Bei stürmischem Wetter und einem extremen Hochwasser war die acht Meter lange Segelyacht „Filou" auf dem Nordstrand von Norderney am vorvergangenen Freitag gestrandet. Der niederländische Skipper Piet J. war mittags von der Nachbarinsel Juist gestartet, obwohl das Hochwasser mit 3,40 Meter bereits 40 Zentimeter höher auflief als am Morgen zuvor. Das hatten verschiedene Medien übereinstimmend berichtet.
Bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 38 Kilometern pro Stunde bildeten sich bis zu zwei Meter hohe Wellen. Der Mann verlor die Kontrolle über sein Boot. Es wurde weit an den Strand getrieben und blieb dort im Sand stecken. Da es sich bei der “Filou” um einen Kimmkieler handelt, blieb sie aufrecht stehen.
Da Piet J. sein Boot nicht eigenständig hatte verlassen können, rückten Einsatzkräfte mit einem Bagger an und holten ihn von Bord. Er kam vorsorglich ins Krankenhaus. Eine Woche lang diente die gestrandete „Filou" unterdessen Norderney-Urlaubern als Fotomotiv direkt vor den Strandkörben.
Vorigen Freitag versuchte Piet J. morgens bei steigendem Hochwasser, sein Boot frei zu bekommen, um seinen Törn fortzusetzen. Das gelang ihm zunächst auch. Doch offenbar hatte die Ruderanlage Schaden erlitten. Und auch die Maschine funktionierte nicht. Die “Filou” stellte sich als manövrierunfähig heraus.
Seenotretter der DGZRS-Station Baltrum rückten aus, um die schon betagte Yacht an den Haken zu nehmen und in den Norderneyer Hafen zu schleppen. Ob der Defekt an der Ruderanlage bereits die Ursache für die erste Havarie war, ist derzeit unklar.
Die Gewässer zwischen den deutschen und auch zwischen einigen der niederländischen Nordseeinseln gelten unter Seglern per se als anspruchsvolles Reviere. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger stuft die Seegebiete als besonders fordernd ein. Starke Gezeitenströmungen, wechselnde Wassertiefen und plötzlich aufkommende Winde machen die Navigation in den Seegatten schwierig.
Je nach Wind und Tide können sich dort die Bedingungen innerhalb kurzer Zeit dramatisch verschlechtern. Sandbänke verschieben sich zudem ständig und erfordern gute Ortskenntnis. Besonders bei Sturm und hohem Wellengang sollten Segler die Passage meiden.

Textchef YACHT
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