Den aktuellen Rennstand zeigt der offizielle Race Tracker von The Ocean Race. Falls der eingebundene externe Inhalt hier zunächst nicht erscheint, muss die Zustimmung zum Anzeigen externer Inhalte aktiviert werden.
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Das The Ocean Race Atlantic ist ein rund 3.200 Seemeilen langer Sprint von New York nach Lorient. Sechs IMOCA-Teams gehen an den Start, darunter Team Malizia mit Boris Herrmann. Gesegelt wird mit vierköpfigen Crews, jeweils zwei Frauen und zwei Männern, hinzu kommt je ein Onboard-Reporter. Die Flotte startet zwar am 1. September 2026 mit Parade und Auslaufen in New York, der sportliche Start erfolgt aber erst am 2. September vor der Küste. Die wichtigsten Zeiten und Hintergründe zum Auftakt stehen hier.
Der mit PredictWind entwickelte Tracker bündelt die Informationen, die für das Rennen entscheidend sind:
| Bereich | Das ist zu sehen | Darauf kommt es an |
| Karte | Bootssymbole, Kurslinie, Strecke und Ziel | Die geografisch vorderste Yacht muss nicht führen |
| Rangliste | Platzierung und Abstand zum Führenden | Entscheidend ist der berechnete Weg zum Ziel, nicht allein die Karte |
| Telemetrie | Fahrt, Kurs über Grund, wahrer Windwinkel und Distanzen | Werte immer im Zusammenhang von Windwinkel und Kurs lesen |
| Wetter | Vorhersage und rückblickende Wetterdaten als Kartenebene | Zeigt Hochs, Tiefs, Fronten und Druckunterschiede |
| Routenvorschau | Erwartete Kurse der Yachten | Rechenmodell, keine verbindliche Ansage der Navigation |
| Medien | Clips und Beiträge von Bord | Ergänzen die Daten um die Lage an Bord |
Der schnellste Einstieg ist die Rangliste. Sie beantwortet die Frage, welches Team nach der Berechnung des Veranstalters derzeit vorn liegt und wie groß der Abstand zum Führenden ist. Dieser Abstand ist aussagekräftiger als der optische Eindruck auf der Karte.
Auf einem Transatlantik-Kurs liegen die Boote oft weit auseinander. Eine Yacht im Norden kann auf dem Bildschirm deutlich weiter „hinten“ erscheinen und trotzdem führen, wenn ihr Kurs einen kürzeren oder für die kommende Wetterlage günstigeren Weg zum Ziel ergibt. Umgekehrt kann ein weit östlich stehendes Boot noch einen ungünstigen Winkel zur nächsten Wetterzone haben.
Für die tägliche Orientierung genügt deshalb diese Reihenfolge:
Die Wetterebene ist der Schlüssel zum Tracker. Sie legt Windfelder und weitere Vorhersagedaten über die Karte. Dadurch wird sichtbar, ob ein Team auf mehr Druck, einen besseren Windwinkel oder eine spätere Winddrehung setzt.
Ein Kurs nach Norden oder Süden ist nicht automatisch ein Angriff oder ein Fehler. Häufig entscheidet die Navigation zwischen einem kürzeren Weg mit weniger Wind und einem längeren Umweg in eine schnellere Wetterbahn. Bei foilenden IMOCA-Yachten können kleine Unterschiede in Windrichtung und Seegang große Auswirkungen auf die erreichbare Geschwindigkeit haben.
Die farbigen Wetterflächen sind jedoch eine Prognose, keine Messung am Masttop. Für die Einordnung lohnt der Vergleich mit den gemeldeten Bootsdaten. Wenn ein Boot nach Tracker-Wind sehr schnell sein müsste, tatsächlich aber deutlich langsamer fährt, können Welle, Manöver, Segelwechsel oder eine lokale Abweichung die Erklärung sein. Auch die Ausgangslage von Team Malizia und der Konkurrenz hilft beim Einordnen der ersten Rennstunden.
Die PredictWind-Routenvorschau berechnet eine mögliche weitere Route. Dafür werden aktuelle Wetterdaten, die Bootspolaren und das Routing-Modell kombiniert. Sie macht plausibel, warum eine Yacht jetzt Höhe verschenkt, einen Bogen fährt oder früh auf einen anderen Schlag geht.
