Liebe Leserinnen und Leser,
am Donnerstag war der kürzeste Tag des Jahres. Ab jetzt geht es aufwärts, zumindest mit den Tageslichtzeiten. Bis zum Saisonstart ist es jedoch noch lang. Da mag sich bei manchem Segler der Winterblues einstellen.
Doch es gibt Abhilfe. Auch im Winter können wir unserem Hobby frönen. Zuallererst steht da natürlich die Beschäftigung mit dem Boot: Winterarbeiten, Ausbesserungen, Neuanschaffungen. Für manchen ist der Winter auch die intensivste Zeit, um Kontakte zu Vereinskameraden aufzubauen oder zu pflegen. Trifft man sich in der Saison nur selten, weil alle unterwegs sind, ist es vielerorts so etwas wie ein Ritual, sich am Wochenende in der Halle zu begrüßen, sich zu helfen, einen Glühwein zu trinken, zu klönen. So gilt für manchen der Winter als die zweite Segelsaison.
Es gibt aber auch etliche Aktivitäten, mit denen sich die endlos scheinende dunkle Jahreszeit verkürzen lässt: Strandsegeln oder der Besuch eines Schifffahrtsmuseums, den nächsten Törn planen oder eine Bootsmesse besuchen, ein gutes Buch lesen oder sich weiterbilden – etwa mit unseren Webinaren.
Oder aber einen guten Podcast hören. Wie den neuen YACHT-Podcast, der gestern seine akustische Jungfernfahrt erlebte. In dem neuen Format blicken wir hinter die Kulissen manches YACHT-Artikels, sprechen mit interessanten Seglerinnen und Seglern, bieten Wissen und Unterhaltung.
Am besten aber hilft gegen die Wintermelancholie – finde ich – sich immer wieder klarzumachen, wie privilegiert wir als Segler noch immer sind. In schweren Zeiten, mit Krieg im Nahen Osten und der Ukraine, mit Inflation und steigenden Energiekosten, mit Zukunftsängsten oder einer Jahrhundertsturmflut hat sich für uns als Segler bisher – zum Glück – nicht viel geändert.
Klar, auch Liegeplatzgebühren oder Charterpreise steigen, Preislisten für Yachten sowieso. Vielleicht muss sich der ein oder andere deshalb auch beim Hobby etwas einschränken, aber was ist das schon gegen echte Krisen? Das Meer ist immer noch weit, das Boot schwimmt immer noch, und was braucht es schon, um abzulegen? Den Wind gibt es immer noch kostenlos, wir verbrennen kaum Kraftstoff, da macht eine Erhöhung des Literpreises keinen großen Unterschied. Wird uns die Marina zu teuer, können wir vor Anker gehen, wir können wieder selbst dort Hand anlegen, wo wir vielleicht bisher den Service anderer in Anspruch genommen haben.
Vor allem aber können wir fliehen. Können Ängste und schlechte Nachrichten hinter uns lassen, können noch echte Freiheit genießen. Wer kann das schon von sich behaupten? Wer in Anbetracht dessen über die lange Winterpause jammert, tut dies auf hohem Niveau. Und wie eingangs erwähnt, die Tage werden ja wieder länger, Kopf hoch, da hinten wird’s hell, wie es so schön heißt.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen auch im Namen aller Kollegen ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2024!
Chefredakteur Wassersport digital
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