RatgeberPlatz in engen Häfen: 10 Tipps, einen Liegeplatz zu ergattern

YACHT-Redaktion

 · 07.08.2022

Ratgeber: Platz in engen Häfen: 10 Tipps, einen Liegeplatz zu ergatternFoto: YACHT/K. Andrews

Wird das Wetter schlechter, strömen auch die Ankerlieger in die Marinas. Dann wird es eng. Doch mit etwas Kreativität findet sich immer noch ein Platz für die Nacht

"Da geht nichts mehr", ist oft der erste Gedanke beim Einlaufen in einen gut gefüllten Hafen – egal ob in der Dänischen Südsee oder im Mittelmeer. Wer sich bange machen lässt angesichts der vollen Boxengassen, dreht vielleicht um und sucht andernorts sein Glück. Doch wer kreativ, achtsam und freundlich ist, findet bestimmt noch einen Platz – selbst wenn dieser im ersten Moment ungeeignet scheint. Wie etwa der Kranplatz, der Fähranleger oder das schmale Kopfende eines Stegs.

Selbstverständlich sollte bei der Suche nach der letzten Lücke umsichtig vorgegangen werden, etwa mit der Erkundigung, wann die Crew, die man zuparkt, wieder ablegen möchte – um dann an Bord zu sein. Auch der Hafenmeister sollte gefragt werden, ob man am gewählten Platz liegen darf. Weil es so ungewöhnlich eng ist, müssen noch aufmerksamer als sonst die Gegebenheiten im Hafen und die Windverhältnisse berücksichtigt werden, damit es im Manöver keine Wuhling und am Liegeplatz größtmögliche Sicherheit gibt.

Zu zweit in einer Box

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Auf den ersten Blick mag jede Box belegt sein, auf den zweiten wird vielleicht klar, dass manche groß genug ist, um ein zweites, wenn auch kleineres Boot aufzunehmen. Die Heckleine der bereits in der Box liegenden Yacht muss gelöst und später wieder belegt werden. Gut abfendern!

Zwischen den Päckchen

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Bei Platzmangel wachsen die Päckchen – auch der Platz zwischen ihnen kann notfalls genutzt werden. Dies hat den Vorteil, dass das Päckchen nicht größer wird und die eigene Crew direkt an Land gehen kann. Allerdings müssen die Landleinen des Päckchens womöglich neu gelegt werden.

Am Kopf des Steges

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Das schmale Ende eines Stegs kann zur Lösung für die Nacht werden, wenn sich kein anderer Liegeplatz finden lässt. Die Springs gehen dann an den Steg, Vorleine und Achterleine an die beiden außen am Steg liegenden Yachten. Deren Skipper müssen natürlich einverstanden sein.

Auch enge Plätze nutzen

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Liegen zwei große Segel- oder Motorboote längsseits am Steg, wirkt eine schmale Lücke dazwischen vielleicht unerreichbar – ist aber eigentlich ein guter Liegeplatz. Wer geschickt manövriert, liegt komfortabel am Steg und kann sogar ein Päckchen für weitere ankommende Boote eröffnen.

An Kran oder Tankstelle

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Geht gar nichts mehr im Hafen, lohnt sich ein Blick auf die Betriebszeiten von Kran, Slip- oder Tankstelle und weiteren Serviceeinrichtungen. Am besten mit dem Hafenpersonal absprechen, ob man hier über Nacht liegen darf, und bereit sein, bei Bedarf an der Anlage wieder abzulegen.

Flachbereiche nutzen

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Der Platz direkt vor einer Steinmole ist oft flach und nicht als Liegeplatz gedacht: An- und Ablegen birgt bei auflandigem Wind das Risiko, auf die Steine zu treiben. Doch sitzt das Manöver und Bedingungen und Tiefgang passen, liegt man hier ganz gut.

Am Ende der Gasse

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Eigentlich als Raum zum Manövrieren vorgesehen, bietet das Ende einer Boxengasse meist noch mindestens einen Platz zum Liegen. Der Nachteil: Die Yachten in den Boxen, die sich vor und hinter dem Neuankömmling befinden, werden blockiert. Deren Auslaufzeit sollte berücksichtigt werden.

Bei der Berufsschifffahrt

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Hohe Spundwände für Fähren oder Versorgungsschiffe sind wenig einladend, zudem ist Anlegen für Sportboote meist untersagt. Doch ein genauer Blick in den Fahrplan oder ein Gespräch mit dem Personal vor Ort ergibt womöglich, dass eine Yacht ausnahmsweise hier liegen kann.

Außen an der Mole

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Hat der Hafen eine Spundwand, kann man sein Boot bei den richtigen Bedingungen außen an dieser festmachen. Voraussetzungen sollten ablandiger Wind und entsprechend ruhige See sein. Der Vorteil: Man sieht sofort, falls eine Yacht ausläuft, und kann die Chance zum Einlaufen nutzen.

Nase an Nase

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Das schmale Kopfende eines Stegs kann für viele Boote zum Liegeplatz werden, wenn diese jeweils einen Heckanker ausbringen. Dementsprechend sollte aus­reichend Platz hinter den Hecks sein, um ein- und auslaufende Schiffe nicht zu blockieren. Die Vorleine wird am Steg belegt.

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