Es war die ungewöhnlichste Regatta seit langem: vier Schwestern, nahezu baugleich, im direkten Vergleich. Großsegler, Schulschiffe. Die Rede ist von der Five Sisters Trophy, die erst zum zweiten Mal ausgetragen wurde. Wie bei der ersten Auflage vor 50 Jahren siegte auch diesmal “Gorch Fock”, das Schulschiff der deutschen Marine. Die silberne, von Tiffany’s angefertigte Trophäe bleibt damit an Bord.
Ausgetragen wurde das Rennen während der gemeinsamen Überfahrt von New York nach Boston, im Rahmen der dortigen Feiern rund um den 250. Geburtstag der USA. Gemessen wurde auf einem 60 Seemeilen langen Streckenabschnitt vor der Halbinsel Cape Cod, entscheidend war die benötigte Zeit für die Passage zwischen Start- und Zielpunkt.
Bei perfekten Bedingungen unter Vollzeug war “Gorch Fock” die schnellste Seglerin des Quartetts. Für die Distanz benötigte sie 7:30 Stunden - 38 Minuten schneller als “Eagle”, auf der US-Küstenwache ihre Kadetten ausbildet. Sie sicherte sich den zweiten Platz, gefolgt von Portugals “Sagres” (plus eine Stunde) und “Mircea” aus Rumänien (plus zwei Stunden).
Im Anschluss waren alle vier Schiffe bei der großen Einlaufparade in Boston dabei, Auftakt der dortigen Jubiläumsfeierlichkeiten, gemeinsam mit Dutzenden weiterer Großsegler und Schulschiffe aus aller Welt, die ebenfalls von New York gekommen waren - allerdings außer Konkurrenz.
Die Siegerehrung fand am gestrigen Sonntag im Hafen von Boston statt. Im Beisein der Kommandanten der anderen drei Schwestern konnte Kapitän zur See Elmar Bornkessel von “Gorch Fock” die 1976 gestiftete Trophäe in die Höhe stemmen - der Pott bleibt an Bord.
Das besondere Erlebnis spiegelt auch der dank des Kommandanten an seine Crew: “Dieser Erfolg gehört meiner Besatzung. Wir haben seglerisch wirklich alle Stellschrauben genutzt”, sagte Bornkessel.
Auch auf den drei älteren Schwesterschiffen wurde nicht mit mit Glückwünschen gespart: “Es war eine Ehre, bei diesem wundervollen Wettbewerb mit unseren Schwestern dabei zu sein. Wir sehen uns auf See”, schrieb der Kommandant der Mircea auf Facebook. Die US Coast Guard schloss ihren Post mit den Worten: “Bravo Zulu” - gut gemacht!

Ressortleiter Reise
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