America’s CupHerausforderer gesucht – so geht der Louis Vuitton Cup

Tatjana Pokorny

 · 22.07.2026

Der Weg zum America's Cup (l.) führt nur über den Sieg in der Herausfordererserie um den Louis Vuitton Cup (r.).
Foto: Ian Roman/America's Cup
Regattadirektor Iain Murray hat in dieser Woche das Format und den Zeitplan für den Louis Vuitton Cup veröffentlich. Die Herausfordererserie zum 38. America’s Cup soll mit spektakulären Fleetraces für alle sieben AC75er beginnen – Verteidiger inklusive. Dann geht es fast nonstop mit Duellrunden weiter. Dabei haben Davids im Kampf mit Goliaths mehr Chancen als beim letzten Mal.

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Bislang stand nur der Termin für den Showdown: das 38. Match um den America’s Cup zwischen dem noch zu ermittelnden Herausforderer und den neuseeländischen Verteidigern. Das Duell soll am 10. Juli im neuen italienischen Cup-Revier vor Neapel beginnen und könnte bis zum 26. Juli andauern. Doch wer darf bei der 38. Cup-Edition die Kiwis zum Duell um “Auld Mug” fordern?

Sechs Herausfordererteams wollen sich dieses Recht erkämpfen, nur einer kann gewinnen. Die Challenger sind Sir Ben Ainslies britisches Team GB 1, Patrizio Bertellis Team Luna Rossa (Italien), Ernesto Bertarellis Tudor Team Alinghi (Schweiz), das französische La Roche-Posay Racing Team mit den Co-Dirigenten Stephan Kandler und Bruno Dubois, Team Australia und das American Racing Challenger Team USA.

Doch auch für die Herausfordererserie um den Louis Vuitton Cup gilt die älteste America’s-Cup-Weisheit: “There is no second – es gibt keinen Zweiten”. Nur die Sieger im Louis Vuitton Cup erwerben das Recht, das Emirates Team New Zealand zum Duell um die wichtigste Silberkanne des internationalen Segelsports fordern zu dürfen.

Louis Vuitton Cup: erst Fleetraces, dann drei Round-Robin-Runden

Für die kommende Herausfordererrunde hat der erfahrene Regattadirektor Iain Murry jetzt das Format und den Zeitplan bekanntgegeben. Die Rennen der ersten Gruppenphase beginnen am 22. und 23. Mai 2027 mit sechs Fleetraces über zwei Tage. Angekündigt ist ein Wochenende, “das es in der 175-jährigen Geschichte des America’s Cup noch nie gegeben hat”: Zum ersten Mal treten sieben AC75-Yachten auf einem Kurs gemeinsam zu Wettfahrten an.

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Fortgesetzt wird der Kampf um den Louis Vuitton Cup an 26. Mai. Dann geht es im klassischen Duellformat weiter: Die Eröffnungsrunde der dreiteiligen Round-Robin-Phase (”Jeder gegen jeden”) von Mittwoch bis Freitag umfasst 21 Rennen über drei Tage bis einschließlich 28. Mai 2027. Neben den sechs Herausforderer-Teams sind Neuseelands Cup-Verteidiger schon mit Beginn der Fleetraces und bis zur dritten Round-Robin-Runde aktiv dabei. Die Ergebnisse fließen aber nicht in die entscheidende Wertung der Herausforderer ein.

​Den Herausforderern bleibt keine Atempause, denn an die erste schließt sich die zweite Round-Robin-Runde fast nahtlos an: Sie beginnt unmittelbar am Wochenende des 29. und 30. Mai und endet am Montag, dem 31. Mai 2027. Erneut stehen 21 Matchraces auf dem Programm. Für den Fall von Bruch oder Materialproblemen ist das eine brisante Planung. Gut dran sein wird, wer sein Boot und sein Material im Griff behält.

Der Hoffnungslauf der Herausforderer: mehr Einsätze, mehr Chancen

Eine Pause ist für den 1. bis 8. Juni vorgesehen, bevor vom 9. bis 11. Juni 2027 die dritte und letzte Round-Robin-Runde läuft. Erneut sind 21 Rennen geplant, in denen die Teams final um einen Platz im Halbfinale des Louis Vuitton Cup kämpfen. Nach Abschluss dieser dreiteiligen Gruppenphase 2 werden ziehen die drei besten Herausforderer automatisch ins Halbfinale ein.

Bei dieser Auflage wurde aber auch an die gedacht, die am Ende der drei Round-Robin-Runden nicht in den Top-Drei positioniert sind. Sie scheiden nicht direkt aus, sondern bekommen in Gruppenphase 3 eine Comeback-Chance. Sie dürfen in der „Repêchage“, dem sogenannten Hoffnungslauf, am Wochenende vom 12. bis 13. Juni 2027 noch einmal ausführlich miteinander kämpfen.

Dabei treffen zuerst die nach den drei Round-Robin-Runden auf den Plätzen fünf und sechs liegenden Herausforderer im Duell aufeinander. Dafür erhält das höher platzierte Team vorab einen Bonuspunkt. Wer zuerst drei Siegpunkte sichern kann, darf mit dem viertplatzierten Herausforderer unter den gleichen Bedingungen um den vierten und letzten Halbfinalplatz im Louis Vuitton Cup ringen.

Finale im Kampf um den Louis Vuitton Cup

Stehen die Halbfinalisten einmal fest, wird die Herausfordererserie vom 16. Juni bis zum 4. Juli mit den Halbfinals und dem Finale um den Louis Vuitton Cup fortgesetzt. Das Format und die Wertung für die Halbfinalbegegnungen und auch für das Finale im Kampf um den Louis Vuitton Cup sind leicht verständlich konzipiert: Jeweils 13 Rennen sind angesetzt. Wer zuerst sieben Siege erzielt, gewinnt – wie zuletzt 2024 Team Ineos Britannia – im Finale das Recht, die Kiwis im 38. America’s Cup zum Duell um die bodenlose Kanne fordern zu dürfen.

Fünf Tage bleiben den Top-Herausforderern danach mindestens zur Vorbereitung auf den Showdown mit dem Emirates Team New Zealand: das 38. Match um den America’s Cup, bei dem ebenfalls sieben Siege für den Cup-Triumph notwenig sind. Ginge das Duell ab 10. Juli über die volle Distanz der maximal 13 Duelle, markiert der 19. Juli den Finaltag.

Regattadirektor Ian Murray kann den Zeitplan erweitern, wenn Wetter und Wind den Plänen hier oder da einen Strich durch die schöne Italien-Rechnung machen. Es ist auch die Cup-Premiere in der Heimat der so segelaffinen Azzurri, die dieser Cup-Auflage in der Bucht von Neapel ihren ganz besonderen Charakter verleiht.

Das Format für den 38. Louis Vuitton America’s Cup Schritt für Schritt erklärt:

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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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