Liebe Leserinnen und Leser,
sie sind Fahrtensegler, älter als 45 Jahre und segeln Boote mit Längen zwischen 30 und 45 Fuß – meist in der Ost- und Nordsee aber auch auf unseren Binnenrevieren. Wenn Sie Chartern, zieht es Sie in die klassischen Mittelmeer-Reviere Griechenland, auf die Balearen oder nach Kroatien. Sie sind interessiert an allen Neuheiten, die die Branche zu bieten hat – seien es Boote, Ölzeug, Rettungswesten und Hardware. Aus regelmäßigen Befragungen kennen wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, gut - doch wir wollen immer dazulernen.
Unsere Redaktion besteht aus leidenschaftlichen Seglerinnen und Seglern, die ihr Ohr am Steg haben und die tief in der Szene verwurzelt sind. Als Eigner und Charterskipper haben wir die gleichen Sorgen wie Sie. Wir ärgern uns über die Preissteigerungen bei den Liegeplätzen, Krangebühren und Kurtaxe im Hafen. Auch unsere Saison ist - jedes Jahr aufs Neue - einfach zu kurz und uns erwartet das Winterlager. Puh! Wer hat – außer meinem Kollegen Hauke Schmidt - schon Lust auf die klammen Stunden in der kalten Halle?!
Unsere Expertise und Leidenschaft für das Segeln hilft uns, Ihnen viel Lesestoff zu bieten. Das sind Geschichten und Nachrichten, die Sie hoffentlich fesseln, unterhalten und informieren. Natürlich dürfen wir neben dem Fahrtensegeln – ihrem liebsten Thema - alle anderen Aspekte nicht außer Acht lassen. Wir wollen den Optisegler gleichermaßen glücklich machen, wie den Boris Herrmann-Fan, Weltumsegler und Soloskipper. Dazu kommt eine spannende Vielfalt an Booten und leidenschaftlichen Menschen, über die wir schreiben dürfen.
Mir persönlich liegt die Heftrubrik „das besondere Boot“ am Herzen, denn hier haben wir die Möglichkeit die außergewöhnlichsten Schiffe der Welt vorzustellen. Von der gaffelgetakelten Z-Jolle, über wunderschöne Retroklassiker bis hin zur Superyacht. Mich inspiriert die Vielfalt der Entwürfe und die Technik hinter den Bauten. Bekamen wir vor Jahren noch Leserkritik für die Veröffentlichung der ein oder anderen segelnden Superyacht, finden wir jetzt regelmäßig lobende Worte für die Berichterstattung über die Riesen. Warum auch nicht? Kramen Sie nicht Ihr Fernglas aus dem Schapp, wenn eine große Segelyacht in die Bucht segelt und vor Anker geht? Wer ist der Eigner, welche Werft hat gebaut und welcher Konstrukteur gezeichnet? Auch wenn diese Luxusyachten für einen Großteil der YACHT-Leser unerschwinglich sind, der Blick durchs Schlüsselloch in diese Welt ist spannend und die Technologie hinter den Einzelbauten faszinierend. Zumal wir Normalsterblichen vom Innovationstransfer der Superyachten in den Serienbootsbau profitieren. Das reicht von der Deckshardware über die Segel bis hin zu Konstruktionsmethoden und Bordelektronik.
Wie der aktuelle Markt zeigt, orientieren sich einige Werften ohnehin in Richtung der ultrareichen Klientel. Zum Glück ohne die kleineren Linien zu vernachlässigen, wie Hallberg-Rassy mit ihrer neuen 370 zeigt. Ein spannendes Boot, dass wir zeitnah für Sie in Ellös testen werden.
Ein Beispiel für den Drang ins Superyachting kommt von Werftchef Magnus Rassy mit seinem 20,96 Meter langen Flaggschiff Hallberg-Rassy 69, der „Königin der Fahrtenyachten“. Auch Nautor sorgte kürzlich für Furore und peilt mit dem neuen 44-Meter-Modell SwanAlloy 44 eine neue Kundschaft an. Die Katamaran-Werften Lagoon und Fountaine Pajot weiten ihr Portfolio ebenfalls nach oben aus, mit der acht Millionen Euro teuren Lagoon Eighty 2, die kürzlich auf der Monaco Yacht Show vorgestellt wurde und der 35 Meter langen FPY 110 S, die ab 2018 aus La Rochelle ablegt. Kostenpunkt: 18 Millionen Euro.
Ja, diese Modelle gehen an unserer Stammleserschaft vorbei und doch sichern sie die Existenz der Werften, deren kleinere Modelle wir schätzen und segeln. Denn sie helfen den Bootsbauern ihre Betriebe auszulasten und wieder in kompaktere Modelle zu investieren.
Es passiert aktuell viel im Serienboot-Segment. Nach einem mauen 2025 mit wenigen Neuheiten, konnte die Jury von „Europas Yachten des Jahres“ dieses Jahr 23 Kandidatinnen nominieren – drei aus deutscher Fertigung. Unser Herausgeber Jochen Rieker fasst es so zusammen: „Ob aus Groß- oder Kleinstserie, ob bei Performance Cruisern, Fahrtenbooten oder Aluminium-Explorern – in allen Bereichen des Yachtbaus weht wieder eine frische Brise.“ Es bleibt also spannend.
Welche Themen ziehen Sie besonders an, welche Bereiche des Segelsports sollen wir Ihrer Meinung nach verstärkt beleuchten? Schreiben Sie uns: mail@yacht.de.
Martin Hager
YACHT-Chefredakteur
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