Das Germany SailGP Team fiebert seinem Heimspiel entgegen. Am 22. und 23. August geht es zum zweiten Mal nach der Premiere im vergangenen Sommer auf dem Ostseekurs vor Sassnitz zur Sache. Die Liga hat den Beinahe-Ausverkauf des Ticket-Kontingents bestätigt: Die Veranstalter erwarten übers Wochenende mehr als 13.000 zahlende Zuschauer auf den Tribünen der Rügen-Arena.
SailGP-Geschäftsführer Andrew Thompson sagte bei einer Pressekonferenz zum deutschen Stopp des Rolex SailGP: “Sassnitz bedeutet großartige Rennen und großartige Fans. Schon nach einem Jahr ist Sassnitz zu einem der Favoriten der Teams und der Fans geworden. Wir erwarten auch viele Fans aus Dänemark und Schweden. Wir haben mit dem SailGP im vergangenen Jahr einen wirtschaftlichen Effekt von rund zehn Millionen Euro in der Region erzielt. In diesem Jahr wollen wir, dass das Event noch größer wird”, sagte Thompson.
Auch auf dem Rennkurs wird es noch etwas voller als beim letzten Mal, obwohl inzwischen in sogenannten “Split Fleets”, in zwei Gruppen à sieben und à sechs Booten gesegelt wird: Insgesamt 13 Teams kämpfen vor Rügens Küste beim Rockwool Germany Sail Grand Prix um 800.000 US-Dollar Event-Preisgeld. Für die Besten geht es beim neunten der 13 Gipfel der laufenden sechsten SailGP-Saison auch um den Einzug ins große Finale am Jahresende, dessen Gewinner alleine zwei Millionen US-Dollar Preisgeld abräumt.
Die Liga-Löwen und ihre Jäger blicken der schnellsten Piste im SailGP entgegen, denn in Sassnitz wurde im vergangenen Jahr der noch bestehende Speedrekord von 103.93 km/h vom dänischen Team Rockwool Racing mit Steuermann Nicolai Sehested aufgestellt. Ob er in diesem Jahr überboten werden kann? Erste Prognosen deuteten zu Wochenebeginn zumindest auf frische Winde am Wochenende hin, die Versuche auf dem meist glatten Ostseeparcours beflügeln könnten.
Der deutsche Rennstall von Thomas Riedel, dem viermaligen Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel und weiteren Miteigentümern hat in allen Bereichen in Zusammenarbeit mit Sassnitz, dem Land Mecklenburg-Vorpommern und der Liga viel Vorbereitungsarbeit ins Heimspiel gesteckt. Sportlich peilen Fahrer Erik Kosegarten-Heil und seine Crew auch in diesem Sommer ein Top-Ergebnis in der internationalen Rennsportliga des Segelsports an. Teamchef Tim Krieglstein hat dafür einen Wunschzettel: «Ich habe bestellt: Sonne, Wind und einen Podiumsplatz.»
Den Auftaktrennsieg und die gute Gesamtleistung vor tosendem Publikum im vergangenen Jahr sind dem deutschen SailGP-Team noch in bester Erinnerung. «Das war gigantisch! Wir haben letztes Jahr alle Erwartungen übertroffen. Nicht nur sportlich. Jeder, der in Sassnitz war, ist mit einem Lächeln nach Hause gegangen. Das bleibt im Kopf», sagte Erik Kosegarten-Heil.
In der laufenden Saisonmeisterschaft liegt Schwarz-Rot-Gold nach wechselhaften Leistungen in seiner erst dritten Saison auf Platz acht. Als bewusst ehrgeizig gewähltes Saisonziel hatte sich das Team um den zweimaligen Olympia-Dritten Erik Kosegarten-Heil zu Jahresbeginn Platz sechs gesetzt. Dafür muss es bei den verbliebenen fünf Events noch etwas aufwärts gehen. Dabei weiß die Crew: Im vergangenen Jahr hatte das Heimspiel nach zuvor ebenfalls unbeständigen Ergebnissen die positive Trendwende markiert. Nach dem Sassnitz-Erfolg hatte Team Germany 2025 auf dem Genfersee sein erstes Event gewonnen.
Im Vergleich zum vergangenen Jahr habe sich das Team laut Coach Lennart Briesenick “unglaublich entwickelt, wie wir das Boot technisch segeln”. Auch stark sind “die Werte, wie viele Plätze wir von den Starts bis ins Ziel gewinnen”. Dennoch gab es auch in dieser Saison Aufs und Abs für den deutschen Rennstall, die sich tweilweise nach wie vor durch die mangelnden Trainingsmöglichkeiten für neuere Teams in der Liga erklären lassen.
Die Zahlen zeigen, wie schwer es ist, ohne Trainingsmöglichkeiten, wie sie ab Herbst im neuen Langzeittrainingszentrum in Pensacola endlich möglich sein sollen, die Lücke zu den auch im America’s Cup erfahrenen Top-Teams zu schließen. Die Durchschnittsplatzierungen von Team Germany hatten sich vom ersten zum zweiten Jahr als neues Team im SailGP von 7,75 auf 7,16 verbessert. Nach fast zwei Dritteln der laufenden Saison liegt der Schnitt für diese Saison aktuell noch bei 7,5. Das soll sich bei den verblieben fünf Events ändern. Ein weiterer Ansatzpunkt sind die unterschiedlich gelungenen Starts. Auch Lennart Briesenick weiß: “Unsere Startstatistiken sind noch nicht gut genug.”
Die Konstanz bei den Starts ist eine Herausforderung, an der wir intensiv arbeiten.” Lennart Briesenick
Das Motto für das Ostseekräftemessen aber ist angriffslustig. Lennart Briesenick sagt: “Wir gehen mit der vollen Motivation in Sassnitz rein, dass für uns alles offen ist!” Wie es für Team Germany beim Heimspiel läuft und ob der Trend wie im vergangenen Jahr nach oben zu biegen ist, können alle, die es nicht nach Sassnitz schaffen, auch im ZDF verfolgen. Das Zweite ist mit starkem Aufgebot in Sassnitz, plant bereits für Freitagmorgen (21. August) die ersten Beiträge und eine Schalte aus Sassnitz gegen 8.20 Uhr im Morgenmagazin.
Am Samstag ist der SailGP im Rahmen des Sportnachmittags von 13.40 bis 15.40 neben mit DFB-Pokalzusammenfassungen im Zweiten zu sehen. Am Sonntag ist der SailGP-Segelsport von 14 bis 19 Uhr Teil eine Verbundsendung, in der auch weitere Höhepunkte anderer Sportarten zu sehen sind. Am Montag nach dem Deutschland-Gipfel wird im ZDF-Mittagsmagazin ein Nachbericht gezeigt. Für das ZDF im SailGP-Einsatz sind Moderatorin Amelie Stiefvatter, Kommentatorin Kristin Recke, Co-Kommentator Felix van den Hövel und als Reporter auf dem Wasser Nils Kaben.

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