SeenotSegler sitzt nach zweiter Havarie auf Norderney fest

Pascal Schürmann

 · 13.07.2026

Seenot: Segler sitzt nach zweiter Havarie auf Norderney festFoto: dpa/picture alliance
Die “Filou” lag eine Woche lang hoch und trocken am Strand von Norderney.
Ein niederländischer Segler erlebt derzeit eine Pannenserie vor Norderney. Schon am 3. Juli war er auf der Insel gestrandet und hatte dort hoch und trocken eine Woche lang festgesessen. Am vergangenen Freitag versuchte der Skipper der „Filou" nun , die Insel zu verlassen. Weit kam er allerdings nicht.

Bei stürmischem Wetter und einem extremen Hochwasser war die acht Meter lange Segelyacht „Filou" auf dem Nordstrand von Norderney am vorvergangenen Freitag gestrandet. Der niederländische Skipper Piet J. war mittags von der Nachbarinsel Juist gestartet, obwohl das Hochwasser mit 3,40 Meter bereits 40 Zentimeter höher auflief als am Morgen zuvor. Das hatten verschiedene Medien übereinstimmend berichtet.

Bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 38 Kilometern pro Stunde bildeten sich bis zu zwei Meter hohe Wellen. Der Mann verlor die Kontrolle über sein Boot. Es wurde weit an den Strand getrieben und blieb dort im Sand stecken. Da es sich bei der “Filou” um einen Kimmkieler handelt, blieb sie aufrecht stehen.

Da Piet J. sein Boot nicht eigenständig hatte verlassen können, rückten Einsatzkräfte mit einem Bagger an und holten ihn von Bord. Er kam vorsorglich ins Krankenhaus. Eine Woche lang diente die gestrandete „Filou" unterdessen Norderney-Urlaubern als Fotomotiv direkt vor den Strandkörben.

Zweiter Rettungseinsatz nach einer Woche

Vorigen Freitag versuchte Piet J. morgens bei steigendem Hochwasser, sein Boot frei zu bekommen, um seinen Törn fortzusetzen. Das gelang ihm zunächst auch. Doch offenbar hatte die Ruderanlage Schaden erlitten. Und auch die Maschine funktionierte nicht. Die “Filou” stellte sich als manövrierunfähig heraus.

Seenotretter der DGZRS-Station Baltrum rückten aus, um die schon betagte Yacht an den Haken zu nehmen und in den Norderneyer Hafen zu schleppen. Ob der Defekt an der Ruderanlage bereits die Ursache für die erste Havarie war, ist derzeit unklar.

Gefährliche Seegatten zwischen den Inseln

Die Gewässer zwischen den deutschen und auch zwischen einigen der niederländischen Nordseeinseln gelten unter Seglern per se als anspruchsvolles Reviere. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger stuft die Seegebiete als besonders fordernd ein. Starke Gezeitenströmungen, wechselnde Wassertiefen und plötzlich aufkommende Winde machen die Navigation in den Seegatten schwierig.

Je nach Wind und Tide können sich dort die Bedingungen innerhalb kurzer Zeit dramatisch verschlechtern. Sandbänke verschieben sich zudem ständig und erfordern gute Ortskenntnis. Besonders bei Sturm und hohem Wellengang sollten Segler die Passage meiden.

Havarien in den Seegatten:

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Pascal Schürmann

Pascal Schürmann

Textchef YACHT

Pascal Schürmann hat 2001 bei der YACHT in Hamburg als Textchef angeheuert. Den Umgang mit Pinne und Schot lernte er als Jugendlicher in der Wanderjolle auf dem Sneeker Meer sowie auf dem Dickschiff auf dem IJsselmeer. Während und nach dem Studium folgten Törns auf der Ostsee und im Mittelmeer. Als gelernter Wirtschaftsjournalist kümmert er sich zudem um Bootsfinanzierungs- und Yachtversicherungsberichte, hegt aber auch ein Faible für Blauwasserthemen.

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