Bali 4.3Für mehr Freiraum auf allen Ebenen

Michael Good

 · 07.10.2026

Neues Boot, neues Konzept, neue Silhouette. Markant sind die weit nach vorne gezogenen Flanken des Kajütaufbaus. Die sorgen für guten Schutz im Frontcockpit.
Foto: Bali Catamarans
Mit dem neuen Bali 4.3 entwickelt die französische Werft ihr bewährtes Konzept weiter. Salon und Achtercockpit bilden weiterhin eine durchgehende Wohneinheit. Der weit nach vorn gezogene Kajütaufbau prägt aber einen neuen optischen Auftritt und schützt das Frontcockpit. Dazu kommen eine besonders großzügig gestaltete Flybridge sowie variable Ausbaukonzepte.

Bali Catamarans gibt seinem neuen 43-Fuß-Modell ein markantes Gesicht. Der Kajütaufbau zieht sich auf beiden Seiten ungewöhnlich weit nach vorn. Seine langen Flanken rahmen das Frontcockpit ein, seitliche Fenster dienen dort als Windschutz. Damit verändert sich nicht nur die Silhouette. Für die Konstruktion zeichnet Xavier Fäy verantwortlich, das Interieur gestalten Berco Design und Piaton.

Geschützter Logenplatz im Vorschiff

Grundlage bleibt eine Besonderheit der Marke: Die Plattform zwischen den Rümpfen ist bis ganz nach vorn zu den Bügen durchlaminiert. Anstelle der bei Katamaranen üblichen Netze oder Trampoline bietet der Bali 4.3 ein festes Vordeck. Darin liegt eine tiefe, durch die vorgezogenen Aufbauseiten gut geschützte Plicht mit Sitzgruppe und Sonnenliegen. Aus dem Salon führt eine Tür direkt in dieses Frontcockpit. Der Weg über die seitlichen Laufdecks entfällt damit, wenn die Crew zwischen den Wohnbereichen wechseln möchte.

Auch achtern hält Bali am bewährten Konzept fest. Eine große, nach oben schwenkende Heckklappe (Tilt Swing Door) öffnet den Salon zum Achtercockpit. Beide Bereiche bilden dann eine durchgehende Wohneinheit auf einer Ebene. Innen und außen sind so übergangslos gekoppelt. Geschlossen schützen die Heckklappe und die festen Seitenteile den Salon vor Wind und Wetter.

Steuern und entspannen auf dem Dach

Neu geordnet wird der Bereich darüber. Der Steuerstand sitzt nicht seitlich erhöht am Kajütaufbau, sondern ist als Arbeitscockpit in die geräumige Flybridge integriert. Somit kommen Steuern, Arbeiten und Entspannung auf einer gemeinsamen Ebene zusammen. Die Lounge auf dem Oberdeck nutzt dazu fast die gesamte Breite des Kajütdachs. Hinter dem Steuerstand bietet sie eine Sitzgruppe mit Tisch sowie zusätzliche Liegeflächen. Der Tisch lässt sich absenken, sodass mit ergänzenden Polstern eine große, durchgehende Sonnenliege entsteht.

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Zugänglich ist die Flybridge von beiden Seiten über eingeformte Treppen. Ein Bimini überspannt die gesamte Länge und soll sowohl den Steuerstand als auch den Aufenthaltsbereich beschatten und vor Wind und Wetter schützen.

Kurze Wege für die Bedienung

Der Mast steht weit achtern, unmittelbar vor der Flybridge-Lounge. Fallen und Schoten werden auf kurzen Wegen ins Arbeitscockpit geführt, wo die Bedienfunktionen zentral zusammenlaufen. Damit wird sich der Katamaran auch mit kleiner Crew oder einhand problemlos segeln lassen. Zur Standardbesegelung gehören eine Selbstwendefock und ein durchgelattetes Großsegel mit weit ausgestelltem Kopfbrett, dem katamarantypischen Square Head. Für leichte Winde ist zusätzlich ein Code Zero vorgesehen.

