Nach ihrer Erstwasserung Anfang April dieses Jahres und einigen Testfahrten des Werft konnte die neue 80er beim Grand Soleil Cup Ende Mai vor Porto Cervo/Sardinien ihre Feuertaufe bestehen. Ihr offizielles Debüt soll die Yacht beim Cannes Yachting Festival vom 8. bis 13. September 2026 geben. Wir waren bereits vor Porto Cervo an Bord.
Die neue Grand Soleil Plus 80 Long Cruise misst 26,20 Meter über alles und ist 6,60 Meter breit. Sie richtet sich an Eigner, die lange Reisen mit hohem Komfort, Sicherheit und weiterhin spürbarem Segelanspruch verbinden wollen. Die erste Einheit wurde allerdings im Hinblick auf Charterreisen von ihrem Eigner ausgerüstet.
Das Konzept stammt von Cantiere del Pardo. Für die Rumpflinien ist Matteo Polli verantwortlich, Nauta für Exterieur, Interieur und Layout. Gebaut wurde die Yacht laut Werft vollständig im eigenen Haus, von der Laminierung bis zum Stapellauf.
Die Konstruktion basiert auf einer Sandwichstruktur mit Epoxy-Vinylester-Harz und Vakuuminfusion. In hoch belasteten Bereichen kommen Carbonverstärkungen zum Einsatz. Interessant ist auch der sogenannte In-place-Ansatz: Strukturelemente werden nach Angaben der Werft auf das finale Layout abgestimmt. Das betrifft etwa unterschiedliche Strongbacks für die angebotenen Kieloptionen.
Die Rumpfform verbindet schmale Vorschiffssektionen mit mehr Breite achtern. Das soll für einen sauberen Einsatz in die Welle sorgen und gleichzeitig Volumen unter Deck schaffen. Polli beschreibt den Entwurf als Balance aus Stabilität, Zuladung und Performance.
Eine Besonderheit der ersten Einheit ist die Kombination aus Doppelruderanlage und Teleskopkiel. Der Tiefgang variiert zwischen 2,80 und 4,80 Metern. Damit soll die Yacht auf langen Etappen Kontrolle und Leistung bieten, gleichzeitig aber auch Häfen und Ankerplätze mit weniger Wassertiefe erreichen können.
Alternativ bietet Grand Soleil die Plus 80 Long Cruise auch mit Einzelruder und verschiedenen Kielversionen an. Die Tiefgänge reichen je nach Konfiguration von 2,40 Metern bis zu tieferen Varianten.
Der Segelplan setzt auf Carbonmast und Carbonbaum. Ein V-Baum, in den das Großsegel wie in ein Lazybag fällt, soll das Handling des Großsegels erleichtern, besonders bei kleiner Crew. Dazu kommen Rod-Rigg, fester Bugspriet und die Option, zwei Gennaker zu fahren: einen klassischen Nylon-Gennaker für Leichtwind und einen furlbaren Gennaker auf Anti-Torsionskabel. Auch Stagsegel und ein optionales inneres Vorstag für eine Sturmfock sind vorgesehen.
Alle laufenden Leinen werden nach achtern geführt. So bleibt der zentrale Cockpitbereich frei und die Arbeitsbereiche sind klar von den Aufenthaltsflächen getrennt. Die seitlichen Wing-Inseln an den Doppelsteuerständen sollen auf langen Schlägen ergonomisches Sitzen und gute Sicht auf die Vorsegel ermöglichen.
Technisch wird beim neuen Flaggschiff auf ein zentrales Hydrauliksystem für Winschen, Mastfunktionen, Teleskopkiel und Trimmeinstellungen gesetzt. Dazu kommt eine Hybridplattform von Torqeedo. Zwei Batteriepakete mit je 40 Kilowattstunden versorgen den elektrischen Antrieb und die Bordverbraucher. Für die Langfahrtkonfiguration sind zwei Generatoren mit je 45 Kilowatt vorgesehen.
Optisch knüpft die neue Plus 80 Long Cruise an die kleineren Modelle GS Plus 65 LC und GS Plus 72 LC an. Auffällig ist das erhöhte Deckshaus mit großen Fensterflächen. Es soll 270-Grad-Ausblicke ermöglichen, mehr Höhe im Innenraum schaffen und Platz für Technik unter dem angehobenen Salonboden freimachen.
Unter Deck setzt Grand Soleil auf eine klare Trennung zwischen Gäste- und Crewbereichen. Die erste Einheit ist wegen ihrer Ausrichtung für den Chartermarkt mit vier Gästekabinen und zwei Crewkabinen ausgelegt. Alternativ ist ein Layout mit drei Gästekabinen und zwei Crewkabinen erhältlich. Die Eignerkabine liegt vorne und verfügt über ein freistehendes Bett sowie ein eigenes Bad im Vorschiffsbereich.
Der Salon bildet den zentralen Lebensbereich an Bord. An Steuerbord liegt der Essbereich, gegenüber befindet sich ein L-Sofa. Achtern sind Crewbereich, Pantry und Kartentisch angeordnet. Dieser Bereich besitzt einen eigenen Zugang, sodass die Crew sich bewegen kann, ohne Salon oder Gästebereiche zu passieren.
Auf eine Tendergarage wurde verzichtet. Der frei werdende Raum kann stattdessen technisch genutzt werden, etwa für zusätzliche Kühlkapazität oder eine Waschmaschine. Beim Ausbau wurde auf warme Eiche und hochwertige Textilien an den Schotten gesetzt.
| Länge über alles | 26,20 m |
| Rumpflänge | 23,99 m |
| Wasserlinienlänge | 22,00 m |
| Breite | 6,60 m |
| Standard-Tiefgang | 3,95 m |
| Verdrängung, leer | 42,5 t |
| Kraftstoff | 2000 l |
| Frischwasser | 1300 l |
| Hilfsmotor | Yanmar 4LV250, 250 PS |
| Segelfläche | 400 m² |
| Design | Cantiere del Pardo |
| Naval Architecture | Matteo Polli |
| Exterieur, Interieur, Layout | Nauta |

Chefredakteur Digital