Fountaine Pajot 55Erste Bilder vom segelnden Loft

Martin Hager

 · 15.09.2026

Der FP 55 füllt die Lücke zwischen dem FP 51 und dem FP 59, die schon zur Yacht-Linie gehört. Das neue 17-Meter-Modell wurde für Blauwassertörns und Kunden mit hohen Komfortansprüchen entworfen.
Foto: Martin Hager
​Der Fountaine Pajot 55 positioniert sich als größtes Modell der regulären Baureihe unterhalb der exklusiven Yacht-Linie.​ Der 17-Meter-Katamaran wurde für Blauwassertörn und Kunden mit hohen Komfortansprüchen entworfen. Das Konzept überrascht mit ungewöhnlich großzügigen Lounge-Flächen, darunter die XL-Flybridge mit 23 Quadratmetern und das Frontcockpit mit direktem Zugang aus dem Salon. Die ersten Bilder von Bord.

Themen in diesem Artikel

​Fountaine Pajot baut seine Modellpalette weiter um und schickt mit der FP 55 einen neuen Fahrtenkatamaran in die obere Mittelklasse. In der Funktion übernimmt der FP 55 auch die Schnittstelle im Übergang zum gehobenen Yacht-Programm von Fountaine Pajot mit den Modellen Samana 59 und den größeren Modellen, vom FP 70 bis zum erst kürzlich präsentierten FP 120, der 2028 schwimmen soll.

​Versionen für Eigner und für den Luxus-Charter

​Beim Innenausbau setzt die Werft auf Variabilität. Vorgesehen sind eine Maestro-Version mit Eignersuite und vier Gästekabinen, eine Double-Maestro-Version mit zwei Suiten und zwei weiteren Kabinen sowie eine Charter-Version mit insgesamt sechs Doppelkabinen. Dabei verfügen alle Kabinen über eine eigene Nasszelle mit separatem Duschbereich. Unabhängig vom gewählten Layout sind zudem stets zwei separate Crewkabinen mit eigenen Nasszellen in den Vorschiffen eingeplant. Das ist ein klares Signal in Richtung gehobener Service- und Charteransprüche. Die möglichen Layoutvarianten sind oben in der Galerie abgebildet

​In Sachen Technik spielt das Thema Energieautarkie eine zentrale Rolle. Die FP 55 trägt laut Fountaine Pajot-Händler Matthias Ebert 6300 Watt Solarleistung, aufgeteilt auf 3800 Watt auf dem Dach und 2500 Watt auf dem Hardtop. Der Aufpreis liegt bei 48.000 Euro. Optional gibt es den Katamaran auch mit diesel-elektrischem Antrieb. Das Paket ODSea+ umfasst zwei Elektromotoren mit je 50 kW Leistung, einen 38-kW-Generator, 38 kWh Batteriekapazität sowie Hydrogeneration. In der Standardversion kommen zwei 80-PS-Diesel zum Einsatz, optional sind 110 PS erhältlich.

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​Deutlicher Sprung gegenüber der FP 51

Im Vergleich zur kleineren Schwester Fountaine Pajot 51 unterscheiden sich Cockpit, Decksaufteilung und Flybridge merklich. Ein wichtiger Punkt ist die Führung des Großbaums: Bei der 55 verläuft er oberhalb des Hardtops und damit nicht direkt über dem Aufenthaltsbereich der Flybridge. Das sorgt für zusätzliche Sicherheit an Deck.

Auch die Ausstattung der Flybridge fällt umfangreicher aus. Kühlschrank, Grill und weitere Pantry-Elemente können dort integriert werden. Das vordere Cockpit ist nicht mehr in ein Trampolinnetz eingebettet, sondern als tiefer gelegter, fester GFK-Bereich ausgeführt. Dadurch entsteht ein geschützter zusätzlicher Aufenthaltsplatz.

Ein weiteres entscheidendes Merkmal ist der direkte Durchgang vom Salon in das vordere Cockpit. Dieses Layout wird erst ab 55 Fuß Länge angeboten.

​Viel Raum auf 55 Fuß

Besonders auffällig ist das großzügige Raumangebot. Große Fensterflächen und die offene Gestaltung verleihen dem Salon beinahe Loftcharakter. Die Sitzgruppe ist vollständig U-förmig angelegt. Dadurch sitzen die Gäste nicht mehr, wie bei der FP51 über Eck verteilt, sondern können gemeinsam am Tisch Platz nehmen und haben zugleich freie Sicht auf den Fernseher. Mit der Tischverlängerung sollen bis zu zehn Personen am Esstisch Platz finden. Die tropfenförmig gestalteten Polster und Sitzflächen nutzen den vorhandenen Raum effizient.

Große Pantry, aber keine separate Crewküche

Die Pantry befindet sich bei der FP 55 grundsätzlich oben im Salon. Ein „Galley down“-Layout mit separater Küche im Rumpf, wie es bei noch größeren Kats möglich ist, wird für dieses Modell nicht angeboten. Wird das Boot mit Crew betrieben, kocht diese somit im gemeinsamen Wohnbereich.

Zur möglichen Ausstattung zählen:

  • großer Kühlschrank im amerikanischen Stil
  • separater Gefrierschrank
  • Weinkühlschrank
  • Geschirrspüler
  • zusätzliche Kühl- und Staumöglichkeiten

Navigation und Bedienung

Anstelle eines klassischen Kartentisches besitzt die FP 55 eine kompakte Navigationskonsole. Die Reiseplanung erfolgt zunehmend digital, beispielsweise auf einem Tablet, und wird anschließend auf die Plotter übertragen. Wichtige Daten und Systeme lassen sich im Salon überwachen. Auch der Autopilot kann von dort aus bedient werden. Der Kommandogeber und bleiben allerdings am eigentlichen Steuerstand.

