SEK-Einsatz auf der Flensburger FördeKonflikt um Fischernetz nimmt erstaunliche Wendung

Antonia von Lamezan

 · 14.07.2026

Beamte des SEK näherten sich auf mehreren Booten der dänischen Segelyacht (Symbolbild).
Foto: Bodo Marks/dpa
Ein verhedderter Anker in einem Fischernetz vor Wassersleben führte im Juni 2025 zu einem spektakulären SEK-Einsatz auf der Flensburger Förde und sorgte für breite Medienberichterstattung. Mit fortschreitenden Ermittlungen zeigt sich der Konflikt deutlich differenzierter. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Flensburg ermittelt dauern an.

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Auslöser des Einsatzes war offenbar ein Konflikt, der völlig eskaliert ist: Der Anker einer dänischen Segelyacht soll sich in den ausgebrachten Stellnetzen eines Nebenerwerbsfischers verfangen haben. Bei dem Versuch, die Situation zu klären, seien die beiden Männer in einen heftigen Streit geraten. Schließlich schaltete der Fischer die Sicherheitsbehörden ein und gab an, dass der dänische Skipper ihn mit einer Schusswaffe bedrohe.

​SEK auf der Flensburger Förde

Aufgrund dieser gemeldeten, potenziell akuten Gefahrenlage spielte sich vor Wassersleben ein Einsatz ab, der einer filmreifen Kulisse geglichen haben soll: Während sich in der Uferböschung des Wanderwegs Scharfschützen positionierten, näherten sich Beamte des SEK wasserseitig auf mehreren Booten der dänischen Segelyacht. Schwer bewaffnet sollen die Einsatzkräfte den Bootsführer aufgefordert haben, an Deck zu kommen. Der 58-jährige dänische Skipper soll dieser Aufforderung mit erhobenen Händen nachgekommen sein. Beim Zugriff soll er sich kooperativ gezeigt und sich widerstandslos festnehmen haben lassen. Währenddessen durchsuchten die Beamten die Yacht.

Zwei Versionen, keine Waffe

Wie die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Flensburg nun zeigen, stehen sich inzwischen zwei völlig gegensätzliche Darstellungen des Vorfalls gegenüber. Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Bernd Winterfeldt gegenüber dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (SHZ), zuerst berichtet vom Flensburger Tageblatt, wirft der Fischer dem Skipper weiterhin vor, im Verlauf des Streits die genannte Waffe gezogen zu haben. Trotz intensiver Suche konnten die Ermittler diese Darstellung bislang jedoch nicht durch Beweise stützen: Weder an Bord der Yacht noch bei einer späteren Suche auf dem umliegenden Meeresgrund durch Taucher konnte eine Schusswaffe gefunden werden.

Der dänische Segler hat seinerseits Strafantrag gegen den Fischer wegen Sachbeschädigung gestellt. Er wirft dem Fischer vor, die Segelyacht während des Streits mit seinem Fischerboot absichtlich gerammt zu haben. Die Ermittlungen der Behörden sind noch nicht abgeschlossen.


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Anker im Fischernetz verhakt: was nun?

Auch wenn dieser Fall ein Extrembeispiel ist, zeigt er, wie wichtig besonnenes Handeln bei Revierkonflikten ist. Sollten sich Ihr Anker oder Ihr Propeller in einem Fischernetz verfangen, gilt:

  1. Keine Sachbeschädigung: Schneiden Sie fremdes Netzequipment niemals eigenmächtig ab, es sei denn, es besteht unmittelbare Gefahr für Leib und Leben.
  2. Beweise sichern: Fotografieren oder filmen Sie die Situation. Achten Sie darauf, ob das Netz vorschriftsmäßig gekennzeichnet war.Polizei rufen: Ist der Fischer nicht zugegen oder lässt sich die Situation vor Ort, wie im oben beschriebenen Fall, nicht friedlich klären, rufen Sie umgehend die Wasserschutzpolizei, um den Vorfall aufnehmen zu lassen.

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Antonia von Lamezan ist gebürtige Hamburgerin und studierte Kultur- sowie Sozialwissenschaftlerin (Lüneburg/Kopenhagen). Obwohl die Seefahrt zur Familiengeschichte gehört, fand sie den eigenen Weg aufs Wasser erst als Erwachsene – dann jedoch mit voller Begeisterung und Konsequenz: Innerhalb eines Jahres absolvierte sie alle für die Langfahrt erforderlichen Scheine, tauschte das geregelte Stadtleben gegen das eigene Boot und segelte zwei Jahre lang auf eigenem Kiel durch Europa. Als Volontärin in der Redaktion verbindet sie nun fachlichen Hintergrund mit ihrer Leidenschaft für das Meer, Boote und das Schreiben.

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