Der Wohnraum ist konsequent auf Großzügigkeit, Helligkeit und ein angenehm kühles Bordklima ausgelegt. Ein Schlüsselbauteil dabei ist der Dodger, der nicht als nachträglich aufgesetzte Sprayhood-Lösung gedacht ist, sondern als integraler Bestandteil der Decksstruktur. Genau diese konstruktive Idee prägt sowohl die Raumwirkung als auch die Belüftung unter Deck.
Trotz der kompakten Bootslänge der Konstruktion von Judel/Vrolijk entsteht im Bereich des Niedergangs eine für diese Größe bemerkenswerte Stehhöhe von rund 1,85 Metern. Möglich wird das, weil der Dodger strukturell in das Deck integriert ist und damit Volumen schafft, ohne dass der Aufbau wie eine aufgesetzte Mütze wirkt
Auch bei hohen Temperaturen ist Wärmestau konstruktiv nicht zu erwarten. Der Ansatz ist bereits in der Praxis erprobt, unter anderem bei der Bente 28. Anders als bei vielen klassischen Yachten, bei denen der Niedergang häufig klein ausfällt und auf einem Niveau liegt, das warme Luft im Decksaufbau regelrecht fängt, ist das Deck hier vom Bug an leicht aufsteigend ausgelegt und steigt nach achtern an. In Kombination mit einem großflächig und offen gestalteten Niedergang ergibt sich ein Kamineffekt: Warme Luft kann nach oben abziehen, und die Luft zirkuliert spürbar besser. Für extrem heiße Sommertage, etwa im Süden oder im Mittelmeerraum, lässt sich zusätzlich ein DodgerMesh anbringen, das mit vier Druckknöpfen am Dodger befestigt wird und zugleich als Sichtschutz wie eine „Kapuze“ dient. Ergänzend wirkt die Tönung der Dodgerscheiben als Licht- und Sonnenschutz, wie man es in ähnlicher Form auch von großen Motoryachten oder Katamaranen kennt, insbesondere wenn die Temperaturen über 30 Grad steigen.
Im Standard ist der Innenraum der Bente bewusst schlicht gehalten und auf das Wesentliche reduziert. Wer das Boot stärker auf Reisen und Wochenendtörns ausrichten möchte, kann es optional zum PocketCruiser ausbauen. Dazu ist ein modulares Möbelsystem vorgesehen, das sich mit etwas handwerklichem Geschick auch vom Eigner selbst nachrüsten lässt, ähnlich dem Prinzip bekannter Selbstaufbau-Möbelsysteme. Alternativ können Bente- Händler passende Nachrüstsätze bereitstellen, etwa für eine Pantry oder für einen WC-Raum.
Die WC-Lösung ist variabel gedacht und bleibt im Alltag unauffällig. Der WC-Stauplatz befindet sich verdeckt unter der Salonsitzbank, und ein optionales Polster lässt sich je nach Bedarf nach vorn oder nach achtern verschieben. Ein separater WC-Raum kann bei Bedarf aufgestellt werden, lässt sich aber ebenso wieder abbauen, wenn die Crew das Boot maximal offen nutzen möchte. Je nach Konfiguration sollte der Aufbau in etwa eine Stunde dauern.
Auch die Pantry ist so konzipiert, dass sie Raum für individuelle Lösungen lässt. Ab Werft steht ein Möbelbauteil zur Verfügung, das der Kunde selbst oder über den Händlerstandort anpassen kann, etwa durch die Integration eines Kochplatzes oder eines Waschbeckensystems. Besonders praxisnah ist dabei ein geschlossenes Frisch- und Grauwassertanksystem in Form von Kanistern, das ohne Seeventile auskommt. Für die Bordtechnik sind Steckdosen für verschiedene Geräte vorgesehen, beispielsweise für Laptop oder Tablet, und zusätzlich 12-Volt-Anschlüsse, etwa für eine Kompressor-Kühlbox. So können Lebensmittel und insbesondere Getränke gekühlt aus dem Auto ins Boot übernommen und später ebenso unkompliziert wieder mit nach Hause genommen werden.
Für den Komfort an Bord der Bente sind weitere Ausstattungsdetails optional erhältlich. Dazu gehören indirekte Beleuchtung und Leselampen, ebenso wie ein Salontisch, der bei Bedarf auch als Cockpittisch genutzt werden kann. Zusätzlich sind je nach Wunsch feste Staufächer oder Schränke möglich, ergänzt durch Taschen, die flexible Ordnung an Bord erleichtern. Die Grundidee bleibt dabei durchgängig: Das Boot soll ab Werft so einfach und unkompliziert wie möglich segelfertig sein, gleichzeitig aber viele sinnvolle Optionen für eine spätere Individualisierung bieten, die entweder im Baukastenprinzip durch den Eigner selbst erfolgt oder über den Händler umgesetzt wird.
Schließlich lässt sich der Dodger nicht nur als Wetterschutz nutzen, sondern auch als funktionale Fläche für Energiegewinnung. Er eignet sich ideal als Träger für flexible Solarmodule, um den Strombedarf an Bord zu decken. Das konkrete Solarkonzept wird dabei individuell mit dem Händler nach Kundenwünschen geplant, während der Hersteller ab Werft die passenden Montageflächen und Voraussetzungen bereitstellt.

Stellvertretender Chefredakteur YACHT
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