Boris Herrmann wird mit seinem Neubau nicht lange fackeln. Nach dem Stapellauf am 6. Juli und der Taufparty am 18. Juli, bei der auch das zehnjährige Jubiläum von Team Malizia gefeiert wird, geht es für den 45-Jährigen nach dem Kieler-Woche-Einsatz mit dem Forschungsschiff “Malizia Explorer” und dem Sommertörn mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beim Heimspiel in Kiel endlich wieder sportlich zur Sache.
Nur wenige Wochen der Vorbereitung bleiben Team Malizia nach dem Stapellauf bis zur Premiere des Ocean Race Atlantic von New York nach Lorient. Der Startschuss zum Mannschaftsrennen über den großen Teich fällt bereits am 1. September im Big Apple. Und da muss das neue Boot zuvor noch hinüberführt werden.
Auch danach geht es mit der werftneuen Imoca atemlos weiter, denn schon am 1. November fällt um 13.02 Uhr in Saint-Malo der Startschuss zur Route du Rhum. Team Malizia hat jetzt bestätigt, dass Boris Herrmann das legendäre Rhum-Rennen im Solo mit der neuen “Malizia 4” bestreiten wird. Damit wird der Atlantik in der zweiten Jahreshälfte zu einer Art “Hauptwohnsitz” für Deutschlands bekanntesten Segler.
Die 13. Edition der „Route du Rhum – Destination Guadeloupe“ wird auch in diesem Jahr die besten Solisten der Segelwelt auf dem Atlantik zusammenbringen. Von Sam Goodchild und Thomas Ruyant über die angriffslustigen Frauen wie Violette Dorange, Frankie Clapcich und Élodie Bonafous bis hin zu starken Playern wie Seb Simon, Ambrogio Beccaria, Corentin Horeau und Jérémie Beyou sind alle namhaften Solisten mit aktiver Imoca am Start. Auch der Schweizer Oliver Heer ist im Feld der 26 Imoca-Solisten dabei. Fehlen wird allen einer: der am 11. Juni verstorbene Charlie Dalin.
Der Einhandgipfel Route du Rhum wird im Vier-Jahres-Rhythmus ausgetragen. Zur kommenden Auflage werden insgesamt 117 Solisten erwartet. Weitere kurzfristige Wild-Card-Starts sind möglich. Der Kurs führt von Saint-Malo in Nordfrankreich nach Pointe-à-Pitre auf Guadeloupe in die Karibik.
Zurückzulegen ist eine theoretische Distanz von 3.542 Seemeilen (6.560 km). Profis, bekannte Persönlichkeiten des Segelsports und leidenschaftliche Amateursegler gehen gemeinsam ins Rennen, das inzwischen in sechs Klassen ausgetragen wird: Ultim, Imoca, Ocean Fifty, Class40, Vintage Multi und Vintage Mono. Der Imoca-Klasse dient das Rennen zudem als Qualifikation für die Vendée Globe 2028/2029.
Für Team Malizia ist die „Route du Rhum – Destination Guadeloupe 2026“ ein wichtiger Meilenstein in einer vollgepackten ersten Saison mit seinem mit großer Spannung erwarteten neuen Boot. Schon vor der Route du Rhum steht mit dem Ocean Race Atlantic die Erstauflage des neuen Mannschaftsrennen von New York nach Lorient auf dem Programm. Das Ocean Race Atlantic ist wie auch das im vergangenen Jahr von Team Malizia bestrittene Ocean Race Europe ein Ableger von The Ocean Race.
Das Mutterrennen The Ocean Race ist das bekannteste Mannschaftsrennen in Etappen um die Welt. Team Malizia will es im America’s-Cup-Jahr 2027 bestreiten. Dass Boris Herrmann nun auch die Route du Rhum in seinen ehrgeizigen Regattaplan aufgenommen hat, spiegelt seinen Bedarf an maximal vielen Test- und Optimierungsrennen für die Neue wider, aber auch seine Leidenschaft für den Klassiker.
Die Route du Rhum ist eines der legendären Rennen in unserem Sport, und ich freue mich sehr, wieder an den Start zu gehen – diesmal auf unserem neuen Boot.“ Boris Herrmann
Der in Hamburg lebende sechsmalige Weltumsegler blickt der ersten großen Soloherausforderung mit der neuen “Malizia 4” voller Vorfreude entgegen, sagte: “Dies wird meine dritte Teilnahme an diesem Rennen sein, aber jede Ausgabe ist anders, und jedes Boot bringt neue Herausforderungen mit sich. Ein neues Imoca-Boot bedeutet immer viel Arbeit, Lernaufwand und Vorbereitung. Daher ist es wirklich aufregend, dass der Stapellauf nur noch eine Woche entfernt ist und wir bereits nach Saint-Malo blicken.”
Herrmann erklärte eine Woche vor dem Stapellauf in Lorient: “Die Route du Rhum wird mein erstes Einhandrennen auf diesem Boot sein und einen sehr wichtigen Schritt im Vorfeld der Vendée Globe sowie in unserem umfassenderen Rennprogramm für Team Malizia darstellen.“ Nach Platz fünf bei seiner Route-du-Rhum-Premiere 2018 und Platz 24 beim zweiten Einsatz 2022 dürfte es spannend werden, zu was Boris Herrmann seine neue Imoca in ihren ersten Monaten dann schon antreiben kann.
Mit “Malizia 4” schlägt Team Malizia zehn Jahr nach seiner Gründung durch Pierre Casiraghi und Boris Herrmann im Jahr 2016 ein neues, drittes großes Rennstallkapitel auf. Nach dem Stapellauf wird das Team direkt seine intensive erste Sommertest- und Trainingsphase einläuten, um Skipper, Crew und vor allem das Boot für die bevorstehenden, noch größeren Herausforderungen zu rüsten.
Wie bereits die früheren Boote von Team Malizia wird auch die neue Imoca mit dem OceanPack ausgestattet sein. Das automatisierte Minilabor ist während des Trainings und der Wettkämpfe in Betrieb, sammelt wertvolle Daten für Forschung und Wissenschaft, die auch der Langzeitforschung und dem besseren Verständnis der Rolle der Ozeane im Klimasystem dienen.

Freie Reporterin Sport
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