Tatjana Pokorny
· 02.09.2026
Entschlossen, schnell und gleich zum Auftakt siegreich: Boris Herrmann und Team Malizia haben The Ocean Race Atlantic fulminant eröffnet. Die neue “Malizia 4” zischte wie auf Schienen los. Der Skipper steuerte seine neue Rakete selbst. Dabei durfte man sich in der Eröffnungsphase nicht von den im Tracker angezeigten Platzierungen täuschen lassen.
Weil sich die Flotte nach dem Start schnell nach Süden – und damit weg von der theoretischen Ideallinie – bewegte, wurden Team Malizia und das japanische DMG Mori Sailing Team zunächst auf den Plätzen fünf und sechs geführt. Tatsächlich waren sowohl “Malizia 4” als auch die ihr folgende “DMG Mori Global One” am schnellsten unterwegs.
Doch ihr Kurs führte wie auch der von den Verfolgern nach Süden. Nur schneller. Und damit vorerst auch schneller von der Ideallinie zum Zielhafen weg. So ordnete der Tracker ihnen hintere Plätze zu, obwohl sie das Feld in der Realität anführten. Im Süden des Nordatlantiks wollen sich die Teams in Position fürs Tief bringen, das sie über den Atlantik nach Lorient katapultieren soll.
Schon eine Stunde nach dem Rennstart stand für die sechs Herausforderer im Ocean Race Atlantic der erste der täglich ausgetragenen “Superspsrints” auf dem Programm. Dabei geht es darum, welches Team unabhängig von seiner aktuellen Position binnen der für alle festgelegten 20 Minuten die größte Distanz zurücklegen kann. “Malizia 4” hat dieses erste Kräftemessen dominant gewonnen. Die Plätze zwei und drei sicherten sich “DMG Mori Global One” und die Schweizer “Embrace the Challenge”.
Damit haben Boris Herrmann, Cole Brauer, Justine Mettraux und Julien Villion die ersten sechs Punkte für die Sprintwertung bei diesem Transat abgeräumt. Die genauen Distanzen wollen die Veranstalter nachliefern. Es war “11th Hour Racing”-Skipperin Francesca Clapcich, die an Bord der ehemaligen “Malizia 3” in der Anfangsphase des Ocean Race Atlantic als Erste ihren Respekt in Richtung Team Malizia schickte.
Wir versuchen, seit dem Start schnell zu sein. Man kann aber sehen, dass ‘Malizia’ mit einer völlig anderen Geschwindkeit unterwegs ist als alle anderen.” Frankie Clapcich
Der Blitzstart ins Ocean Race Atlantic war zwei vorangegangenen Startverschiebungen gefolgt, bis die Wettfahrtleitung das halbe Dutzend Imoca-Crews um 16 Uhr ins Rennen geschickt hatte. Leichte Winde auf dem Weg ins Startrevier hatten die Flotte langsamer vorankommen lassen als gedacht. Auf dem südlichen Kurs donnerte “Malizia 4” auch nach dem ersten Supersprint weiter voran, hatte die Bugspitze auch am Mittwochabend noch deutlich vor dem ihr folgenden Feld.
Zwischen knapp sieben bis etwa neun Seemeilen lagen die vier dichtesten Verfolgerinnen “DMG Mori Global One”, “Embrace the Challenge”, “United by the Ocean” und “11th Hour Racing” nach dreieinhalb Stunden hinter “Malizia 4” zurück. Conrad Colmans Außenseiterin “MSIG Europe”, die der Tracker zu dem Zeitpunkt weiter als vermeintliche Spitzenreiterin führte, war bereits mehr als 25 Seemeilen hinter die rasende Spitzenreiterin zurückgefallen.
Alle drückten das Gaspedal bei Geschwindigkeiten um 13 bis 16 Knoten maximal durch. Sara Stone vom Team United by the Ocean um Skipper Paul Meilhat sagte: “Diese ersten Stunden nach dem Start, während die Boote noch dichter beeinander sind, werden sehr wichtig sein. Die kleinen Gewinne jetzt könnten in den kommenden Tagen für große Unterschiede sorgen.”

Freie Reporterin Sport
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