GebrauchtbootmarktDie Top 20 um neun Meter

Michael Rinck

 · 08.11.2022

Vindö 32
Foto: YACHT/Klaus Andrews

Nach pandemiebedingtem Boom und leer gefegten Gebrauchtboot-Börsen normalisiert sich der Markt. Eine Übersicht der 28-Fuß-Kompaktkreuzer: vom H-Boot bis zur Hallberg-Rassy 29

Die Klasse zwischen acht und neun Meter Länge ist spannend, vielfältig und bietet eine deutlich größere Auswahl, als meist angenommen.

Wir haben eine Übersicht der aktuellen Neuboote am Markt erstellt:

Wichtige Gründe für die Attraktivität dieser Bootsgröße sind einfaches Handling, die flexible Revierwahl, weil einige Modelle trailerbar sind, und nicht zuletzt ein häufig noch bezahlbarer Preis. Dennoch fanden sich in der Auflistung einige Schiffe, deren Preis deutlich über der 100.000-Euro-Marke lag. Viel günstigere Angebote offeriert der Gebrauchtmarkt. Teilweise sind richtige Schnäppchen dabei. War das Angebot in den vergangenen zwei Jahren aufgrund des Corona-Booms eher reduziert, sind mittlerweile immer mehr vielversprechende Inserate zu entdecken. Die Lage scheint sich zu normalisieren. Beim Durchstöbern der Onlineportale für gebrauchte Yachten findet sich ein sehr großes Angebot. Boote halten schließlich viele Jahrzehnte, und so kommen Modelle aus fast einem halben Jahrhundert Yachtbau zusammen. Unsere Auswahl führt besonders beliebte oder gut verfügbare Boote auf. Deswegen überwiegen deutsche und skandinavische Werften.

Verlagssonderveröffentlichung

28-Fuß-Gebrauchtboote:

Wir stellen in diesem Artikel die folgenden 20 gebrauchten Kompaktkreuzer vor:


Vindö 32

Der komfortable Seekreuzer wurde von 1974 bis 1987 gut 400-mal gebaut. Viele Schiffe gingen an den Bodensee. Solide Bauweise, wohnlicher Innenausbau und die Anmutung eines Holzschiffes machen die Vindö 32 zum beliebten und gut verfügbaren Gebrauchtboot. Bei dem Alter entscheidet besonders der Pflegezustand über den Preis und ob bereits eine neue Maschine an Bord ist. Dementsprechend sind die Preise sehr heterogen. Rumpflänge 8,90 m; Breite 2,75 m; Gewicht 3,6 t; ab 13.000 Euro

  • YACHT-Test: Heft 15/1976

Archambault A 27

Foto: YACHT/K.Andrews

Charakterstarke Optik und viele Talente: sportlicher als ein Cruiser, komfortabler als ein reines Regattaboot. Die A 27 soll ein sportiver Daysailer sein, mit dem sich auch mal eine Regatta segeln und gewinnen lässt. Das Schiff bietet hohes Geschwindigkeitspotenzial auch bei wenig Wind und ein effizientes Deckslayout. Unter Deck gab es optional Schränke und einen Tisch. Der Preis war beim neuen Boot schon sehr hoch und ist es auch bei den gebrauchten. Rumpflänge 8,35 m; Breite 2,98 m; Gewicht 2,15 t; ab 78.000 Euro


Etap 28s

Die knapp neun Meter lange Etap ist tadellos verarbeitet, bietet eine Menge Stauraum und einen gemütlichen Innenausbau. Auf See blieb sie auch bei starkem Wind gutmütig, zeigte aber Schwächen bei wenig Wind. Der Rumpf ist doppelschalig konstruiert, der Zwischenraum ausgeschäumt, das Boot unsinkbar. Beim Test fielen besonders die vielen praktischen Details auf; die Konstruktion wirkt sehr durchdacht. Mit Kurzkiel ist sie etwas schwerer. Rumpflänge 8,60 m; Breite 3,36 m; Gewicht 3,6/3,7 t; ab 40.000 Euro


Bandholm 27

Foto: YACHT/B. Hoffmann

Das Boot wurde in dieser Größe damals als geräumiges Familienschiff eingestuft, auch wenn sich diese Einschätzung mittlerweile geändert haben dürfte. Die hochwertige Bauqualität und besonders die Holzarbeiten im Innenraum sind immer noch sehr schön. Hier kann es bei gebrauchten Booten zu großen Qualitätsunterschieden kommen, da auch einige Schiffe für den Selbstausbau verkauft wurden. Rumpflänge 8,30 m; Breite 2,80 m; Gewicht 3,2 t; ab 12.000 Euro

  • YACHT-Test: Heft 1/1979

Bavaria 890

Das Boot aus Süddeutschland ist eine echte Yacht, solide gebaut und mit stolzen 44 Prozent Ballastanteil auch stabil bei Wind. Dennoch segelte sie im Test selbst bei leichterem Wind erstaunlich agil. Die Varianten mit Steuerrad sind nicht zu empfehlen, sie bieten zu wenig Platz im Cockpit. Da macht sich die hochklappbare Pinne besser. Zu beachten: Stehhöhen und Kojenmaße sind knapp. Rumpflänge 8,94 m; Breite 2,95 m; Gewicht 3,2 t; ab 22.000 Euro


