The Ocean Race AtlanticDie Malizia-Crew – Herrmann mal gegen Harris

Tatjana Pokorny

 · 15.04.2026

Alle Malizia-Segler für The Ocean Race Atlantic auf einen Blick (v.r.n.l.): Bordreporter Gauthier Lebec, Julien Villion, Skipper Boris Herrmann, Cole Brauer und Justine Mettraux.
Foto: Team Malizia
Am 1. September startet The Ocean Race Atlantic. Das neue Imoca-Transat führt seine Herausforderer von New York nach Lorient. Für Boris Herrmann und Team Malizia ist es die erste große Crew-Regatta mit der neuen “Malizia 4”, die dann gerade erst rund zwei Monate alt sein wird. Seine Crew hat Skipper Boris Herrmann jetzt schon vorgestellt. Einer fehlt: Will Harris.

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Viele große Überraschungen birgt das Line-up von Team Malizia für The Ocean Race Atlantic nach dem Europa-Rennen im vergangenen Jahr nicht. Eines aber fällt sofort auf: Wegbegleiter Will Harris, auch weiterhin aktives Mitglied im Team Malizia, gehört nicht zum Aufgebot fürs erste große Transat mit der dann neuen “Malizia 4”.

The Ocean Race Atlantic: Herrmann führt Team Malizia, Harris segelt im Clapcich-Team

Die Auflösung der ungewöhnlichen Aufteilung verrät der Blick auf die ebefalls an diesem 15. April vorgestellte Crew für die Ex-”Malizia 3”. Das Boot wird seit Herbst 2025 von Francesca Clapcich als “11th Hour Racing” geführt, aber in technischen Bereichen weiter von Team Malizia mitgemanagt. Im Clapcich-Team steht der Name von Will Harris für The Ocean Race Atlantic auf der Crew-Liste. Hintergrund: Die bekannten Malizia-Segler aus dem Ocean Race Europe im vergangenen Jahr haben sich für das bevorstehende Transat auf zwei Teams aufgeteilt.

Für Boris Herrmann bringt der Wechsel die Möglichkeit, ein Rennen in neuer Crew-Konstellation und insbesondere mit Julien Villion bestreiten zu können. In einer am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung hieß es: “Team Malizia ist stolz darauf, seine Crew für The Ocean Race Atlantic vorzustellen, ein neues Transatlantikrennen der Imoca-Klasse, das am 1. September 2026 startet. Skipper Boris Herrmann (GER) wird von den Co-Skippern Cole Brauer (USA), Justine Mettraux (SUI) und Julien Villion (FRA) sowie Bordreporter Gauthier Lebec (FRA) unterstützt.”

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Gleichzeitig veröffentlichte das von 11th Hour Racing geförderte Team um Francesca Clapcich sein Aufgebot für The Ocean Race Atlantic. Nominiert sind neben der amerikanisch-italienischen Skipperin und Will Harris, mit dem Clapcich im Transat Café L’or 2025 einen formidablen zweiten Platz ersegelt hatte, noch den Italiener Alberto Bona und die Schwester von Justine Mettraux: Elodie-Jane Mettraux. Bordreporterin für das Team Francesca Clapcich ist die Amerikanerin Meredith Rogers.

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Stapellauf und Transat: “Ein großes Jahr”

The Ocean Race Atlantic wird die teilnehmenden Vierer-Crews und ihre Bordreporter von New York City nach Lorient führen. Sechs Teams stehen bislang auf der Transat-Meldeliste. Eines davon ist gerade neu erschienen, wurde aber noch nicht näher benannt. Die anderen sind neben Team Malizia und dem Clapcich-Team das Paul Meilhat Sailing Team, das DMG Mori Sailing Team und das Team Oliver Heer Ocean Racing.

Für Team Malizia markiert The Ocean Race Atlantic den ersten Wettkampf mit dem neuen Boot sein, das seinen Stapellauf Ende Juni erleben soll. Team Malizia will das Transatlantikrennen doppelt nutzen: zur Weiterentwicklung der dann fast noch werftneuen Imoca, aber auch zum weiteren Aufbau der Crew für die Weltumseglung The Ocean Race 2027.

