Projekt Landspeed222,4 km/h! Team New Zealand stellt neuen Weltrekord auf

Max Gasser

 · 12.12.2022

Mit diesem Hightech-Strandsegler gelang dem Emirates Team New Zealand der neue Landspeed-Weltrekord
Foto: EMIRATES TEAM NEW ZEALAND / JAMES SOMERSET
Mit diesem Hightech-Strandsegler gelang dem Emirates Team New Zealand der neue Landspeed-Weltrekord

Dem Emirates Team New Zealand ist es gelungen, den Geschwindigkeits-Weltrekord unter Segeln an Land zu brechen. Auf dem ausgetrockneten australischen Salzsee Lake Gairdner erreichte das Highspeed-Gefährt “Horonuku” eine Geschwindigkeit von unglaublichen 222,4 km/h

Das neuseeländische America’s-Cup-Team hat gestern einen großen Meilenstein im Rahmen ihres Landspeed-Projektes erreicht. Pilot Glenn Ashby gelang es, mit dem Hightech-Strandsegler “Horonuku” den bestehenden Geschwindigkeitsrekord von 202,9 km/h zu brechen. Bei lediglich 22 Knoten Wind (40,7 km/h) vermeldete das Team atemberaubende 222,4 Kilometer pro Stunde als neue Höchstgeschwindigkeit.

“Wir sind natürlich überglücklich, dass wir ‘Horonuku’ mit einer Geschwindigkeit gesegelt sind, die noch niemand zuvor erreicht hat”, so der mehrfache America’s-Cup-Sieger Ashby. Nach anfänglichen Schwierigkeiten aufgrund der Wettersituation kamen die Neuseeländer dem nun erreichten Ziel vergangene Woche bereits immer näher.

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Rekord noch nicht offiziell

Bevor die Geschwindigkeit von 222,4 km/h tatsächlich als offizieller Rekord gilt, muss ein strenger Überprüfungsprozess in Übereinstimmung mit dem internationalen Dachverband FISLY (Federation Internationale de Sand et Land Yachting) durchgeführt werden. Zudem war ein unabhängiger Richter vor Ort, um den Lauf, die GPS-Aufzeichnung und alle anderen Anforderungen eines Rekordversuchs zu bezeugen und zu überprüfen.

Das Regelwerk sieht einen natürlichen Untergrund für den Rekord vor, eine asphaltierte Rennstrecke scheidet demnach aus. Aufgrund dessen hatte Team New Zealand den ausgetrockneten australischen Salzsee Lake Gairdner ausgewählt.

Das Revier stellt einen maßgeblichen Unterschied im Vergleich zum bisherigen Rekord dar. Der britische Ingenieur Richard Jenkins hatte 2009 ein sehr ähnlich aussehendes Gefährt entwickelt und mit 202,9 km/h eine neue Bestmarke aufgestellt. Er wählte für seine Rekordfahrt allerdings den Ivanpah Lake, einen ausgetrockneten Wüstensee. Neben der technischen Weiterentwicklung durch die neuseeländischen Designer könnte auch das ein entscheidender Faktor gewesen sein. Zumindest fiel die Wahl des Reviers aufgrund der außerordentlichen Oberflächenhärte des Salzes bewusst auf Lake Gairdner.

Projekt Landspeed noch nicht am Ende

Bereits seit dem vergangenen America’s Cup arbeitet das neuseeländische Team an diesem besonderen Projekt abseits des Wassers. Das Brechen des Weltrekords war dabei nur ein Teilziel, das jedoch unbedingt erreicht werden sollte. “Das Landspeed Projekt war eine neue Gelegenheit, die Grenzen der Aerodynamik, der strukturellen Kräfte, der Konstruktionsmethoden und der Materialien zu erweitern”, so Matteo de Nora, Chef des Emirates Team New Zealand. Dies soll so fortgeführt und noch weiter ausgereizt werden: “Wir wissen, dass wir noch schneller fahren können, also haben wir das auch vor.”

Denn auch die Rekordfahrt erfolgte nicht bei Optimalbedingungen. Die Segler hatten aufgrund von Regenfällen monatelang mit Wasser auf der Salzfläche des Sees zu kämpfen. Das bremste das 14,2 Meter lange Gefährt aus und machte Tests teilweise sogar unmöglich. Auch die Windsituation war häufig alles andere als ideal. Daher erhofft man sich bei besseren Bedingungen noch weitaus höhere Geschwindigkeiten. In diesem Jahr ist damit allerdings nicht mehr zu rechnen.

Team New Zealand will der Zeit voraus sein

“Was oft unterschätzt wird, ist, dass die Technologien, die wir in Herausforderungen wie dieser – oder in einer America's-Cup-Kampagne – erforschen, letztlich die Grundlage für die Technologie von morgen sind”, betont de Nora und verweist auf die weiteren Projekte. Der Zeit technologisch voraus zu sein sei das Faszinierende an allen Herausforderungen, denen sich das Team bisher gestellt habe. Unter anderem war es auch der amtierende America’s-Cup-Sieger, der den ersten Prototyp für den nächsten Cup 2024 aufs Wasser brachte. Des Weiteren dient die Entwicklung des neuseeländischen Teams als Yacht für alle Teilnehmer beim Youth America’s Cup und dem America’s Cup der Frauen.



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