Tatjana Pokorny
· 28.08.2026
Es sind gleich mehrere Premieren, die das neue Ocean Race Atlantic Seglern und Fans serviert: Das Rennen von New York über rund 3200 Seemeilen nach Lorient findet selbst zum ersten Mal statt. Dazu bestreiten mit dem Imoca-Sprung über den großen Teich mit Boris Herrmanns “Malizia 4” und Kojiro Shiraishis “DMG Mori Global One” gleich zwei fast noch werftneue Boote ihre erste Regatta. Skipper Boris Herrmann geht die Bewährungsprobe mit viel Vorfreude und maximalem Vertrauen in seine Crew an.
An der Seite des Sechsmaligen Weltumseglers bestreiten Cole Brauer (USA), Justine Mettraux (Schweiz) und Julien Villion (Frankreich) das Ocean Race Atlantic. Als Bordreporter wird der Franzose Gauthier Lebec von See in Bild und Wort über das Rennen berichten. Boris Herrmann sagte: “Ich freue mich sehr darauf, die neue ‘Malizia 4’ in einem Rennen ihrer ersten großen Bewährungsprobe zu unterziehen.”
Ich habe großes Vertrauen in diese Crew. Sie gehören zu den besten Seglern der Welt. Und ich bin stolz und fühle mich geehrt, an ihrer Seite zu segeln.” Boris Herrmann
Rund 6500 Test- und Trainingsmeilen hat “Malizia 4” seit ihrem Stapellauf am 6. Juli bereits in ihrem Heckwasser. “Wir sind während der Testphase viel zusammen gesegelt, kennen uns aus der Segelwelt gut”, sagte Boris Herrmann über die Seglerinnen und Segler an seiner Seite. Seine Verneigung vor dem Start ins Ocean Race Atlantic am 1. September: “Sie sind alle Superstars und gehören zu den gefragtesten Seglern in diesem Sport. Ich denke, wir werden zusammen ein starkes Team bilden.”
Aus Sicht von Team Malizia umfasst die Flotte “eine interessante Mischung aus Booten, Designs und Erfahrung”. Zum YACHT-Favoritencheck geht es hier. Im Duell der neuen Imocas wird Boris Herrmanns ‘Malizia 4’ (Entwurf: Antoine Koch) direkt gegen Kojiro Shiraishis ‘DMG Mori Global One’ (Entwurf: Guillaume Verdier) antreten.”
Zum Spitzenduell der beiden Co-Favoritinnen sagte Boris Herrmann: “Nach dem, was wir bislang gesehen haben, gehen am Dock Gerüchte um, dass die ‘DMG Mori Global One’ besonders schnell vor dem Wind ist. Wir haben unsererseits festgestellt, dass unser Boot am Wind sehr gute Leistungen zeigt. Das könnte zu einem wirklich interessanten Vergleich zwischen den beiden Booten führen.”
Darüber hinaus, so Boris Herrmann, werde das Ocean Race Atlantic auch “einen Wettkampf zwischen den beiden neuen Booten und den Booten vorheriger Generationen bringen, die schon gut getestet und entwickelt sind”. Dabei wird Boris Herrmann es auch mit einer ihm sehr vertrauten Imoca als Gegnerin zu tun bekommen: seiner früheren “Malizia 3” (”Malizia – Seaexplorer”), die jetzt von Francesca Clapcich als “11th Hour Racing” ins Transat von New York nach Lorient geführt wird.
Dazu steigt Boris Herrmanns langjähriger Co-Skipper Will Harris für dieses Rennen auf “11th Hour Racing” um. Das Boot, so hieß es von Team Malizia, sei “eine bewährte und zuverlässige Plattform. Der britische Segler kenne es “in- und auswendig”, hat mit Team Malizia Tausende von meilen an Bord verbracht. Es wird das erste Mal sein, dass Boris Herrmann und Team Malizia gegen sein ehemaliges Boot und gegen sein langjähriges Crew-Mitglied Will Harris antritt.
Lächelnd sagte Boris Herrmann: “Wenn sie mich schlagen, ist das natürlich eine Katastrophe für mich.” Dann sagte der 45-Jährige aus Hamburg aber auch: “Spaß beiseite, ich bin schon sehr gespannt darauf, wie wir uns schlagen werden, vor allem gegen die ‘DMG Mori Global One’ und gegen unser altes Boot. Es ist genau diese Rivalität, die den Rennsport interessant macht.”
Dazu komme ein besonderes Duell zweier Seglerinnen, so Boris Herrmann. Der “Malizia 4”-Skipper sagte: “Außerdem treten zwei Schwestern gegeneinander an: Justine auf unserem Boot und Elodie-Jane auf dem anderen. Es gibt also definitiv auch eine interne, freundschaftliche Rivalität. Diese wird aber nur von kurzer Dauer sein. Swohl Francesca als auch Will werden 2027 im The Ocean Race um die Welt wieder in den Farben des Teams Malizia an Bord der ‘Malizia 4’ antreten.”
