Polarisierende DesignsAlu-Multiknickspanter Speedlounger 850

Alexander Worms

 · 01.11.2022

Moderne Linien: Deckssprung, Chines, negativer Steven und breites Heck. Das wirkt martialisch und spannend
Foto: Philipp Hympendahl

Wir stellen Boote vor, die wegen ihres Designs oder spezieller Funktionalitäten aus der Masse herausstechen und polarisieren. Heute: die Speedlounger 8500

Die Speedlounger aus Holland kommt in doch eher ungewöhnlicher Optik daher. Grund für die vielen Knicke ist die Bauweise aus Aluminiumplatten. Ähnlich wie bei Sperrholzbauweise lassen sich diese nur eindimensional biegen, um runde Formen zu erhalten, wäre die Fertigungsweise viel aufändiger. Doch neben der ungewöhnlichen Optik hat die Speedlounger auch einiges mehr zu bieten.

Der Begriff Lounge entstand auf Flughäfen. In der gediegenen Räumlichkeit sollen sich Reisende wohlfühlen, vor ihrem Flug oder bei Wartezeiten dazwischen. Viele dieser Vorstellungen entsprechen durchaus den Anforderungen, die Segler an ihren fahrenden Untersatz haben. Die Idee, eine Lounge auf ein Boot zu bauen, ist daher gleichsam naheliegend wie nicht neu, das zeigt der seit einigen Jahren anhaltende Trend zum Daysailing überdeutlich.

Verlagssonderveröffentlichung

Das Cockpit als Lounge

Nichtsdestotrotz ist das Konzept der Speedlounger durchaus aufsehenerregend, denn sie kombiniert ein entspanntes Sitzen mit überaus einfachem Unterhalt. Dank ihrer Voll-Alu-Bauweise braucht sie weder Lack noch Politur. Der E-Motor benötigt ebenfalls keinerlei Pflege, seine Kühlung erfolgt durch Wärmeaustausch eines geschlossenen Systems in einer doppelwandigen Außenhaut. Nur das WC, so es denn geordert wird, muss eingewintert werden, und bei starkem Frost gilt es, die wassergeschmierte Welle zu kon­trollieren, wenn Tauwetter einsetzt. Ein sehr überschaubarer Aufwand.

Im Frühjahr ist mit Hilfe eines Hochdruckreinigers das Schiff im Handumdrehen fertig für die Saison – alles mit dem Ziel, die Eignerschaft zu einem stressfreien Erlebnis zu machen.

Was ebenso zur Lounge-Idee passt, ist die Tat­sache, dass der Reisende aus der Lounge am Flughafen einen Experten be­nötigt, der sein Flugzeug führt. Und so ist es auch bei der Speedlounger. Denn das Schiff braucht eine kundige Hand im Steuercockpit, das sich achtern an den Gästebereich an­schließt. Eine ganze Reihe von Trimmeinrichtungen, viel Segel­fläche fürs Gewicht, wenig Tiefgang, Doppelruder und eine Steuerung, die keinerlei Druck am zentralen Rad zurückmeldet, sind eine Herausforderung, selbst für erfahrene Steuerleute.

Foto: YACHT

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