Bislang ist Aquila vor allem für seine breit gefächerte Palette an Motor-Katamaranen bekannt. Nun möchte die US-Marke auch im Segment der Segelkatamarane Fuß fassen und zugleich ihre Präsenz auf dem europäischen Markt verstärken. Den Auftakt machte Anfang 2026 der größere Aquila 50 Sail, der nach seiner Weltpremiere in Miami erstmals auf der International Multihull Show in La Grande-Motte in Europa gezeigt wurde.
Mit dem Aquila 45 Sail folgt jetzt das zweite und etwas kompaktere Modell der neuen Segelboot-Reihe. Auf dem Yachting Festival in Cannes konnten die Besucher den Katamaran erstmals aus der Nähe besichtigen.
Auffällig ist vor allem der weit nach vorn gezogene Kajütaufbau. Auch die Rümpfe fallen insbesondere im Bereich der Vorschiffe sehr voluminös aus. Unterhalb der ausgeprägten Kimmkanten bleiben die Wasserlinien dagegen vergleichsweise schlank. Damit sollen trotz des starken Fokus auf Wohnkomfort und Platzangebot ordentliche Segeleigenschaften möglich sein.
Zwischen den Rümpfen ist die Plattform vollständig geschlossen und bis an die Bugspitzen verlängert. Auf ein konventionelles Trampolin verzichtet Aquila. Das konstruktive Prinzip erinnert damit an die Fahrtenkatamarane der französischen Marke Bali. Der feste Vorbau schafft Platz für ein vertieft angeordnetes Frontcockpit mit Sitzgruppe und zusätzlichen Liegeflächen. Von dort führt eine wasserdicht verschließbare Tür direkt in den Salon.
Ein weiterer großer Aufenthaltsbereich befindet sich auf der offenen Flybridge. Dort stehen eine U-förmige Sitzgruppe mit Tisch sowie eine zusätzliche, nach vorn ausgerichtete Bank zur Verfügung. Seitlich daneben liegt der erhöhte Steuerstand. Er ist über eine Treppe direkt mit dem achteren Gästecockpit verbunden.
Eine Besonderheit von Aquila ist das erhöhte und zusätzlich mit einer Reling gesicherte Gangbord. Es führt vom Steuerbereich und von der Flybridge über das Kajütdach direkt nach vorn zum Bugcockpit. Dadurch lässt sich das Vorschiff schnell erreichen, ohne zunächst auf das tiefer liegende Seitendeck hinabsteigen zu müssen. Alle Fallen, Schoten und Trimmleinen werden zum Steuerstand zurückgeführt und dort über zwei große Winschen bedient. Auf Wunsch können diese elektrisch unterstützt werden. Zum Standard gehört ein Aluminiummast mit zwei Salingen. Neben dem konventionellen Großsegel bietet Aquila optional eine größere Square-Top-Ausführung an. Als Vorsegel ist eine überlappende Rollgenua vorgesehen, eine Selbstwendefock wird dagegen nicht angeboten.
Unter Deck kann erd Aquila 45 Sail mit drei oder vier Doppelkabinen ausgebaut werden. In der Eignerversion nimmt die Hauptkabine den gesamten Backbordrumpf ein. Dort stehen neben der quer eingebauten Doppelkoje eine Sitz- und Arbeitsecke, viel Stauraum, ein begehbarer Schrank sowie eine große Nasszelle mit separater Dusche zur Verfügung.
Im Steuerbordrumpf sind zwei weitere Doppelkabinen mit jeweils eigenem Bad vorgesehen. Alternativ bietet Aquila eine weitgehend symmetrische Charterausführung mit vier Doppelkabinen und vier separaten Nasszellen an. Zusätzlich können in den Vorschiffen eine oder zwei kleine Skipperkabinen eingerichtet werden. Insgesamt nennt die Werft Schlafplätze für bis zu zwölf Personen.
Aquila Boats hat seinen Firmensitz in Clearwater im US-Bundesstaat Florida. Produziert werden die Katamarane jedoch bei Sino Eagle Yachts in Hangzhou, China. Rumpf, Deck, Schotten und strukturelle Verstärkungen entstehen als GFK-Sandwichkonstruktionen im Vakuum-Infusionsverfahren. Für den Antrieb sorgen serienmäßig zwei Volvo-Penta-Dieselmotoren mit Saildrives.
Für Kunden in Europa nennt die Werft einen Grundpreis von 756.250 Euro brutto, inkl. 19% MWSt. Der Aquila 45 Sail ist nominiert zur Wahl als Europas Yacht des Jahres 2027. Die Tests finden Mitte Oktober 2026 in Palma de Mallorca statt. Der umfangreiche Testbericht erscheint dann in der Folge im YACHT Magazin sowie bei YACHT online.

Redakteur Test & Technik
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