Oyster Yachts präsentiert auf dem Cannes Yachting Festival 2026 den C60, den ersten Katamaran der Marke. Die britische Werft verlässt damit nach über 50 Jahren reiner Einrumpfproduktion erstmals ihr angestammtes Terrain. Die Entwicklung basiert auf einer einjährigen Marktanalyse unter bestehenden und ehemaligen Eignern. Dabei zeigte sich wachsendes Interesse an Mehrrumpfyachten, besonders wegen des Platzangebotes und den typischen Kateigenschaften wie aufrechtes Segeln und hohe Stabilität.
Die C60 entstand in Zusammenarbeit mit dem französischen Konstruktionsbüro Berret-Racoupeau, das unter anderem auch für Hanseyachts zeichnet. Die Werft konzentriert sich weiterhin auf Einrumpfyachten als Kerngeschäft. Der Katamaran ergänzt das Programm für Eigner, die mehr Volumen und Wohnfläche suchen. Stefan Zimmermann Zschocke, CEO von Oyster, nennt veränderte Lebensumstände und Segelgewohnheiten als Hauptgründe für die Entwicklung.
Die C60 bietet 110 Quadratmeter zusammenhängende Innen- und Außenfläche. Das Heck verfügt über zwei absenkbare Badeplattformen und einen zentralen Tenderlift. Diese Konstruktion schafft eine breite Wasserterrasse. Großflächige Türen verbinden Achterdeck und Salon. Eine Bar bedient beide Bereiche gleichzeitig.
Im Vorschiff liegt eine versenkte Lounge, die den Wohnbereich nach vorn erweitert. Die Flybridge dient als zusätzlicher Aufenthaltsort zum Segeln, Essen und Entspannen. Die Eignerkabine liegt separat von Gast- und Crewbereichen. Drei charakteristische Seascape-Fenster bringen Tageslicht und Seeblick. Drei weitere Gästekabinen mit eigenem Bad ergänzen die Unterbringung. Die Crew erhält separate Quartiere.
Die Freibordhöhe zwischen den Rümpfen erreicht bis zu einem Meter. Diese Höhe soll Wellenaufprall bei Seegang reduzieren. Die Werft legt Wert auf Hochseetauglichkeit, auch wenn das Boot für Küstenreviere gleichermaßen konzipiert ist. Die Tankkapazität liegt bei 1.200 Litern Diesel, optional erweiterbar um 600 Liter. Der Frischwassertank fasst 1.000 Liter.
Das Leergewicht beträgt 30.000 Kilogramm. Zwei Motoren mit je 110 PS treiben die C60 an. Der Tiefgang von 1,70 Metern erlaubt Zugang zu flacheren Ankerplätzen. Die Masthöhe erreicht 29 Meter über Wasser. Die Segelfläche beträgt am Wind 234 Quadratmeter, aufgeteilt in 122 Quadratmeter Groß und 112 Quadratmeter Genua.
Oyster baut derzeit Einrumpfyachten zwischen 13 und 37 Metern Länge. Die Modellreihe umfasst die Serien 495, 565, 595, 675, 745, 885, 1025 und 1225. Alle Boote zielen auf Langfahrtsegler mit Anspruch an Verarbeitung und Ausstattung. Die Werft verzeichnet über 20 Millionen Blauwassermeilen und mehr als 100 Weltumsegelungen ihrer Flotte.
Die C60 erweitert dieses Angebot um eine Mehrrumpfoption. Bestehende Oyster-Eigner können auf den Katamaran wechseln und der Marken treu bleiben. Gleichzeitig spricht die Werft Interessenten an, die bisher keine Einrumpfyacht in Betracht zogen. Das Boot nutzt das etablierte Service-Netzwerk der Marke.
Oyster-Käufer erhalten Zugang zum Global Service Network und dem After-Sales-Team. Die Bluewater Academy bietet Schulungen an. Die Werft entwickelt spezielle Mehrrumpf-Trainings für C60-Eigner. Diese Programme sollen auf die besonderen Anforderungen von Katamaranen vorbereiten.
Eigner können an der Oyster World Rally teilnehmen, einem organisierten Törn um die Welt. Der Oyster Explorers Club organisiert Regatten und Treffen. Diese Veranstaltungen finden weltweit statt. Die C60 integriert sich von Beginn an in diese bestehenden Strukturen.
Im 60-Fuß-Segment konkurriert die C60 mit etablierten Katamaranherstellern wie Lagoon, Fountaine Pajot und Privilège. Die Lagoon Sixty 5 misst 19,81 Meter und wiegt leer 28.500 Kilogramm. Die Fountaine Pajot Alegria 67 kommt auf 20,32 Meter Länge. Privilège bietet die Serie 6 mit 19,30 Metern an.
Oyster positioniert die C60 als Fahrtenyacht mit höherem Qualitätsanspruch. Die Werft setzt auf ihre Erfahrung im Blauwassersegeln. Preise nennt Oyster noch nicht. Vergleichbare Katamarane dieser Größe kosten zwischen 1,8 und 2,5 Millionen Euro.
Die Werft zeigt in Cannes ein Konzept. Die technischen Daten gelten als vorläufig und können sich ändern. Oyster entwickelt Design und Engineering weiter. Einen Produktionsstart nennt die Werft nicht. Auch Lieferzeiten bleiben offen.

Stellvertretender Chefredakteur YACHT
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