Marlin 33Reisen, rasen, racen

Fridtjof Gunkel

 · 30.11.2022

Großer Tag: Der Mittelrumpf wird entformt
Foto: Marlin Trimarans
Bildergalerie Marlin 33

Der Silverrudder-Rekordhalter “Black Marlin” wird in Serie gebaut. Erste Bilder des faltbaren Carbon-Trimarans aus der Bauphase

Beim größten Einhand-Rennen der Welt (450 Meldungen) hält Jan Andersen mit seinem “Black Marlin” den Rekord: Nur 14 Stunden und acht Minuten brauchte der Konstrukteur und Bootsbauer, um den 133 Seemeilen langen Parcours um die dänische Insel Fünen abzureißen. Das war 2019 und ist bis heute klassenübergreifend ungeschlagen. Der Carbon-Trimaran geht nun als Marlin 33 in die Serie.

Ich habe einfach das Segelschiff gebaut, das ich selbst gern haben wollte”

Einen Markt dafür gibt es. Denn sie sind vielleicht die konsequentesten Performance-Cruiser und haben in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen: Trimarane lassen sich einerseits noch wohnlich ausstatten, andererseits liefern sie Hochleistung ab, Top-Speeds jenseits der 20-Knoten-Marke sind möglich, hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten garantiert, und selbst an der Kreuz performen sie sehr ordentlich.

Grund genug für ein florierendes Marktsegment, das derzeit im Wesentlichen Corsair, Astus und Dragonfly besetzen. Die Boote sieht Konstrukteur und Projektchef Jan Andersen aus Dänemark nicht als direkte Konkurrenz. Denn der mit dem Marlin 33 vergleichbar große Dragonfly ist mehr als doppelt so schwer, auch wenn das durch ein Großsegel, das in der „Evolution“-Ausführung zwölf Quadratmeter mehr Fläche als dasjenige des Marlin 33 hat, teils kompensiert wird. Andere Trimarane wiederum, etwa der SeaCart 30, sind nicht wohnlich, sondern reine Regattaschiffe

Von der Donau in die Welt

Das aus „Black Marlin“ entwickelte Serienboot soll sich denn wunschgemäß zwischen den Fahrtentris von Dragonfly und Corsair und den reinen Regattabooten ansiedeln. Der „Black Marlin“ wird als Marlin 33 auf der Elica-Werft in Kleinserie gebaut. Der Betrieb von Kaloyan Radulov liegt in Silistra/Bulgarien am Ufer der Donau und gehört zur Elica-Gruppe, die unter anderem Erntemaschinen herstellt. Die Werft ist auf 20.000 Quadratmeter Fläche mit einer Sieben-Achs-Fräse, CNC-Maschinen, Kompressionstischen und Öfen hochmodern ausgestattet und hat eine Möbelabteilung aufgebaut, die auf leichte Teile spezialisiert ist. Elica baut Teile wie Kerne und Formen, komplette Boote aus Sandwich mit Glas- oder Carbonlagen sowie allen gängigen Harzsystemen und auch im Vakuum-Infusionsverfahren in Formen oder als Einzelbau. Die Werft stellt mit dem Omaya 50+ eine eigene Serie von Motorboot-Katamaranen her.

Der Marlin 33 entsteht aus Carbon-Sandwich im Vakuum-Infusionsverfahren. Damit kommt das Boot auf ein Gewicht von nur 1,5 Tonnen – segelfertig. Stabilität bezieht es aus den Schwimmern, die auf eine stattliche Breite von 7,55 Meter ausgefaltet werden. Für die Box oder auch das Winterlager lassen sich die Schwimmer einfalten und die Breite so auf 3,55 Meter reduzieren. Mit Kick-up-Rudern und Schwenkschwert ist der Tiefgang ebenfalls variabel, von 2,10 auf 0,40 Meter.

Der Preis ist angemessen

450.000 Euro soll der Carbon-Trimaran kosten, inklusive Mehrwertsteuer. Dabei sind dann unter anderem ein rotierender Carbonmast mit Soft Rigging, ein Carbon-Bugspriet, Elektro-Einbaumotor (Torqeedo), Lithium-Akkus, Carbontisch im Salon und sogar hochwertige Laminat-Segel (Groß, Selbstwendefock, Code Zero) sowie ein Gennaker. Es gibt eine Race- und eine Cruising-Version mit etwas kürzerem Rigg und Ausbauoptionen.

Technische Daten Marlin 33

  • Gesamtlänge: 10,00 m
  • Rumpflänge Mittelrumpf: 9,60 m
  • Länge gefaltet: 11,60 m
  • Breite: 7,80 m
  • Breite gefaltet: 3,55 m
  • Breite Mittelrumpf: 2,54 m
  • Tiefgang: 2,10 m
  • Tiefgang Schwert oben: 0,40 m
  • Gewicht: 1,5 t
  • Großsegel: 46 qm (Raceversion)
  • Fock: 20 qm (Raceversion)

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