Die neue J/9Segelfreude auf das Wesentlichste reduziert

Michael Good

 · 27.12.2022

Attraktive Linien und sichtbar viel Leistungspotenzial. Das Bild kommt von der Werft in den USA
Foto: J/Boats / B. Black

J/Boats in den USA hat einen neuen Weekender im Angebot. Das Konzept der J/9 ist denkbar simpel, die Optik attraktiv. Das erste Boot ist in Europa angekommen. In der Schweiz war der YACHT die Gelegenheit für einen Test geboten. Die ersten Fotos jetzt in der Galerie.

Nachdem die Werft in Newport (Rhode Island) an der amerikanischen Ostküste längere Zeit den Programmausbau im Segment der Performance-Cruiser vorangetrieben hat, überraschen die Amerikaner nun wieder mit der Ankündigung eines echten Dayboats oder Weekenders unter der Typenbezeichnung J/9. Das neue Modell soll eine späte Nachfolgerin der legendären und vielfach verkauften J/100 sein. Mit diesem Boot hatte die Marke letztmals einen echten Daysailer im Markenportfolio (Test in der YACHT 24/2006).

Nun übernimmt die J/9 das erfolgreiche Konzept. Die Merkmale: großes Cockpit, ein nur kurzer und flacher Kajütaufbau, schlanke und hübsche Linien, wenig Freibord sowie ein möglichst unkompliziertes Layout mit uneingeschränkter Einhandtauglichkeit – ein typischer Daysailer oder Weekender eben. J/Boats hat das Konzept dafür bis auf das Wesentlichste reduziert. “Keep it simple” lautet die Parole.

Verlagssonderveröffentlichung

Das Boot wird mit einem einfachen Aluminium-Rigg mit einer Salingspreize ausgeliefert. Wer viel allein unterwegs ist, kann sich als Alternative zur kurz überlappenden Genua auch eine Selbstwendeschiene für die Fock anbauen lassen. Für sportlichere Segler ist zudem ein fest angebauter Bugspriet aus Kohlefaser für einen Gennaker oder Code Zero möglich. Auch müssen die Kunden wählen, ob sie das Boot mit einem kleinen Einbaudiesel oder mit einem Elektromotor bestücken wollen. Beide Antriebe-Varianten gibt es allerdings nur als Option und gegen entsprechende Aufpreise. Gleichermaßen ungewöhnlich wie auch interessant ist die vom langen Cockpit halb separierte Badeplattform am Heck.

Der Ausbau unter Deck ist dem Konzept entsprechend nüchtern und einfach. Für den Einsatz als Weekender wird das Schiff im Bug mit einer Doppelkoje ausgebaut. Auch ist im Vorschiff eine kleine Toilette integriert.

Die J/9 wird vorerst nur in den USA hergestellt

Der Grundpreis für das Boot ab Werft USA beträgt derzeit 122.950 US-Dollar. Umgerechnet zum tagesaktuellen Kurs sind das derzeit rund 115.400 Euro netto. Inklusive 19 % Mehrwertsteuer kommt die hübsche Amerikanerin auf einen Basispreis von 146.300 Euro (allerdings ohne Segel und ohne Motor). Dazu müssen Kunden zusätzlich wenigstens 10.000 Euro für die Überführung des Bootes von den USA nach Europa im Budget mit berücksichtigen. Denn zunächst wird die neue J/9 nur in der Werft von J/Boats in Übersee gebaut. Eine Fertigung bei der Lizenzproduktion J Composites in Westfrankreich ist aktuell noch nicht in Planung.

Das erste Boot ist noch im Herbst an den Vertriebspartner Dyna Sportboats in die Schweiz ausgeliefert worden und hat der YACHT-Redaktion dort für einen Test zur Verfügung gestanden. Allerdings blieb dafür der Wind so gut wie komplett aus. Bei lediglich einem Hauch von Wind zeigte die J/9 insgesamt aber trotzdem sehr gute und überraschend agile Segeleigenschaften. Der ausführliche Test ist für die YACHT-Ausgabe Nr. 4/2023 geplant. Das Heft erscheint Anfang Februar.

Technische Daten J/9

  • Konstrukteur: R. Alan Johnstone
  • Rumpflänge: 8,54 m
  • Länge Wasserlinie: 7,75 m
  • Breite: 2,63 m
  • Standard Tiefgang: 1,50 m
  • Tiefgang Kurzkiel: 1,19 m
  • Gewicht: 1,93 t
  • Segelfläche am Wind: 41,7 m2

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