Rolex-TP52-WeltmeisterschaftWeltmeister! "Platoon" siegt vor Puerto Portals

Tatjana Pokorny

 · 28.08.2019

Rolex-TP52-Weltmeisterschaft: Weltmeister! "Platoon" siegt vor Puerto PortalsFoto: 52 Super Series

Eigner und Steuermann Harm Müller-Spreer und seine "Platoon"-Crew haben es bis zum letzten Rennen spannend gemacht – dann war der zweite Titel nach 2017 perfekt

  Weltmeister Harm Müller-Spreer im Glück Martinez Studio Foto: 52 Super Series
Weltmeister Harm Müller-Spreer im Glück Martinez Studio

Harm Müller-Spreer und sein internationales Team auf "Platoon" haben zum zweiten Mal nach 2017 die Rolex- TP52-Weltmeisterschaft im weltweit führenden Einrumpf-Circuit gewonnen. Vor Puerto Portals missglückte der Mannschaft zwar der letzte Tag mit den Einzelrängen 8 und 9 gründlich, doch das konnte den Triumph aus zwei Gründen nicht mehr vereiteln: Zum einen hatte das Team um den Hamburger Eigner und Steuermann Harm Müller-Spreer an den vorangegangenen Tagen herausragend agiert – insbesondere am Mittwoch, als gleich zwei souveräne Tagessiege in Folge gelangen. Zum anderen konnte das Team auf der Rivalin "Azzurra" die von der "Platoon"-Crew unfreiwillig eingeräumten Chancen nicht nutzen, blieb selbst am letzten Tag mit den Rängen sechs und acht unter seinen Möglichkeiten. Am Ende reichte dem Hamburger Projektentwickler und Investor Harm Müller-Spreer mit seiner Crew ein Punkt Vorsprung zum hart erarbeiteten, dann aber umso süßeren zweiten WM-Sieg.

  Das offizielle Weltmeister-Bild für "Platoon" Martinez Studio Foto: 52 Super Series
Das offizielle Weltmeister-Bild für "Platoon" Martinez Studio
  Sie wollten den WM-Titel unbedingt, doch am Finaltag versanken die Träume in den Fluten der Bucht von Palma: die "Azzurra"-Crew. Alberto und Pablo Roemmers blaues Boot segelte auf Platz zweiFoto: 52 Super Series / Martinez Studio
Sie wollten den WM-Titel unbedingt, doch am Finaltag versanken die Träume in den Fluten der Bucht von Palma: die "Azzurra"-Crew. Alberto und Pablo Roemmers blaues Boot segelte auf Platz zwei

"Wir haben uns heute zweimal selbst in den Fuß geschossen", konstatierte Harm Müller-Spreer im ersten Interview kurz nach dem neunten und letzten Rennen. Doch dann konnte sich der Doppel-Weltmeister vom Norddeutschen Regatta Verein freuen: "Jetzt sind wir glücklich. Dieser zweite Titel nach 2017 ist eine große Leistung." Auf Platz drei segelte in der Bucht von Palma die russische "Bronenosec Gazprom". Pech hatten die Co-Favoriten auf der türkischen "Provezza", bei denen schon am ersten Tag der Mast gebrochen war. Zwar gelang es der in der 52 Super Series beliebten Mannschaft um Eigner Ergin Imre auch dank vieler Hilfsangebote der Konkurrenz, am dritten Renntag wieder durchzustarten, doch vier verpasste Rennen waren nicht mehr auszugleichen. Trösten kann sich die zuletzt mit stark ansteigender Leistungskurve segelnde Mannschaft immerhin mit der Erkenntnis, das beste WM-Boot in der Addition jener Wettfahrten gewesen zu sein, die sie hatte bestreiten können.

  Die WM-Wertung nach insgesamt neun Wettfahrten. Ein Punkt reichte der "Platoon"-Crew zum SiegFoto: Screenshot/TP52 Weltmeisterschaft 2019
Die WM-Wertung nach insgesamt neun Wettfahrten. Ein Punkt reichte der "Platoon"-Crew zum Sieg
  "Phoenix 12"-Steuerfrau Tina Plattner Martinez Studio Foto: 52 Super Series
"Phoenix 12"-Steuerfrau Tina Plattner Martinez Studio

Während "Platoon" den WM-Titel abgeräumt hat und sich die "Azzurra"-Crew beim letzten Zieldurchgang vor Puerto Portals sichtlich frustriert zeigte, hat das italienisch-argentinische Team seine – nun ein wenig zusammengeschmolzene – Führung in der Saisonwertung trotzdem noch verteidigen können. Vor dem Finale im September vor Sardinien sind die Italiener mit 133 Punkten Spitzenreiter vor "Platoon" (139 Punkte) und dem amerikanischen Team Quantum Racing (144 Punkte), das sich bei der Weltmeisterschaft mit Platz sechs arrangieren musste. Auf die WM-Plätze sieben und acht segelten bei der wichtigsten internationalen Profiserie auf Einrumpfyachten die Crews von Tina Plattner und ihrem Vater Hasso Plattner auf ihren Yachten "Phoenix 12" und "Phoenix 11". Das Familien-Doppelteam war erst im vergangenen Jahr in die Serie eingestiegen. Zum WM-Auftakt hatte Tina Plattners Team mit der einzigen Steuerfrau in der von Männern dominierten Serie sogar für einen Tag die Führung übernommen und dafür viel Lob erhalten.

  Tina Plattner und ihre "Phoenix 12"-Crew segelten bei der Weltmeisterschaft nach starkem Auftakt auf Platz siebenFoto: 52 Super Series / Martinez Studio
Tina Plattner und ihre "Phoenix 12"-Crew segelten bei der Weltmeisterschaft nach starkem Auftakt auf Platz sieben

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