Sadler 290

Überaus seegängig und für Tidenreviere geeignet ist die Sadler 290. Letzteres ergibt sich aus den beiden 1,30 Meter tiefen Kimmkielen, mit denen die Yacht einfach trockenfällt. Das sportliche Rigg sorgt für flotten Vortrieb. Der Innenausbau ist großzügig und solide ausgeführt mit reichlich Haltemöglichkeiten. So ist auch die Pantry bei Welle nutzbar. Rumpflänge 8,84 m; Breite 3,26 m; Gewicht 4,7 t; ab 18.000 Euro


Bianca 27

Foto: YACHT/K. Andrews

Sie gilt als seetüchtig, aber nicht besonders schnell, auf Amwind-Kursen sogar langsam. Herausragend ist der schön gestaltete Innenausbau, der ein großzügiges Raumgefühl vermittelt. Durch die hohe Stückzahl von über 600 Booten finden sich regelmäßig gute Angebote. Der Test von 2008 zeigt, dass sich auch ein Refit lohnt. Mit Langkiel und angehängtem Ruder ist sie schon fast ein Klassiker. Rumpflänge 8,25 m; Breite 2,44 m; Gewicht 3,3 t; ab 9.000 Euro


Delphia 28 Sport

Geräumiger Kompaktkreuzer aus Polen, der im Test für seine gute Fertigungsqualität gelobt wurde und auf nur 8,80 Meter Länge eine abgeteilte Nasszelle und eine Achterkammer bietet. Das Boot segelt anständig, wird dem Namenszusatz Sport aber nicht wirklich gerecht. Mit 2,8 Tonnen Gewicht und 2,95 Meter Breite ist der Trailertransport obendrein nur eingeschränkt möglich. Es gibt eine Version mit Ballastschwert (Tiefgang 0,50–1,52 Meter) und mit Festkiel (1,77 Meter). Rumpflänge 8,80 m; Breite 2,95 m; Gewicht 2,8 t; ab 35.000 Euro


Focus 800

Foto: ANWB

Purer Segelspaß, keine Kajüte: Die Focus 800 ist eine konsequent auf Einhand-Segeln ausgerichtete Konstruktion. Edle Holzoptik und massive Bauausführung sorgen aber auch für ein recht hohes Gewicht. Das Rigg besteht aus Carbon, so kann es auch allein gelegt und gestellt werden. Der 450 Kilogramm wiegende Kiel sorgt für Stabilität trotz des schlanken Rumpfes. Der Grundpreis ab Werft war mit knapp 70.000 Euro sehr hoch. Rumpflänge 8,00 m; Breite 1,97 m; Gewicht 1,1 t; ab 35.000 Euro


Hunter 27

Viel Platz und hohen Komfort bietet die Hunter unter Deck. Dazu kommt eine hohe Bauqualität. Mit der flachen Kielvariante (1,05 m) konnte die Amerikanerin im Test an der Kreuz jedoch nicht überzeugen. Rumpflänge 8,23 m; Breite 2,95 m; Gewicht 3,5 t; ab 35.000 Euro


Granada 27

Ende der Siebziger als Familienschiff und Regattaboot in einem angepriesen, bietet die Granada auch bei wenig Wind gute Segeleigenschaften. Unter Deck ist sie klassisch aufgeteilt: Salon mit Kochecke, WC zwischen Hauptschott und Vorschiffskoje, eine Schlupfkoje an Steuerbord achtern. Online finden sich einige Exemplare in breiter Preispanne. Günstiges Einsteigerboot. Rumpflänge 8,28 m; Breite 2,78 m; Gewicht 2,2 t; ab 13.000 Euro

  • YACHT-Test: Heft 1/1979

Grinde

Foto: YACHT/A. Lindlahr

600 gebaute Boote sorgen für eine immer noch rege Community in Dänemark und auch in Deutschland. Die solide gebauten Spitzgatter punkten mit guten Segeleigenschaften und einem recht großen Platzangebot im breiten Rumpf. Ein Manko sind nur die schwierigen Manövriereigenschaften bei Fahrt achteraus, die dem angehängten Ruder geschuldet sind. Rumpflänge 8,20 m; Breite 3,12 m; Gewicht 3,4 t; ab 20.000 Euro


Maxi 84

Gute Segeleigenschaften und solide Bauweise machen die Maxi zum beliebten Gebrauchtboot. Die Stehhöhe ist auf 1,80 Meter begrenzt, genauso wie die Kojenlängen. Besonders Boote, die schon eine neue Maschine haben, sind deutlich teurer. Die große Genua am topgeriggten Mast sorgt für ordentlich Vortrieb, das Cockpit ist gut geschützt. Rumpflänge 8,40 m; Breite 2,95 m; Gewicht 3,6 t; ab 9.500 Euro