Zur Unterstützung bei Hafenmanövern kann ein Side-Power-Bugstrahlruder eingebaut werden. Es ist zwar nicht zwingend notwendig, kann aber insbesondere bei kleiner Crew hilfreich sein – etwa beim Ablegen von einer Tankstelle. Hinzu kommen digitale Motorsteuerungen für die Yanmar-Motoren.

Kabinen und Crewunterbringung

Das Kabinenkonzept bietet verschiedene Möglichkeiten für Eigner, Gäste und Crew. Eine der hinteren Kabinen ist direkt von außen zugänglich und vom übrigen Innenbereich getrennt. Sie verfügt über eigenes Bad und kann beispielsweise vom Kapitän genutzt werden, ohne dass dieser regelmäßig die privaten Wohnbereiche durchqueren muss.

Bei entsprechender Aufteilung bleiben bis zu acht Schlafplätze für Gäste erhalten. Zusätzlich gibt es im Vorschiffsbereich eine Crewkabine.

Die Eignerkabine im Backbordrumpf fällt außergewöhnlich geräumig aus und nimmt zwei Drittel des gesamten Rumpfes in Beschlag. Zu ihrer Ausstattung gehören unter anderem:

  • großes Bett
  • viel Bewegungsfreiheit
  • großzügiges Badezimmer
  • Viel natürliches Licht
  • große separate Dusche
  • Belüftungs- und Abluftmöglichkeiten
  • direkter Zugang nach achtern ins Cockpit

Mit ihrem Platzangebot und den unterschiedlichen Unterbringungsmöglichkeiten eignet sich die FP 55 auch für ausgedehnte Reisen bis hin zu langen Blauwassertörns.

Klimaanlage als Standard

Die Klimaanlage gehört zur Standardausstattung. Angesichts hoher Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit in vielen Mittelmeerregionen ist sie inzwischen für viele Eigner und Chartergäste eine Voraussetzung für komfortables Leben an Bord. Positiv fällt außerdem die gute technische Zugänglichkeit auf. Komponenten der Klimaanlage lassen sich erreichen, ohne zunächst große Teile der Kabineneinrichtung oder das gesamte Bett demontieren zu müssen. Das erleichtert Wartungs- und Reparaturarbeiten erheblich.

Robuste Oberflächen für intensive Nutzung

Eine Besonderheit sind die neuen Oberflächen im Holzlook. Dabei handelt es sich nicht um klassisches Echtholz, sondern um ein widerstandsfähiges Kunststoffmaterial mit Holz-Haptik. Das Material soll deutlich unempfindlicher gegenüber Kratzern und Gebrauchsspuren sein und eignet sich damit perfekt für den Einsatz im Chartermarkt. Die robusten Oberflächen sollen dafür sorgen, dass die Einrichtung auch nach vier oder fünf Charterjahren noch einen gepflegten Eindruck vermittelt. Künftig sollen auch weitere Modelle der Baureihe mit diesem Material ausgestattet werden.

Preise, Produktion und Lieferzeit

Der Startpreis der FP 55 liegt bei
Für die FP 55 wurde eine Lieferzeit bis Juli 2027 genannt. Die jährliche Produktion soll bei etwa 22 bis 23 Exemplaren liegen.

Technische Daten Fountaine Pajot FP 55

  • Konstrukteur: Berret-Racoupeau Yacht Design
  • Interieur Design: Isabelle Racoupeau
  • Rumpflänge: 16,98 m
  • Breite: 8,80 m
  • Tiefgang: 1,85 m
  • Gewicht: 32,1 t
  • Großsegel: 110,0 m2
  • Genua: 66,0 m2
  • Motorisierung standard: 2 x 80 PS Einbaudiesel / Saildrive
  • Kapazität Treibstoff: 2 x 610 lt
  • Kapazität Frischwasser: 900 lt
  • Basispreis: 1.411.000 Euro
  • Händler: ME Yachting, Yates Mallorca

​Fazit

Die Fountaine Pajot 55 verbindet die noch vergleichsweise handhabbare Größe mit zahlreichen Merkmalen größerer Fahrtenkatamarane aus dem Luxussegment. Dazu gehören der direkte Durchgang zum Vorschiff, die umfangreich ausgestattete Flybridge, großzügige Kabinen, viel Kühl- und Stauraum sowie die außergewöhnlich offene Salongestaltung.

Ihre Grenzen gegenüber der Yacht-Linie liegen vor allem in der fehlenden separaten Crewküche und der weniger konsequenten Trennung von Crew- und Eignerbereichen. Dafür bietet sie sehr viel Platz auf 55 Fuß und kann je nach Konfiguration sowohl privat mit kleiner Besatzung als auch mit professioneller Crew gefahren werden.

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Martin Hager

Martin Hager

Chefredakteur YACHT und BOOTE Exclusiv

Martin Hager ist Chefredakteur der Magazine YACHT und BOOTE EXCLUSIV. Er segelt seit seiner Kindheit, Surfen, Kitesurfen und Wingfoilen ergänzen seit vielen Jahren seinen sportlichen Horizont. Die Liebe zum Wassersport führte ihn zum Schiffbaustudium und von dort im Jahr 2004 in die Hamburger Redaktion des Delius Klasing Verlages. Seine Leidenschaft für den Bootsbau, die Yachtbranche und die spannenden Charaktere, die das Yachting prägen, gibt er mit Freude weiter – sei es in seinen Artikeln, als auch im Gespräch mit Lesern und der Branche.

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