SailGPDie Liga im Rekordrausch – mit “French Kiss” am Samstag

Tatjana Pokorny

 · 22.08.2026

Das DS Automobiles SailGP Team France war am Samstagabend in Sassnitz in aller Munde. Quentin Delapierre und Les Bleus haben den Liga-Speedrekord fulminant hochgeschraubt.
Foto: Ricardo Pinto for SailGP
Wow! War das ein Rekordfestival an Tag eins beim Rockwool Germany SailGP! Die Sassnitzer Ostseerennstrecke ist auch bei der zweiten Auflage ihrem Ruf als schnellster Kurs der Liga gerecht geworden. Erst hat Schwarz-Rot-Gold die Bestmarke aus dem vergangenen Jahr geknackt. Dann überboten sich weitere fünf F50-Crews, bis Frankreichs Team DS Automobiles die Geschwindigkeit auf sagenhafte 107,63 km/h hochtrieb!

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Man konnte an diesem Samstag kaum so schnell schauen, wie die Teams den im vergangenen Jahr bei der Sassnitz-Premiere aufgestellten Speedrekord von 103,93 überboten. Sechs Mannschaften waren an diesem Samstag schneller als die schnellen Dänen bei ihrem Rekord vor einem Jahr. Zu den Rekordbrechern zählte auch Team Germany. Steuermann Erik Kosegarten-Heil und seine Crew kamen in frischen Winden um 18 Knoten und deutlich strammeren Böen auf 104,6 km/h.

Rasendes Sassnitz-Vergnügen für Segler und Fans

​”Es war beeindruckend, wie die Rekorde immer wieder überboten wurden. Wir hatten die Bestmarke auch, aber sie hat nur eine halbe Stunde gehalten”, erzählte Team Germanys Fahrer Erik Kosegarten-Heil nach den Segelrennen im Speedrausch lächelnd. Auch Großbritannien (104,8 km/h), Brasilien (105 km/h), Spanien (106,55 km/h) und die dänischen Ex-Rekordhalter vom Team Rockwool Racing (106,79) waren schneller als die Schnellsten bei der Premiere. Die neuen Rekordhalter aber kommen aus Frankreich. Sie gaben dem deutschen Gipfel an diesem Samstag bei ihrer letzten Tonnenrundung des Tages den “French Kiss”.

Ich hatte noch nie so ein Gefühl auf einem F50. Das war heute wirklich extrem.” Quentin Delapierre

Quentin Delapierre und das Team DS Automobiles, Titelverteidiger beim Rockwool Germany SailGP, trieben ihren F50-Rennkatamaran auf atemberaubende 107,6 km/h. “Das Boot vibriert dabei ziemlich stark, denn bei diesem Tempo haben wir schon die Kavitation, den Strömungsabriss am Ruder. Das ist auch ein bisschen beängstigend. Dann müssen wir sicherstellen, dass wir trotzdem die Kontrolle behalten. Es ist ganz und gar nicht einfach, bei solchen Geschwindigkeiten auf den Foils zu bleiben.”

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Die schwere Aufgaben der SailGP-Segler im Speedrausch

Zur eigenen Aufgabe sagte Quentin Delapierre: “Ich habe mich nur darauf konzentriert, nicht zu viel Druck auf das Foil zu bekommen.” Über den Balanceakt zwischen Höchstanspannung und Speedvergnügen sagte Delapierre: “Ich habe im SailGP und auf dem F50 das Adrenalin in meinem Sport gefunden. Wenn du in einer Liga wie dieser mit solchen Geschwindigkeiten gegen die anderen segelst, dreht sich alles ums Adrenalin.”

Jason Saunders muss das als Flight Controller managen. Er hat heute einen unglaublichen Job gemacht.” Quentin Delapierre

Die Franzosen lagen nach ihrer imposanten Segelschau in Gruppe A mit 11 Punkten auf Platz zwei hinter Neuseelands Black Foils, die ihr Feld nach souverän bestrittenen drei Rennen mit 12 Zählern anführten. Etwas schwerer taten sich Spaniens co-favorisierte Los Gallos, die mit 7 Punkten und 3 Zählern Rückstand auf die Franzosen zunächst punktgleich mit den viertplatzierten Schweizern auf Platz drei lauern. Hier geht es zu den Samstag-Ergebnissen und den Zwischenständen beim Rockwool Germany SailGP.

Team Germany war in Gruppe B gefordert. Hier ging es ausgeglichener zu: Australiens dreimalige SailGP-Rekordsieger der Bonds Flying Roos führen die Gruppe nach den ersten drei Rennen mit 10 Punkten vor dem schwedischen Team Artemis (9 Punkte) und dem kanadischen Team NorthStar (8 Punkte) an. Und weil es in dieser Gruppe so eng zur Sache geht, hat auch Team Germany (6 Punkte) auf Platz fünf hinter Emirates GBR (7 Punkte) am Sonntag noch eine Chance auf den Finaleinzug.

Das Germany SailGP Team: erst gelitten, dann gesiegt

Zur Halbzeit zog Erik Kosegarten-Heil am Samstagabend in Sassnitz nach den Rängen 6, 5 und 1 eine gemischte Bilanz, sagte: “Wir haben gelitten in den ersten beiden Rennen, sind nicht so richtig reingekommen, haben nicht ganz die richtigen Entscheidungen getroffen in der Startbox. Im dritten Rennen haben wir dann gute Antworten gefunden, den Start und das Rennen gewonnen.” Die Marschroute für Halbzeit zwei am Sonntag ist klar. “Wenn wir um eine Finalchance kämpfen wollen, müssen wir morgen mehr ins Risiko gehen”, wusste der Mann am deutschen SailGP-Steuer.

Mit dem Start-Ziel-Sieg im letzten Samstag-Lauf hat der deutsche Rennstall mit Strategin Anna Barth, Flügeltrimmer Kevin Peponnet, Flight Controller James Wierzbowski und den Grindern Linov Scheel und Will Tiller die rund 7500 Zuschauer im Rennstadion am Ostseeufer spät, aber gewaltig von den Sitzen geholt und den goldenen Schlusspunkt am ersten der beiden Renntage gesetzt. Für Sonntag sind angesichts erneut frischer Prognosen bei flachem Wasser wieder Rekordchancen gegeben. Quentin Delapierre sagte, der Rekord sei schlagbar. Er muss es wissen.

Einige Restkarten sind für das Finale noch hier zu haben. Die Gruppenrennen der 13 Teams werden ab 14 Uhr fortgesetzt und wieder live im ZDF-Sportprogramm übertragen. Die jeweils besten beiden Teams der Gruppen A und B werden etwa ab 15 Uhr das Finale bestreiten. Anreise- und Parktipps für neue Sonntagsbesucher gibt es hier.

Der erste Rennsieg kam im letzten Rennen am Samstag – wie Team Germany die Fans in Halbzeit eins des Rockwool Germany Sail Grand Prix von den Stühlen holte:

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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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