52 Super Series“Paprec”-Triumph – “17 Jahre auf diesen Sieg gewartet”

Tatjana Pokorny

 · 26.07.2026

Team Paprec stürmte vor Lanzarote zum historischen ersten TP52-Event-Sieg der Franzosen.
Foto: Nico Martinez/52 Super Series
Historischer Franzosen-Erfolg in der 52 Super Series: Jean-Luc Petithuguenins “Paprec” hat den Lanzarote-Gipfel gestürmt. Der ersehnte erste Erfolg gelang 17 Jahre nach dem ersten TP52-Einsatz des Eigners mit seinem treuen Co-Eigner und Projektmanager Stephane Névé, Segellegende Loïck Peyron und dem Vendée-Globe-Zweiten Yoann Richomme. Bestes Team am Schlusstag war Harm Müller-Spreers Crew auf “Platoon Aviation”.

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Dieser Sieg war überfällig. Schon im vergangenen Jahr war Team Paprec nahe dran, die TP52-Weltmeisterschaft im Rahmen der 52 Super Series zu gewinnen, musste sich dann aber mit nur einem Punkt Rückstand im Duell mit den Rekordmeistern Team American Magic Quantum Racing geschlagen geben. In diesem Jahr holten Les Bleus Platz sechs bei der WM, die das US-Team “Sled” gewann. Beim zweiten Saison-Event in Puerto Portals war “Paprec” trotz Rennsieg und Top-Platzierungen nach einer Achterbahnfahrt durchs Klassement nur Platz neun geblieben.

52 Super Series: “Paprec”-Crew feiert historischen ersten Event-Sieg

Jetzt aber ist vor Lanzarote der französische Knoten geplatzt. Die “Paprec”-Crew um Jean-Luc Petithuguenin sicherte sich ihren ersten Regattasieg in der 52 Super Series. Der Coup gelang, weil die Franzosen in den beiden schwierigen und windreichen Finalrennen die Nerven behielten, während andere patzten. Ohne nennenswerte Fehler stürmten die Bretonen mit den Rängen 5 und 2 zum Erfolg, gewannen mit der Marina Rubicón Lanzarote Sailing Week das dritte Event der Saison.

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“Paprec” war von Platz drei aus mit einem Punkt Rückstand auf Weltmeisterin “Sled” und die italienische “Alkedo Vitamina” ins siebte und letzte Rennen gestartet. Dabei brachte sich die veritable Konkurrenz selbst um die Siegchancen. Schon zum Auftakt war “Alkedo Vitamina” eine von drei Frühstarterinnen. Im Verlaufe des Rennens dann kassierten die “Sled”-Weltmeister einen Penalty. Im Ziel reichte “Paprec” Rang zwei zum Event-Triumph, weil “Alkedo Vitamina” Fünfte wurde und “Sled” nicht über Platz zehn hinauskam.

Bei der seit dem vergangenen Jahr sportlich zunehmend erfolgreich von Taktiker und Offshore Tausendsassa Loïck Peyron geführten “Paprec”-Crew, die vor Lanzarote erstmals mit dem Vendée-Globe-Zweiten Yoann Richomme als Navigator im Einsatz war, brachen nach dem Erfolg alle Dämme. Eigner Jean-Luc Petithuguenin sagte: “Ich habe die letzten 17 Jahre darauf gewartet, am Ende einer TP52-Regatta zu gewinnen, und ich bin so glücklich! Das kann man sich gar nicht vorstellen.”

”Kleines französisches Team aus der Bretagne” ganz groß

Das überwältigende Gefühl erklärte Petithuguenin noch etwas genauer: “Ihr wisst ja, ich habe bei Null angefangen. Ich habe vor 30 Jahren mit meiner Familie bei meiner ersten Regatta mit Stéphane Névé in Brest angefangen. Und deshalb ist es für mich etwas Unglaubliches: Ein kleines französisches Team aus der Bretagne, der französischen Bretagne, hat es geschafft zu gewinnen – gegen all diese Stars, all diese Jungs, die zur absoluten Weltspitze im Segelsport gehören.”

Co-Eigner, Projektleiter und Skipper Stéphane Névé, der schon seit 30 Jahren mit Petithuguenin und seiner Familie segelt, wischte sich nach dem Finale im Hafen noch die Tränen aus den Augen, als er sagte: “Das waren einfach zu viele Emotionen für mich, nachdem wir die Ziellinie überquert hatten. Wenn man bedenkt, dass unser erstes Rennen mit einer TP52 im Jahr 2009 stattgefunden hat und wir 17 Jahre auf diesen Sieg gewartet haben – das war heute wirklich verrückt für uns!”

Team Paprec zählte 2012 zu den ersten Teams, die der offiziell gegründeten 52 Super Series beitraten. Seitdem gehören Petithuguenin und sein Team zu den leidenschaftlichsten Unterstützern der Rennserie. Der Eigner würdigte nach dem Erfolg vor allem seine Crew, nicht zuletzt Stéphane Névé. Für Jean-Luc Petithuguenin, der einst das kleine Recycling-Unternehmen Paprec zu einem erfolgreichen Konzern umgebaut hat und den französischen Segelsport auf vielen Ebenen stark unterstützt, markiert der Lanzarote-Sieg den größten sportlichen Erfolg seines Segelteams, von dem er sagt: “Sie sind meine zweite Familie.”

“Platoon Aviation” wieder endspurtstark: zwei “Bullets” im Finale

Im Glück der Franzosen ging fast unter, dass Harm Müller-Spreers Crew auf “Platoon Aviation” wieder einmal makellose Endspurtqualitäten demonstrierte. Das Team um den Eigner und Steuermann und Taktiker Vasco Vascotto zeigte am Finaltag mit zwei Rennsiegen in Folge, zu was die Weltmeister von 2017, 2019 und 2023 imstande sind. Zwei Punkte nur fehlten den Event-Vierten nach ihrer unwiderstehlichen Schlussgala zum Sprung aufs Lanzarote-Podium der 52 Super Series. Hier geht es zu den Ergebnissen von Lanzarote und der Saisontabelle.

Mit der fulminanten Leistung bleibt “Platoon Aviation” stark in der 52 Super Series, die nach drei von fünf Events von Weltmeisterin “Sled” mit insgesamt 120 Punkten angeführt wird. Die einzige deutsche TP52 liegt mit 137 Punkten in Lauerstellung auf Platz zwei. Dichter herangekommen sind “Alkedo Vitamina” (140 Punkte) und “Paprec” (157 Punkte). Auf Platz fünf unter insgesamt 16 TPs liegt die niederländische “No Way Back” mit 165 Punkten.

Entsprechende Spannung liegt vor den verbliebenen zwei Saison-Events in der Luft. Für die Flotte der 52 Super Series geht es im Spätsommer vor Lanzarote weiter: Der Puerto Calero Lanzarote Royal Cup steigt vom 24. bis 29. August. Die Saison endet vom 5. bis 10. Oktober im früheren America’s-Cup-Revier von Valencia mit der 52 Super Series Valencia Sailing Week.

Replay! Das Finale von Lanzarote:

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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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