Die erste Yacht dieses Typs wurde von der Yachtwerft Abeking & Rasmussen, Lemwerder, für einen Bremer Segler im Jahre 1907 wohl als eine der ersten 7-m-R.-Yachten konstruiert und gebaut. Die Yacht hat sich in den ersten Jahren als bestes Boot ihrer Klasse behauptet, musste jedoch später, als die R.-Yachten rennmäßiger ausgebaut wurden, zugunsten der neueren Boote zurücktreten. Sie hat sich aber dann noch mehrere Jahre als bestes Tourenboot erwiesen und, solange sie an der Weser beheimatet war, alljährlich große Reisen nach der Ostsee sowie nach den verschiedenen Nordseeinseln unternommen.
„Albert" wurde nach den ersten Vorschriften der R.-Boote sehr kräftig gebaut: Kiel und Steven sowie Spanten aus Eiche, Außenhaut aus Pitch-Pine, Deck aus White-Pine, Einrichtung und Aufbauten aus Mahagoni, Bleikiel und Unterwasserschiff gekupfert.
Die Einrichtung des ersten „Albert" entsprach im Großen und Ganzen der der späteren Bauten, war nur etwas einfacher gehalten und nicht mit einem Motor ausgerüstet.
Wie aus den Zeichnungen hervorgeht, weist die Einrichtung Schlafplätze für vier Personen auf. In der Kajüte befinden sich über den Sofas vier kleine Schränke für Gläser, Zigarren, Bücher usw. Hinter den Sofarückenlehnen ist Stauraum für Karten und Dergleichen vorhanden. Außerdem ist von der Kajüte aus der geräumige Geschirrschrank zugänglich. Vor der Kajüte befindet sich in einem abgeschlossenen Raum ein großer Kleiderschrank, WC und die Pantry. Ein Frischwassertank ist im Vorschiff angebracht. Verschiedentlich wurde das Vorschiff auch mit einer Gasrohrkoje für einen fünften Mann versehen.
Die Motoranlage bei den letzten Bauten besteht aus einem 5–6-PS 2-Zylinder „Bub"-Motor mit fester Schraube, welche der Yacht eine Geschwindigkeit von etwa 9 km/h verleiht. Die Brennstoffbehälter sind auf Backbord und Steuerbord neben dem Cockpit eingebaut und vom Deck aus zu füllen.
Im Laufe der Jahre ist eine stattliche Anzahl dieser kleinen, handlichen Yachten sowohl für Deutschland als auch für das Ausland geliefert worden. Zurzeit befindet sich eine Yacht für Danzig bei Abeking & Rasmussen im Bau, deren Pläne hier veröffentlicht werden. Diese unterscheidet sich von den früheren Bauten nur darin, dass die Yacht Hochtakelung erhält, während die bisherigen Bauten alle mit Gaffelsegel versehen waren. Die Abmessungen der Yacht entsprechen ungefähr denen der ersten 45-qm-Naturkreuzer, wobei das Boot erheblich mehr Innenraum bietet.
Interessant ist die Vermessung der Yacht nach der neuen „Rasmussen-Formel". Die Yacht wird vermessen, ohne dass beim Bau hierauf Rücksicht genommen wurde. Die Vermessungsdaten sind folgende: Länge CWL 6,500 m, Breitenlänge 6,230 m – dieselbe darf jedoch nicht länger sein als 95 % der CWL, d. h. 6,009 m. Hieraus ergibt sich, dass die Viertelbreitenlänge um 0,221 m zu lang ist und dieses Maß zur CWL hinzuaddiert werden muss. Mit anderen Worten: Die Yacht ist für die Formel in den Enden zu voll. Die Wurzel aus der Segelfläche beträgt 6,708 m, die dritte Wurzel aus dem Deplacement 1,512 m, die Breite 2,220 m und der Freibord 0,597 m. Aus diesen Maßen ergibt sich ein Rennwert von 6,740 m, wodurch die Yacht ungünstig vermessen wird, da sie als 7-m-Boot segeln muss, ohne Vergütung zu erhalten. Durch ihre ausgeglichene Form dürfte die Yacht jedoch trotzdem für manchen Segler noch ein gefährlicher Konkurrent werden.
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