„Ein neues Boot, ein neues Rennen und so viel Motivation wie eh und je“, sagt Malizia-Skipper Boris Herrmann zum Stand der Vorbereitungen auf den baldigen Wiedereinstieg in die Imoca-Regattasaison. Und weiter: „Wir freuen uns auf ein großes Jahr mit dem Stapellauf unseres neuen Bootes und dem kurz darauf folgenden The Ocean Race Atlantic 2026.”

Premiere für das neue Imoca-Transat: “Ein bedeutungsvolles Ereignis”

Auch der Nordatlantik-Herausforderung im The Ocean Race Atlantic blickt der 44-Jährige mit Begeisterung entgegen, sagte: “Ich freue mich sehr darauf, mit den Co-Skippern Cole Brauer, Justine Mettraux und Julien Villion sowie mit Gauthier Lebec als Bordreporter bei diesem Sprint über den Nordatlantik anzutreten. Es wird das erste Rennen auf unserer neuen Imoca-Yacht sein.”

Mit einer neuen Crew-Konfiguration und auf einer Route, die für mich und das Team von großer Bedeutung ist – das macht dieses Event zu einem sehr bedeutungsvollen Ereignis.“ Boris Herrmann

Die Premiere von The Ocean Race Atlantic, einer neuen Transatlantikregatta für die Imoca-Klasse, startet am 1. September in New York. Die Teams werden die rund 3.000 Seemeilen (5.500 Kilometer) über den Atlantik nach Lorient in voraussichtlich acht bis neun Tagen absolvieren. Die Crew-Konfigaration ist wie im Ocean Race Europe im vergangenen Jahr vierköpfig. Der Bordreporter oder die Bordreporterin kommen dazu.

Als Meilenstein für den Sport wird The Ocean Race Atlantic das erste Imoca-Rennen sein, bei dem die Crews mit einer ausgeglichenen Geschlechterverteilung antreten müssen: zwei Frauen und zwei Männer bilden jeweils ein Segelteam. Boris Herrmanns Mitstreiter sind aus dem Ocean Race Europe 2025 bekannt.

Eine “starke und ausgewogene Crew” für Team Malizia

Team Malizia will seine Regattateilnahmen weiter in unterschiedlichen Besetzungen fortsetzen, um sich bestmöglich auf die Weltumsegelung 2027 vorzubereiten. Parallel treiben die einzelnen Crew-Mitglieder zwischen den Events auch ihre eigenen Projekte voran.

Boris Herrmann sagte zu seiner Crew für The Ocean Race Atlantic: „Cole, Justine und ich sind letzten Sommer gemeinsam im The Ocean Race Europe angetreten. Und ich freue mich darauf, endlich an der Seite von Julien zu segeln. Er ist ein sehr erfahrener Segler in verschiedenen Formaten, ein ausgezeichneter Navigator und hat sich während des Course des Caps im letzten Jahr hervorragend in unser Team eingefügt. Seine langjährige Zusammenarbeit mit Justine bringt zudem unschätzbare Erfahrung und Kontinuität in die Gruppe.“

Begeistert ist Boris Herrmann auch über die Forsetzung der Zusammenarbeit mit der Vendée-Globe-Achten Justine Mettraux. Herrmann sagte: “Was Justine angeht: Sie ist einfach eine der besten Seglerinnen überhaupt. Ich habe schon immer großen Respekt vor ihr gehabt. Es war toll, endlich mit ihr statt gegen sie zu segeln. Da Cole die Crew vervollständigt und im vergangenen Jahr bei der Herausforderung der Imoca-Rennen hervorragende Arbeit geleistet hat, fühlt es sich wie eine wirklich starke und ausgewogene Crew für dieses Rennen an.“

Mettraux-Vertraute Villion und Lebec an Bord

Neu im Team ist Gauthier Lebec, ein erfahrener Bordreporter auf Hightech-Foilern. Im The Ocean Race 2022/2023 hat er noch mit Benjamin Dutreux gearbeitet, im Ocean Race Europe 2025 war er im Team der Sieger um “Biotherm”-Skipper Paul Meilhat aktiv. Seit vielen Jahren schon arbeitet Gauthier Lebec auch mit Justine Mettraux zusammen.

