Bali Catamarans gibt seinem neuen 43-Fuß-Modell ein markantes Gesicht. Der Kajütaufbau zieht sich auf beiden Seiten ungewöhnlich weit nach vorn. Seine langen Flanken rahmen das Frontcockpit ein, seitliche Fenster dienen dort als Windschutz. Damit verändert sich nicht nur die Silhouette. Für die Konstruktion zeichnet Xavier Fäy verantwortlich, das Interieur gestalten Berco Design und Piaton.
Grundlage bleibt eine Besonderheit der Marke: Die Plattform zwischen den Rümpfen ist bis ganz nach vorn zu den Bügen durchlaminiert. Anstelle der bei Katamaranen üblichen Netze oder Trampoline bietet der Bali 4.3 ein festes Vordeck. Darin liegt eine tiefe, durch die vorgezogenen Aufbauseiten gut geschützte Plicht mit Sitzgruppe und Sonnenliegen. Aus dem Salon führt eine Tür direkt in dieses Frontcockpit. Der Weg über die seitlichen Laufdecks entfällt damit, wenn die Crew zwischen den Wohnbereichen wechseln möchte.
Auch achtern hält Bali am bewährten Konzept fest. Eine große, nach oben schwenkende Heckklappe (Tilt Swing Door) öffnet den Salon zum Achtercockpit. Beide Bereiche bilden dann eine durchgehende Wohneinheit auf einer Ebene. Innen und außen sind so übergangslos gekoppelt. Geschlossen schützen die Heckklappe und die festen Seitenteile den Salon vor Wind und Wetter.
Neu geordnet wird der Bereich darüber. Der Steuerstand sitzt nicht seitlich erhöht am Kajütaufbau, sondern ist als Arbeitscockpit in die geräumige Flybridge integriert. Somit kommen Steuern, Arbeiten und Entspannung auf einer gemeinsamen Ebene zusammen. Die Lounge auf dem Oberdeck nutzt dazu fast die gesamte Breite des Kajütdachs. Hinter dem Steuerstand bietet sie eine Sitzgruppe mit Tisch sowie zusätzliche Liegeflächen. Der Tisch lässt sich absenken, sodass mit ergänzenden Polstern eine große, durchgehende Sonnenliege entsteht.
Zugänglich ist die Flybridge von beiden Seiten über eingeformte Treppen. Ein Bimini überspannt die gesamte Länge und soll sowohl den Steuerstand als auch den Aufenthaltsbereich beschatten und vor Wind und Wetter schützen.
Der Mast steht weit achtern, unmittelbar vor der Flybridge-Lounge. Fallen und Schoten werden auf kurzen Wegen ins Arbeitscockpit geführt, wo die Bedienfunktionen zentral zusammenlaufen. Damit wird sich der Katamaran auch mit kleiner Crew oder einhand problemlos segeln lassen. Zur Standardbesegelung gehören eine Selbstwendefock und ein durchgelattetes Großsegel mit weit ausgestelltem Kopfbrett, dem katamarantypischen Square Head. Für leichte Winde ist zusätzlich ein Code Zero vorgesehen.
Am Heck ist eine elektrisch absenkbare Badeplattform geplant. Sie dient zugleich als Träger für das Beiboot und soll dessen Aussetzen und Bergen vereinfachen. Bali nennt dafür eine mögliche Beibootlänge von bis zu 3,40 Metern. Ohne Dinghy erweitert die abgesenkte Plattform den Platz zum Baden und für den Wassersport unmittelbar auf Höhe der Wasseroberfläche.
Unter Deck stehen zwei Grundrisse zur Wahl: drei Doppelkabinen für Eigner oder vier für den Chartereinsatz, jeweils mit eigener Nasszelle. In der Eignerversion bietet eine großzügige Suite ein 1,80 Meter breites Doppelbett sowie einen separaten Ankleidebereich. In den übrigen Kabinen und in der Charterversion mit vier Kabinen bleiben die Kojen mit einer Breite von 1,60 Metern immer noch überdurchschnittlich groß. Optional lässt sich außerdem eine Kabine für den Skipper ergänzen, dies mit einer Koje im Vorschiff des Backbordrumpfs und einer kleinen Nasszelle gegenüber im Steuerbordrumpf.
Besonderes Augenmerk legt Bali auf einen späteren Nutzungswechsel. Dank eines modularen Ausbaukonzepts soll sich ein Vierkabiner nach seinem Einsatz im Charterbetrieb leicht und mit wenig Aufwand zur Dreikabinen-Eignerversion umbauen lassen. Nach Werftangaben reichen dafür ein Umrüstsatz und Arbeiten am nicht tragenden Innenausbau. So kann das Schiff beim Verkauf an einen privaten Eigner ein zweites Leben erhalten.
Für längere Aufenthalte abseits der Marina setzt Bali zudem auf ein 48-Volt-Bordnetz mit Lithiumbatterien und optional bis zu 3.000 Watt Solarleistung. Die Werft stellt damit eine weitgehende Deckung des Energiebedarfs ohne Generator in Aussicht. Einen Preis hat die Werft bisher noch nich kommuniziert. Der erste Bali 4.3 ist im Bau und soll im April 2027 als Neuheit auf der Multihull Boatshow in La Grande Motte vorgestellt werden.

Redakteur Test & Technik
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