In Teil 1 liegt der Blick auf Performance- und Konzept-Einordnung des Nautitech 41 Type S.
Für den Ausbau in den Rümpfen geht Nautitech neue Wege. Standard ist ein Layout mit einer großen durchgehenden und offen gestalteten Eignerkabine auf der Backbordseite mit Doppelkoje achtern, einem Büro in der Schiffsmitte und einer sehr geräumigen Nasszelle mit einem nach vorne abgetrennten Duschbereich. Dafür gibt es auch keine Ausbau-Alternativen. Auf der Steuerbordseite sind Kabinen im Vorschiff und achtern vorgesehen, dazu ein Bad zur Schiffsmitte, ebenfalls mit separatem Duschabteil.
Anstelle der vorderen Steuerbordkabine lässt sich ein sogenannter Smart Room einrichten – etwa als Werkstatt, Waschraum, Stauraum oder begehbare Garderobe. Nautitech bietet dafür modulare Ausbau-Kits an, mit denen sich die Eigner ihren Smart Room selbst umbauen und nach ihren Bedürfnissen zusammenstellen können.
Auch beim Innenausbau verfolgt Nautitech konsequent das Ziel, Gewicht zu sparen. Vielerorts ersetzen Stofftaschen und textile Boxen fest eingebaute Schränke und Staufächer. Die flexiblen Elemente lassen sich leicht herausnehmen, reinigen, ersetzen und individuell anordnen. Zugleich vereinfachen sie die Produktion und senken die Herstellungskosten.
Weniger überzeugend ist ihre Robustheit: Bei harter Beanspruchung auf langen Reisen dürften die textilen Lösungen schneller verschleißen oder beschädigt werden als klassischer Möbelbau. Die Oberflächen unter Deck bestehen vollständig aus Laminat auf Sperrholz. Echtholzfurniere kommen nicht mehr zum Einsatz. Damit folgt Nautitech wie viele anderen Großserienhersteller einem allgemeinen Trend zu pflegeleichten, farbstabilen und einfacher zu verarbeitenden Materialien. Das verwendete Laminat fällt allerdings dünn aus und zeigte bereits am neuen Testboot Abplatzungen an den Stirnseiten. Auch das festgelegte Farbkonzept aus hellblauen Flächen und Holzdekor wird möglicherweise nicht jeden Geschmack treffen. Alternativen bietet die Werft derzeit aber leider nicht an.
Das Konzept des Nautitech 41 Type S geht begehrte Kompromisse ein, denen andere Fahrtenkatamarane nur schwer folgen können. Das erhebliche Plus an Sportlichkeit und Leistungsvermögen ist ein wesentliches Argument dafür, im Gegenzug unwesentliche Abstriche in Sachen Wohnlichkeit und Komfort in Kauf zu nehmen.
Stimmiger Kompromiss
Konkave Rumpfformen
Solide, robuste Bauweise
Konkurrenzfähiger Preis
Feinfühlige Steuerung
Hohes Leistungspotenzial
Einhandtaugliches Handling
Exponierter Steuerstand
Gewichtsreduzierter Ausbau
Ausbau in Modulen möglich
Keine Farbwahl für die Möbel
Wenig Stauräume in Pantry
Hochwertige Grundausstattung
Kiele mit Sollbruchstelle
Traveller auf dem Beam
Steuerung ohne Redundanz
Stand 2026, wie die ausgewiesenen Preise definiert sind, lesen Sie hier.
Zwei Einbaumaschinen von Yanmar (3YM30) mit jeweils 30 PS Leistung, Saildrive und Dreiblatt-Festpropeller gehören zur Basis-Ausstattung. Das Upgrade mit 2 x 40 PS kostet 6.280 Euro. Elektro- oder Hybridantriebe werden nicht angeboten.
Nautitech Catamarans, F-17300 Rochefort (Frankreich); www.nautitechcatamarans.com
Katamaran segeln setzt genau bei den Eigenheiten des Segelns auf zwei Rümpfen an: Katamaran-Typen, Aufbau und Pflege, Manöver sowie Segeltrimm werden ebenso behandelt wie Gennakersegeln und fortgeschrittene Techniken. Damit ergänzt der Titel den Test des Nautitech 41 Type S um die praktische Frage, wie sich Leistung, Wendigkeit und die besonderen Abläufe an Bord eines sportlich ausgerichteten Kats im Segelalltag nutzen lassen.
Praxisguide Fahrtensegeln richtet den Blick stärker auf die Reise- und Nutzungsperspektive. Das Buch behandelt die Auswahl des Bootes, Wetterprognosen, Windvorhersagen, Ausrüstung und typische Fragen vor dem Törn. Für Leser, die den Nautitech nicht nur als leistungsorientierte Konstruktion betrachten, sondern seine Eignung als Fahrtenyacht beurteilen wollen, liefert es nachvollziehbare Kriterien für Planung, Sicherheit und Bordalltag.

Redakteur Test & Technik
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