Gauthiers Lebecs Kommentar zur neuen Aufgabe: “Ich freue mich sehr, dem Team Malizia beizutreten, das an jeder Ausgabe von The Ocean Race mit der Imoca-Klasse teilgenommen hat und dafür bekannt ist, alles zu geben, dabei aber auch die Balance zwischen Leistung und Spaß zu wahren. Ich freue mich darauf, die Geschichte des Teams während The Ocean Race Atlantic mit der Kamera festzuhalten und Teil des Malizia-Abenteuers zu sein.“

Die Flotte wird sich Ende August in der Brooklyn Bridge Marina in New York City versammeln und dort vor dem Start des Rennens am 1. September an Vorab-Events an Land und auf dem Wasser teilnehmen. Nach ihrem Sprint über den Nordatlantik werden die Teams voraussichtlich am 8. oder 9. September ins Ziel kommen, wo in Lorients Hafen La Base wieder ein Ocean Live Park für die Öffentlichkeit mit Aktivitäten für alle Altersgruppen eingerichtet wird.

Im The Ocean Race Atlantic “das Bewusstsein für die Klimakrise schärfen”

Sowohl New York City als auch Lorient, das ebenfalls heute von den Veranstaltern als Zielort für The Ocean Race 2027 bekanntgegeben wurde, haben für Boris Herrmann und sein Team eine besondere Bedeutung. „Wir haben in New York und im Nordatlantik viele wichtige Meilensteine gefeiert“, erinnert sich Boris Herrmann gerne.

Im Detail nennt der Skipper aus Hamburg „Rennerfolge, darunter Podiumsplätze und mehrere Transats, die ich mit Giovanni Soldini unternommen habe”. Dazu auch “unsere Reise mit Greta Thunberg im Jahr 2019 und kürzlich eine Veranstaltung mit der weltbekannten Ozeanografin Sylvia Earle, um das Bewusstsein für die Klimakrise zu schärfen”.

Team Malizia erinnert auch daran, dass zuletzt auf Etappe fünf im Ocean Race 2022/2023 eine ähnliche Route mit Crew absolviert wurde, während der die Mannschaft den 24-Stunden-Rekord für Einrumpfboote gebrochen hatte. Während dieser Etappe sammelte Team Malizia Meeresdaten im Nordatlantik, unter anderem während eines Sturms, der eine erhebliche CO₂-Freisetzung aus dem Ozean in die Atmosphäre offenbarte. Diese Mission wird mit der neuen “Malizia 4” und in Kooperation mit den wissenschaftlichen Partnern fortgesetzt.

Cole Brauer sieht “positiven Schritt für den Sport”

Cole Brauer, die einst über das Magenta-Projekt und mit Boris Herrmann als Mentor in die Imoca-Segelszene eingestiegen war, freut sich besonders über das neue offizielle Crew-Format mit gleichen vielen Positionen für Männer wie Frauen. Cole Brauer sagte: „Während des Ocean Race Europe hatte das Team Malizia immer mindestens zwei Frauen an Bord. Jetzt ist es ein positiver Schritt für unseren Sport, dass diese Konfiguration offiziell von den Organisatoren übernommen wurde.“

Da der Malizia-Neubau nun von Woche zu Woche zunehmend Gestalt annimmt, ist Team Malizia intensiv damit beschäftigt, sich auf eine neue Kampagnenphase vorzubereiten. In den kommenden Wochen will die Crew gemeinsam für die Saison trainieren und gleichzeitig weiter an verschiedenen Projekten im Zusammenhang mit der Malizia-Mission “A Race We Must Win – Climate Action Now!” arbeiten. Dazu hat Team Malizia “spannende Neuigkeiten” für die kommende Zeit angekündigt.

Die Malizia-Crew für The Ocean Race Atlantic:

“Wir sind Team Malizia” – diesen Clip hat Team Malizia gerade erst veröffentlicht:

Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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