Liebe Leserinnen und Leser,
wenn Sie das lesen, bin ich im Urlaub. Mit dem guten Vorsatz, die Arbeit Arbeit sein zu lassen. Viele kennen das: Das ist nicht so leicht, wie es sich anhört.
Bekanntlich hilft Segeln beim Abschalten wie kaum etwas anderes. Ein ruhiger Abend an einer Schäre, am Felsen fest oder am Anker. Lange Stunden des Lichts anstelle von Terminen, surrenden Mücke und Knarzen im Unterholz statt Lärm. Vielleicht eine Nachtfahrt. Vielleicht nur das gute Gefühl, gerade nirgendwo anders sein zu müssen als genau dort.
Wenn man aber als Redakteurin bei der Yacht segeln geht, reist die Arbeit immer ein wenig mit, wie ein kleines, knarzendes Kielschwein. Als erklärte Nordsee-Liebhaberin fahre ich auf einem fremden Schiff in ein neues Revier. Gehe zur Abwechslung mal wieder nicht nach der Tide segeln, sondern nach dem Frühstück. Das verspricht Erholung und Abstand vom Alltag.
Aber was es ebenfalls verspricht, sind neue Boote, Reviere, Menschen, schöne Ansteuerungen und Bilder – lauter mögliche Geschichten. Normal, wenn das Hobby gleichzeitig Beruf ist, und gar nicht schlimm, wenn man einen der schönsten Jobs der Welt hat. Deshalb werde ich wohl nicht ganz aus meiner Haut kommen. Wahrscheinlich greife ich zu Kamera oder Notizblock. Vielleicht sitze ich abends beim Glas Wein in irgendeiner schwedischen Bucht und denke: Das wäre eigentlich ein guter Aufmacher. Das Kielschwein knarzt halt manchmal.
Falls auch Sie in diesen Wochen auf dem Wasser sind: Ich wünsche Ihnen ruhige Ankerwachen, gute Zeiten und die Fähigkeit, wirklich abzuschalten.
Ursula Meer
YACHT-Redakteurin
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