Der Weg zur Taklerin begann für Laura Lühnenschloß nicht in einer Werkstatt, sondern auf dem Wasser. Über das Windsurfen, ein Sportstudium und die Erlebnispädagogik kam sie zur „Thor Heyerdahl“. Auf ihrem ersten Ausbildungstörn im Jahr 2014 lernte sie dort das traditionelle Taklerhandwerk kennen.
Später arbeitete Lühnenschloß mit dem Hamburger Takler Jochen Gnast, unter anderem an der „Rickmer Rickmers“ und der „Peking“. Heute führt sie eine eigene Werkstatt im dänischen Marstal. Aktuell gehört auch die „Sea Cloud“ zu den Schiffen, an deren Rigg sie arbeitet.
Mit der „Thor Heyerdahl“ verbindet sie jedoch mehr als das Handwerk. Das Schiff steht für eine Gemeinschaft, in der junge Menschen Verantwortung übernehmen und an ihren Erfahrungen wachsen. Das Rigg ist dabei nicht nur prägend für das Erscheinungsbild des Dreimasters, sondern auch ein zentrales Element der Ausbildung an Bord.
Laura Lühnenschloß: Es ist ein dreimastiger Toppsegelschoner. Dieser Rigg-Typ eignet sich besonders gut für ein Schulschiff, weil nahezu alle wichtigen Segeltypen vertreten sind: drei Rahsegel, Gaffelsegel, Toppsegel, Stagsegel und Vorsegel.
Das Handling ist aufwendig. Dank der eher großzügig dimensionierten Takelage können bei einer Crew von 30 Schülern jedoch alle mitarbeiten. Genau darin liegt der Wert für die Ausbildung.
Als früheres Frachtschiff läuft das Schiff nicht besonders hoch am Wind. Dafür lassen sich das Setzen, Bergen und Reffen der Segel sehr praxisnah trainieren. Weil das Schiff sehr steif ist, kann es auch bei stärkerem Wind noch vergleichsweise viel Segelfläche tragen.
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Die vielen kleinen Segel schaffen Bereiche, in denen der Wind nicht optimal genutzt wird. Weniger, größere Segel wären effizienter. Für die Ausbildung ist die Unterteilung jedoch ein Vorteil: Viele einzelne Aufgaben ermöglichen es, mehr Crewmitglieder sinnvoll einzubinden.
Der Aufwand ist hoch. Ein Wartungsplan regelt die Arbeiten in unterschiedlichen Intervallen: Das Leder in der Takelage wird möglichst alle zwei Wochen eingefettet, die Drähte des stehenden Guts alle sechs Monate konserviert. Abgeriebenes laufendes Gut wird ersetzt.
In der Werft werden außerdem Holzbelegnägel und ausgebaute Holzblöcke in Leinöl gekocht. So bleibt das Material widerstandsfähig.
Vor allem durch die Jugendarbeit, die seit vielen Jahrzehnten an Bord geleistet wird. Sie ist das zentrale Alleinstellungsmerkmal des Schiffes. Ziel ist es, jungen Menschen zu zeigen, welche Erfahrungen und Möglichkeiten das Leben auf See eröffnen kann.
Mehr über die Arbeit von Laura Lühnenschloß erfahren Sie hier.

Redakteur News & Panorama
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