Der Name Sven Yrvind ist aus der Szene der Einhandsegler nicht wegzudenken. 1980 rundete der Schwede als erster Solosegler seines Landes Kap Hoorn – in einem nur 5,90 Meter langen Aluminiumboot. Später entwickelte er einen Mini-Sextanten, nicht größer als ein Daumennagel. Der Royal Cruising Club ehrte ihn mit der renommierten Seamanship Medal, die US-Hall of Fame nahm ihn in ihre Riege der Einhandsegler auf.
Doch der Schwede segelt nicht nur außergewöhnliche Mikroboote – er konstruiert sie auch selbst. Seine Arbeit dokumentiert er online, berichtet regelmäßig über den Fortschritt auf YouTube. Und mit 87 Jahren denkt er nicht ans Aufhören: Aktuell werkelt er an einem neuen Boot.
Es misst 5,2 Meter Länge und 1,4 Meter Breite, gefertigt in Sandwich-Bauweise: 30 Millimeter Divinycell-Schaum zwischen Lagen aus Polyester und Epoxidharz. Die Form des Neubaus ähnelt seinen Vorgängern, wie zum Beispiel der Exlex. Knallgelber Anstrich, kapselartige Form: Yrvinds Konstruktion erinnert an ein U-Boot. Drei Masten soll der Neubau tragen, ausgelegt für siebeneinhalb Quadratmeter Segel. Unterm Rumpf hängt ein Doppelkiel.
Lange dauert es nicht mehr, bis der neueste Minikreuzer fertig ist. Für den Rumpf fehlen noch Elektrik und ein paar Kleinigkeiten, sagt Yrvind. Auch das Rigg steht noch nicht. Wann genau er fertig wird, bleibt offen. Der Plan, was er damit vorhat, steht bereits.
Zunächst will Sven Yrvind sein Boot vor der schwedischen Ostseeküste testen. Dann transportiert er es per Trailer nach Irland. Von dort segelt er nach Madeira – eine bewährte Route für Atlantiküberquerungen. Das Ziel: Beaufort, South Carolina, an der US-Ostküste. Die Distanz von Madeira dorthin beträgt über 3.100 Seemeilen. Eine beachtliche Strecke für ein 5,20-Meter-Boot mit einem 87-jährigen Skipper an Bord.

Redakteur News & Panorama