Der Segler hatte großes Glück. Sein Boot, laut DGzRS ein 15er-Jollenkreuzer, trieb führerlos auf der Flensburger Förde, während die Besatzung einer Motoryacht den Schiffbrüchigen aus dem Wasser holte. Die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) schleppten das herrenlose Boot anschließend in den Hafen.
Gegen 14.30 Uhr empfing die Seenotküstenfunkstelle Bremen Rescue Radio der DGzRS in der Rettungsleitstelle See, dem Maritime Rescue Coordination Centre (MRCC) Bremen, einen Mayday-Ruf. Über den internationalen UKW-Sprechfunk-Not- und -Anrufkanal 16 meldeten Segler ein führerloses Segelboot in der Nähe des Leuchtturms Kalkgrund.
Die Einsatzleiter alarmierten daraufhin die Seenotrettungsboote “Werner Kuntze” der Station Langballigau und “Ursula Dettmann” der Station Gelting. Etwa zeitgleich ging in der Rettungsleitstelle See das Notsignal einer ausgelösten persönlichen Notfunkbake (Personal Locator Beacon, PLB) aus demselben Seegebiet ein. Welche technischen Systeme die Suche nach einer über Bord gegangenen Person unterstützen können, zeigt unser Praxistest eines MOB-Ortungssystems.
Wenige Minuten nach dem Auslaufen meldete sich die Crew einer Motoryacht bei Bremen Rescue Radio. Sie hatte einen Mann aus dem Wasser gerettet. Der Schiffbrüchige war nach Angaben der DGzRS wohlauf, aber leicht unterkühlt.
Die Ursula Dettmann lief zunächst die Motoryacht an. Dabei stellte sich heraus, dass der Gerettete die PLB ausgelöst hatte. Medizinische Hilfe benötigte er nicht. Die Seenotretter nahmen anschließend Kurs auf den führerlosen Jollenkreuzer und gingen längsseits. Zwei Rettungsmänner stiegen auf das 6,5 Meter lange Boot über und stellten eine Leinenverbindung her.
Danach schleppte die Ursula Dettmann den Havaristen in den Hafen. Die Motoryacht hatte ebenfalls dort festgemacht. Ihre Besatzung brachte den Schiffbrüchigen sicher an Land.
Zum Zeitpunkt des Einsatzes wehte der Wind aus Nordwest mit vier bis fünf Beaufort. Der Seegang lag bei etwa einem Meter, die Wassertemperatur bei rund 19 Grad Celsius.
Wie hoch das Risiko einer Unterkühlung bei dieser Wassertemperatur ist und wie man einer unterkühlten Person am besten hilft, lesen Sie in unserem Spezialartikel.
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Erste Hilfe an Bord – Medizintafeln konzentriert sich auf die medizinische Versorgung nach einem Unfall an Bord. Die Tafeln behandeln die Untersuchung von Verletzten und Kranken, die Versorgung von Wunden und Knochenbrüchen sowie lebensbedrohliche Notfälle. Für das Thema Unterkühlung finden sich im Manöverteil konkrete Erste-Hilfe-Grundlagen und Hinweise zur Bordapotheke.

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