H-Boot

Foto: YACHT/J. Kubica

Es kann fast alles: auf der Regattabahn performen, und das immer noch in ansehnlichen Feldern. Es taugt aber auch zum Fahrtensegeln und lässt sich bewohnen. Dabei bietet es eher Campingstandard. Hohe Seetüchtigkeit und die Option, per Trailer das Revier einfach zu wechseln, runden das Gesamtpaket ab. Dazu noch ein fairer Preis. Auch als Neubau erhältlich. Rumpflänge 8,28 m; Breite 2,18 m; Gewicht 1,45 t; ab 9.000 Euro


Albin Alpha

Das schwedische Schiff bietet für damalige Verhältnisse einen hohen Wohnstandard und besticht zudem mit hohem Geschwindigkeitspotenzial bei gleichzeitig einfachem Handling. Mit abgeteiltem WC-Raum und Achterkammer kann es sich komfortmäßig auch mit aktuellen Entwürfen dieser Größe messen. 1,79 Meter Stehhöhe im Salon ist dennoch etwas beengt nach oben. Der Pflege- und Wartungszustand ist entscheidend für den Preis. Rumpflänge 8,93 m; Breite 2,84 m; Gewicht 3,2 t; ab 25.000 Euro

  • YACHT-Test: Heft 22/1988

Hallberg-Rassy 29

Foto: YACHT/ Nils Günter

Solide Bauweise, zeitlose Linienführung und ein gewisser Kultstatus machen die kleine Hallberg-Rassy zu einem begehrten und hochpreisigen Gebrauchtboot. So übersteigen viele Angebote den originalen Kaufpreis deutlich. Viele Angebote stehen bei 45.000 Euro. Wenige sind ab 39.000 Euro zu finden. Das Boot segelt gutmütig, steckt auch starken Wind gut weg, geht sauber durch die Welle, allerdings wird es unter 3 Beaufort recht träge. Unter Deck findet sich dunkles, sauber verarbeitetes Mahagoni. Eine Achterkammer gibt es nicht. Rumpflänge 8,90 m; Breite 2,83 m; Gewicht 3,8 t; ab 39.000 Euro


Hanse 291

Die erste Hanse startete 1992 als „Preishammer“ für 44.444 D-Mark. Im YACHT-Test konnte sie durch sehr gute Segeleigenschaften und ordentliche Verarbeitung punkten. Mittlerweile ist die 291 zum beliebten Gebrauchtboot geworden, was sich auch an recht hohen Preisen zeigt. Die Hanse 291 bietet eine gelungene Mischung aus wohnlichem Innenraum und hervorragenden Segeleigenschaften sowie Seetüchtigkeit auch bei mehr Wind. Rumpflänge 8,90 m; Breite 2,70 m; Gewicht 2,6 t; ab 20.000 Euro


Henk 27

Foto: M.-S. Kreplin

Großes Innenraumvolumen, praktische Gestaltung und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Die Henk ist konsequent auf Bewohnbarkeit ausgelegt. Auch große Kojen und 1,80 Meter Stehhöhe im Salon weisen die Henk als Wohnschiff aus. Dabei kommt die Segelfläche etwas kurz. Gute Details sind der Außenborder im Schaft vor dem Ruderblatt und die Jütt-Anlage. Rumpflänge 8,15 m; Breite 3,00 m; Gewicht 3,0 t; ab 44.000 Euro


First 285

Überzeugende Segeleigenschaften, saubere Verarbeitung und ein schiffiges Interieur bietet die First 285. Eine ergonomische Cockpitgestaltung und gutes Steuerverhalten konnten die Tester damals überzeugen. Unter Deck gibt es eine abgetrennte Achterkammer und Nasszelle sowie einen Kartentisch. Die Kojen sind mit 1,90 Meter Länge nicht besonders komfortabel. Die Pantry hat alles, was für den Urlaubstörn nötig ist. In den Gebrauchtbootbörsen finden sich regelmäßig Angebote. Rumpflänge 8,42 m; Breite 2,99 m; Gewicht 2,8 t; ab 34.000 Euro

  • YACHT-Test: Heft 12/1988

Sun Odyssey 30i

Foto: Werft

Das französische Boot erfüllt den Wunsch nach einer kleinen, komfortablen, einfachen und bezahlbaren Familienyacht. Dabei ist es beachtlich, was der Konstrukteur auf 8,79 Meter Bootslänge alles untergebracht hat. So verfügt die Nasszelle auch über die Möglichkeit zu duschen. Ebenfalls sehr spannend: Neben der Festkiel-Variante gab es eine Option mit Schwenkkiel. Die 30i bietet ordentliche Segelleistung und agiles Steuerverhalten, dazu ist sie außerdem bestens einhandtauglich. Rumpflänge 8,79 m; Breite 3,18 m; Gewicht 3,9 t; ab 65.000 Euro


Aktuelle 28-Füßer

Wir haben bereits eine Marktübersicht der 28-Fuß Kompaktkreuzer erstellt. Mit dabei auch die neue Bente 28, die Beneteau First 27 SE und 18 weitere Yachten um neun Meter Länge. Die meisten der noch neu erhältlichen Tourenschiffe sind bereits als Gebrauchtboot zu bekommen.


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