Am Heck ist eine elektrisch absenkbare Badeplattform geplant. Sie dient zugleich als Träger für das Beiboot und soll dessen Aussetzen und Bergen vereinfachen. Bali nennt dafür eine mögliche Beibootlänge von bis zu 3,40 Metern. Ohne Dinghy erweitert die abgesenkte Plattform den Platz zum Baden und für den Wassersport unmittelbar auf Höhe der Wasseroberfläche.

Vom Charterboot zur Eigneryacht

Unter Deck stehen zwei Grundrisse zur Wahl: drei Doppelkabinen für Eigner oder vier für den Chartereinsatz, jeweils mit eigener Nasszelle. In der Eignerversion bietet eine großzügige Suite ein 1,80 Meter breites Doppelbett sowie einen separaten Ankleidebereich. In den übrigen Kabinen und in der Charterversion mit vier Kabinen bleiben die Kojen mit einer Breite von 1,60 Metern immer noch überdurchschnittlich groß. Optional lässt sich außerdem eine Kabine für den Skipper ergänzen, dies mit einer Koje im Vorschiff des Backbordrumpfs und einer kleinen Nasszelle gegenüber im Steuerbordrumpf.

Besonderes Augenmerk legt Bali auf einen späteren Nutzungswechsel. Dank eines modularen Ausbaukonzepts soll sich ein Vierkabiner nach seinem Einsatz im Charterbetrieb leicht und mit wenig Aufwand zur Dreikabinen-Eignerversion umbauen lassen. Nach Werftangaben reichen dafür ein Umrüstsatz und Arbeiten am nicht tragenden Innenausbau. So kann das Schiff beim Verkauf an einen privaten Eigner ein zweites Leben erhalten.

Für längere Aufenthalte abseits der Marina setzt Bali zudem auf ein 48-Volt-Bordnetz mit Lithiumbatterien und optional bis zu 3.000 Watt Solarleistung. Die Werft stellt damit eine weitgehende Deckung des Energiebedarfs ohne Generator in Aussicht. Einen Preis hat die Werft bisher noch nich kommuniziert. Der erste Bali 4.3 ist im Bau und soll im April 2027 als Neuheit auf der Multihull Boatshow in La Grande Motte vorgestellt werden.

Technische Daten Bali 4.3

  • Konzeption: Aurélien Poncin
  • Konstrukteur: Xavier Fäy
  • Gestaltung Interieur: Berco Design / Piaton
  • Rumpflänge 13,02 m
  • Gesamtlänge mit Bugspriet und Badeplattform: 13,98 m
  • Länge Wasserlinie: 12,09 m
  • Breite: 7,42 m
  • Tiefgang: 1,40 m
  • Masthöhe über Wasserline: 21,74 m
  • Gewicht (leer): 14,0 t
  • Großsegel: 72,0 m2
  • Genua: 50,0 m2
  • Code O: 86,0 m2
  • Motorisierung: 2 x 50 PS Einbaudiesel
  • Kapazität Treibstoff: 800 lt
  • Kapazität Frischwasser: 860 lt
  • CE Entwurfskategorie: A(12) / B(16) / C(24) / D(30)

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Michael Good

Michael Good

Redakteur Test & Technik

Michael Good ist Testredakteur bei der YACHT und kümmert sich in der Funktion in erster Linie um neue Boote, deren Vorstellung sowie um die Produktion von Testberichten. Michael Good lebt und arbeitet in der Schweiz am unteren Bodensee. Er segelt seit Kindertagen und ist neben seiner beruflichen Tätigkeit auch seit vielen Jahren als aktiver Regattasegler unterwegs, derzeit vor allem in den Klassen Finn Dinghi und Melges 24. Zudem ist er Miteigner von einem 45er Nationalen Kreuzer mit Baujahr 1917. Michael Good arbeitet seit Januar 2005 für die YACHT-Redaktion und hat in der Zeit gegen 500 Yachten, Katamarane und Jollen getestet.

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