Der Superyacht Cup Palma gehört zu jenen Sommerterminen, bei denen sich sportlicher Ehrgeiz und mediterrane Leichtigkeit verbinden. Vor der Kulisse Mallorcas treffen Superyachten, meist erfahrene Eigner und eine Szene aufeinander, die Wettbewerb schätzt, aber auch das gesellige Miteinander pflegt. In diesem Umfeld hat YYachts in diesem Jahr einen bemerkenswerten Akzent gesetzt: Erstmals war die deutsche Werft mit einer eigenen Klasse Teil der traditionsreichen Veranstaltung und war auch gleich der Hersteller mit den meisten Yachten am Start.
Mit der YYachts Class bekam die Marke beim Superyacht Cup zum ersten Mal eine eigene Plattform. Sechs Yachten gingen in der neuen Wertung an den Start und bildeten damit laut Werft eine der stärksten Flotten, die bei Europas ältester Superyacht-Regatta bislang zu sehen waren. Der Schritt war auch deshalb interessant, weil er eine Entwicklung sichtbar macht, die YYachts selbst in den Mittelpunkt rückt: eine wachsende Gruppe von Eignern, die ihre Yachten nicht bloß besitzen, sondern sie auch selbst mit ihrer Familie aktiv segeln möchten.
Auf dem Wasser zeigte sich die Bandbreite der Flotte von der neuen Y7 bis zur Y9. YYachts betont bei seinen Modellen leichte Carbonbauweise, elegante Proportionen und Deckslayouts, die auf überschaubare Crews und aktive Eigner ausgelegt sind. In Palma bekam diese Philosophie eine anschauliche Bühne: Nicht technische Opulenz stand im Vordergrund, sondern Boote, die auf Leistung und Handhabbarkeit ausgerichtet sind.
Die neu vorgestellte Y7 „Beati“ nach einem Entwurf von Judel/Vrolijk gewann alle drei Rennen und holte damit den ersten Sieg in der YYachts Class. „Distancia“ segelte auf Rang zwei, „Calabash“, die Y8 mit Firmengründer Michael Schmidt, komplettierte nach drei Regattatagen das Podium. Sportlich war der Flottenauftritt damit ein voller Erfolg, interessanter ist jedoch, was sich dahinter abzeichnet: YYachts zeigt seine Modelle nicht nur im Showroom, sondern im direkten Einsatz auf dem Wasser. Das praktiziert Nautor mit seinen Swans ebenfalls oder Baltic Yachts und Oyster, die jedoch auf eigene Veranstaltungen setzen.
Ebenso erwähnenswert wie die Platzierungen ist die Atmosphäre, die die Werft in ihrem Rückblick beschreibt. Eigner standen selbst am Ruder, Familien segelten gemeinsam, auf den Pontons wurde zwischen den Wettfahrten über Törns im Mittelmeer, Atlantikpassagen und kommende Reisen gesprochen. Dadurch bekam der Auftritt in Palma etwas, das über klassisches Regattamarketing hinausgeht: Er wirkte wie ein Treffpunkt einer Community, die weniger an Prestigeformeln interessiert ist als an einer bestimmten Art des Segelns.
Für Gründer Michael Schmidt hatte Palma zudem eine persönliche Ebene. In der Marina lagen mit „Peregrin“, vielen noch als „Cool Breeze“ bekannt, und „Makai“ zwei Yachten, die laut YYachts für die Geschichte der Werft prägend waren. Die eine stand am Anfang als sehr persönliches Projekt, die andere bestätigte, dass daraus mehr entstehen konnte. Dass heute eine ganze Flotte bei einer renommierten Regatta gemeinsam antritt, gibt dieser Entwicklung im Rückblick zusätzliches Gewicht.
Beim Gala-Dinner im neu eröffneten Club de Mar-Mallorca richtete Schmidt den Blick bereits nach vorn. Laut Werft waren in diesem Jahr neun YYachts in Palma vertreten, sechs davon standen an der Startlinie. Für 2027 hält er sogar eine Verdopplung für möglich. Ob diese Zahl erreicht wird, bleibt abzuwarten. Nach diesem Auftritt lässt sich aber festhalten: YYachts hat in Palma nicht nur ein gutes Regattaergebnis eingefahren, sondern seine Position als eigenständige Größe im Segment performanter Eigner-Yachten geschärft
„In Palma waren in diesem Jahr neun YYachts vertreten. Ich bin zuversichtlich, dass wir diese Zahl 2027 verdoppeln können“ Michael Schmidt
Ein Blick auf die Geschichte der Marke erklärt, warum dieser Auftritt für YYachts mehr ist als eine hübsche Momentaufnahme. Michael Schmidt gründete im Jahr 2015 seine neue Werft zunächst unter dem Namen Michael Schmidt Yachtbau in Greifswald. Ausgangspunkt war der Bau der Brenta 80 DC „Cool Breeze“, eines kompromisslos gedachten Carbon-Projekts mit hohem Anspruch an Performance, Komfort und Bedienbarkeit. Aus diesem Start entwickelte sich später die Marke YYachts, die damals bereits 41 Yachten zwischen 70 und 90 Fuß ausgeliefert hatte. Damit lässt sich der Palma-Auftritt auch als Fortsetzung einer Werftgeschichte lesen, die von Beginn an stark auf Leichtbau, Segelpraxis und unternehmerische Eigenständigkeit ausgerichtet war.
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