Boris Herrmann erklärte auch die Gründe für den Einsatz seines bewährten Co-Skippers auf “11th Hour Racing” im Ocean Race Atlantic, sagte: “Die Teilnahme von Will an der Regatta mit Francesca ermöglicht es ihm, seine Erfahrungen weiterzugeben und stärkt die Zusammenarbeit zwischen unseren Teams. Sie schafft weitere Möglichkeiten für unseren gesamten Malizia-Kader, im Vorfeld der Weltumseglung im nächsten Jahr gemeinsam im Rennmodus zu segeln.”
Über die Segelherausforderung hinaus, wies Boris Herrmann auch über die besondere Bedeutung von Start- und Zielhafen im Ocean Race Atlantic für sein Team hin. Dazu hieß es von Team Malizia: “New York ist für Boris Herrmann und sein Team zu einem vertrauten Zwischenstopp geworden – und für Cole Brauer, die im Bundesstaat New York geboren und aufgewachsen ist, zu einem ganz besonderen Startpunkt –, während Lorient die Heimat des technischen Hauptquartiers in einem der weltweit wichtigsten Imoca-Segelzentren ist.”
Cole Brauer sagte: „Ich freue mich riesig darauf, bei diesem neuen Event an den Start zu gehen, vor allem mit diesem Team und an Bord unserer neuen ‘Malizia 4’. Es ist etwas ganz Besonderes, von New York aus zu starten, umgeben von Freunden, und dann zurück nach Lorient zu segeln, wo das Boot vom Stapel lief und wo ich beim Team Malizia wirklich meinen Platz gefunden habe.”
Das fühlt sich wie eine sehr passende Art an, all meine Erfahrungen mit dem Team zu verknüpfen.“ Cole Brauer
Zur anstehenden sportlichen Herausforderung im Ocean Race Atlantic sagte Boris Herrmanns Co-Skipper und Navigator Julien Villion: „Für eine detaillierte Vorhersage ist es noch zu früh, aber wir haben eine gute Vorstellung davon, was uns erwartet. Wenn wir die US-Ostküste im Spätsommer verlassen, könnten wir auf instabile, möglicherweise gewittrige Wetterfronten und sich schnell bildende Übergangszonen stoßen.”
Und die Liste der Herausforderungen für die Segler und Seglerinnen ist noch länger, wie Julien Villion erklärte: “Der Golfstrom und die Sperrzonen kurz nach dem Start werden die Routenwahl ebenfalls stark beeinflussen und die taktischen Optionen einschränken. Wettermodelle können in diesem Teil des Atlantiks erheblich voneinander abweichen, wie wir bereits bei unserer Überfahrt in die USA gesehen haben. Sobald wir auf offener See sind, wird es zu einer eher typischen Ozeanüberfahrt. Wir müssen auf ein klareres Bild warten, um zu sehen, welche Wetterfronten die beste Route nach Europa bieten.”
Bei der Annäherung an den Golf von Biskaya und Lorient könnte ein Hochdruckgebiet die Rennsituation erneut durcheinanderwirbeln.“ Julien Villion
Während dieser Transatlantikregatta wird das Team Malizia wie immer sein OceanPack mitführen. Das automatisierte Labor erfasst wichtige Messdaten zu CO₂-Konzentration, Temperatur und Salzgehalt an der Meeresoberfläche; die Daten werden Wissenschaftlern frei zur Verfügung gestellt, um das Verständnis der Rolle des Ozeans im Klimasystem zu verbessern.
Das Ocean Race Atlantic startet am 1. September 2026 in New York City. Die Flotte wird am Starttag von der Brookly Bridge Marina in New York auslaufen. Vor dem Start nehmen die sechs Teams an einer Parade und der „Dock-Out-Show“ teil, bevor sie an der Freiheitsstatue vorbeisegeln. Die Parade der Boote vor Manhattan wird live übertragen. Anschließend steuert die Flotte die virtuelle Startlinie an, die sich etwa 100 Seemeilen vor der Küste befindet.
Der Auftakt zum Rennen wird am 1. September ab etwa ab 17.55 Uhr deutscher Zeit für etwa eine Stunde hier beim NDR übertragen und ist auch via YouTube-Kanal von The Ocean Race hier live zu verfolgen. Die Startlinie der Regatta befindet sich etwa 100 Seemeilen vor der Küste. Der tatsächliche Startschuss fürs Ocean Race Atlantic wird nach deutscher Zeit erst in den sehr frühen Morgenstunden des 2. September fallen und nicht live übertragen.

Freie Reporterin Sport
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