Mehr ist sie aber nicht: Die dargestellte Linie ist keine vom Team veröffentlichte Taktik und keine Garantie für den weiteren Rennverlauf. Navigatoren arbeiten mit zusätzlichen Informationen, passen Entscheidungen laufend an und berücksichtigen Faktoren, die ein öffentliches Modell nicht vollständig abbilden kann. Dreht der Wind anders als erwartet, verschiebt sich auch die sinnvollste Route.
Die Routenvorschau ist daher besonders hilfreich für die Frage: „Worauf setzt dieses Boot?“ Für die Frage „Wo liegt es morgen?“ bleibt sie nur eine begründete Momentaufnahme.
Der Tracker liefert unter anderem Bootsgeschwindigkeit, Kurs über Grund, wahren Windwinkel, Distanz zum Führenden, Distanz zum Ziel und zurückgelegte Strecke. Distanzen werden in Seemeilen angegeben.
Der häufigste Fehler ist der direkte Vergleich der Geschwindigkeit. 25 Knoten bei raumem Wind können sehr gut sein, während 25 Knoten hoch am Wind eine ganz andere Leistung und Belastung bedeuten. Aussagekräftig wird der Wert erst zusammen mit Kurs und wahrem Windwinkel.
| Beobachtung | Mögliche Erklärung |
| Ein Boot ist langsamer, gewinnt aber | Es segelt den kürzeren oder günstigeren Kurs |
| Ein Boot fährt sehr schnell, verliert aber | Es hat einen zu großen Umweg genommen oder befindet sich in einer schlechteren Wetterzone |
| Die Fahrt fällt plötzlich ab | Manöver, Segelwechsel, Übergang in weniger Wind oder mehr Seegang |
| Der Kurs ändert sich deutlich | Winddrehung, taktische Entscheidung oder Vorbereitung auf einen Wetterwechsel |
| Ein Boot bleibt auf der Karte stehen | Möglich sind Verzögerungen in der Datenübertragung, nicht zwingend ein Schaden |
Für einen schnellen Tagescheck reichen Rangliste und Karte mit Wetterebene. Wer tiefer einsteigen möchte, öffnet zusätzlich die Detailansicht eines Bootes. Dort lassen sich seine Daten direkt mit denen des Konkurrenten vergleichen.
Sinnvoll ist auch der Wechsel zwischen zwei- und dreidimensionaler Ansicht. Die 2D-Karte erleichtert den Vergleich von Kursen und Abständen. Die 3D-Ansicht vermittelt besser, wie weit die Flotte auseinandergezogen ist.
Ein Vergleich in festen Abständen ist aussagekräftiger als das Beobachten einzelner Updates. Morgens und abends dieselben drei Punkte zu prüfen, zeigt die Entwicklung klarer: Wer führt nach berechneter Distanz? Wer hat die bessere Wetterposition? Und welches Boot hat seit dem letzten Blick Strecke gutgemacht?
Der Tracker zeigt, was auf dem Wasser passiert. Warum ein Team einen Weg wählt oder wie die Bedingungen an Bord sind, erklären die täglichen Live-Sendungen, Videos der Onboard-Reporter und die Rennberichte. The Ocean Race überträgt vom 2. bis 8. September täglich um 17 Uhr deutscher Zeit eine 30-minütige OnBoard-Live-Sendung. Diese Kombination aus Daten und Berichten liefert ein deutlich vollständigeres Bild als die Karte allein.
Die erwartete Ankunft in Lorient liegt nach Veranstalterangaben etwa am 8. oder 9. September. Bis dahin ist der Live-Tracker die schnellste Übersicht. Wer ihn richtig liest, sieht nicht nur die Reihenfolge der Boote, sondern auch die taktische Entscheidung dahinter.
Welche Tracker-Ansicht hilft Ihnen beim Verfolgen eines Hochseerennens am meisten: Rangliste, Wetterkarte, Routenvorschau oder die Daten eines einzelnen Bootes?

Chefredakteur Digital
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