Tatjana Pokorny
· 15.07.2026
Es ist nicht weniger als der Beginn einer neuen Ära für Team Malizia. Mit der am 6. Juli in Lorients La Base vom Stapel gelaufenen “Malizia 4” haben Boris Herrmann und sein Rennstall ein neues Kapitel in ihrer zehnjährigen Teamgeschichte aufgeschlagen. Das Jubiläum wird am 18. Juli im Hauptquartier im Hafen La Base gleich gegenüber vom neuen Maison des Skippers und der Capitainerie mit den Teammitgliedern, Partnern und Freunden auch aus anderen Teams gefeiert.
Bis dahin werden die Tests und Trainings mit der Neuen vor Lorient intensiv fortgesetzt. Die ersten Erlebnisse und Ergebnisse stimmen Boris Herrmanns Tream Malizia und den Skipper selbst sehr zuversichtlich. “Es ist Liebe auf den ersten Blick”, sagte nicht nur Herrmann. Die strahlenden Gesichter in der Mannschaft sprechen in diesen Tagen Bände.
Wir wussten schon nach fünf Flugminuten, dass das spektakulär wird.” Boris Herrmann
Auf dem Kurs zum Ocean Race Atlantic und der Route du Rhum noch diesem und seiner insgesamt siebten Weltumseglung mit The Ocean Race im kommenden Jahr, wirkt Boris Herrmann hochzufrieden mit den ersten Erkenntnissen. Der 45-Jährige sagte nach zweijähriger Bauphase: “Das Boot ist fantastisch!”
Noch einmal kam Boris Herrmann im Gespräch darauf zurück, warum er mit Team Malizia Partner im Drillingsprojekt mit Thomas Ruyant (TRR) und Loïs Berrehaar (Team Banque Populaire) ist. Für alle drei hat Designer Antoine Koch Schwesterschiffe entworfen. Die ersten beiden schwimmen. Boris Herrmanns Rakete segelt und fliegt auch. Berrehar bekommt seine Neue erst Anfang 2027, ist solange Mitglied in Herrmanns Segelteam.
Boris Herrmann sagte: “Es gab mehrere Gründe zur Zusammenarbeit. Erstens hat der Architekt Antoine Koche eine privilegierte Beziehung zu Thomas Ruyant. Thomas Ruyant hätte auch sein Veto einlegen und sagen können: ‘Nee, mit denen will ich nichts zu tun haben.’ Insofern war das schon gut, dass wir uns hier mit diesen zwei super Teams – Banque Populaire und Thomas Ruyant Racing – zusammenfinden konnten zu dieser Dreier-Gruppe.”
Weiter sagte Boris Herrmann: “Natürlich können sich drei Design-Büros von drei Teams mehr Dinge überlegen und Probleme lösen. Es gibt einfach mehr schlaue Köpfe und gute Ideen.” Die Ergebnisse des gemeinschaftlichen Entwicklungs- und der zeitlich versetzten Bauprozesse erklären im Film von YACHT TV-Redakteur Nils Günter Boris Herrmann und sein Technik-Direktor Pierre-François “Pifou” Dargnies im Gespräch mit YACHT-Experte Tim Kröger.
Nach den ersten Segeltests konnte Boris Herrmann glücklich verkünden: “Wir waren sofort in der Lage, einen stabilen Flug zu absolvieren. Das Boot fühlt sich auf dem Ruder super an. Alles funktioniert.” Im Neuaufbruch erinnerte sich Boris Herrmann auch an den Stapellauf der Vorgängerin “Malizia 3”, die am 19. Juli 2022 “geboren” worden war. Herrmann sagte: “Vor vier Jahren war das eine ganz andere Geschichte. Wir waren noch ein sehr junges Team. Wir hatten bei manchen Sachen noch nicht so richtig einen Plan.”
Vier Jahre später sieht die Welt des Teams heute ganz anders aus. “Jetzt wussten wir als Segler exakt, was wir wollten. Wir sind zusammen zweimal um die Welt gesegelt. Mit dem Team. Will (Red.: Co-Skipper Will Harris) und ich haben zusammen und abwechselnd im Ocean Race geskippert. Wir wussten exakt: Wo wollen wir welches Display. Wo soll welche Zahl angezeigt werden. Welches Gerät brauchen wir nicht? Was können wir weglassen…” Hier erklärt Boris Herrmann dem französischen Magazin Voiles & Voiliers seine neue, polyvalente Imoca und sieht auch dabei glücklich aus.
Auch wies Boris Herrmann mit viel Respekt auf seinen Baudirigenten “Pifou” Dargnies hin. “Wir haben ‘Pifou’, Pierre-François, unseren Technischen Direktor, der sein fünftes Schiff mit dieser Werft (Red.: CDK Technologies war mit bis zu 70 Mitarbeitern im Einsatz) gebaut hat und damit einen absolut perfekten Prozess ins Leben gerufen hat. Und als Letztes haben wir auch die Hilfe der drei Teams, die sich gegenseitig unterstützen. Das hat alles zu einem sehr viel gradlinigeren Bauprozess geführt. Also ein wunderbares Gefühl!”

Freie Reporterin Sport
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.