Astus 26.5 im TestDieser Trimaran schrumpft auf Trailermaß

Michael Good

 · 23.10.2026

Die Konstrukteure bei VPLP haben die Schwimmer nun noch deutlich voluminöser gestaltet. Damit segelt der Astus ausgewogen und schnell.
Foto: Astus Boats
​Der Astus 26.5 aus der Bretagne verbindet sportliche Segeleigenschaften mit universellen Einsatzmöglichkeiten. Im Test zeigt das neue Flaggschiff, was es kann – und das ist nicht wenig.

Themen in diesem Artikel

​Üppig ist das Angebot nicht. Kleine, trailerbare und zugleich bewohnbare Trimarane bilden eine überschaubare Nische, die sich nur wenige Hersteller teilen. Zu den etablierten Anbietern zählen Corsair Marine, Dragonfly, Tricat und Astus Boats. Sie profitieren von einer wachsenden Nachfrage, denn die handlichen Dreirümpfer verbinden gute Segelleistungen und hohes Spaßpotenzial mit großer Flexibilität. Gleichzeitig eignen sie sich für kurze Touren und sogar für den Familientörn: eine Mischung aus Sportboot und Kleinkreuzer auf drei Rümpfen.

Während Wettbewerber wie Dragonfly das Trimaran-Konzept auch ins größere Format umsetzen, konzentriert sich die Marke Astus Boats aus Frankreich seit ihren Anfängen im Jahr 2004 ausschließlich auf kleinere und kompakte Modelle zwischen vier und knapp acht Metern Rumpflänge. Der neue Astus 26.5 markiert jetzt das obere Ende des Programms der bretonischen Trimaran-Spezialisten.

Von 5,80 auf 2,54 Meter Breite

Ein entscheidender Aspekt kleiner Dreirümpfer ist die Möglichkeit, ihre Breite zu reduzieren. Astus setzt dafür auf ein ebenso einfaches wie markentypisches Prinzip: Die Beams bestehen aus versetzt angeordneten Aluminiumrohren, die in größer dimensionierten, im Mittelrumpf integrierten Passrohren stecken. An Land werden die Schwimmer parallel dicht an den Mittelrumpf geschoben, auf dem Wasser mithilfe eines Schotzugs und einer Winsch eingefahren. So lässt sich die Breite des Astus 26.5 von 5,80 auf 3,10 Meter im Hafen und auf 2,54 Meter für den Straßentransport verringern. Im Test funktioniert das einfach und zuverlässig.

Mit dieser simplen und kostengünstigen Lösung hebt sich Astus von der Konkurrenz ab. Bei Corsair werden die Schwimmer eingeklappt, bei Dragonfly und Tricat über Gelenke nach hinten geschwenkt. Diese Lösungen sind komfortabler, erfordern aber aufwendige Scharniere, stabile Gelenke und verstärkte Rumpfstrukturen. Der Nachteil des Astus-Konzepts: Vor dem Verschieben müssen die Trampoline gelockert und nachher wieder gespannt werden. Wer die Breite regelmäßig verändert, hat damit mehr Aufwand als mit den Klappsystemen der Wettbewerber.

Die Konstruktion des Astus 26.5 stammt aus dem renommierten Büro VPLP Design. Im Vergleich zum kleineren Astus 22.5 sind sowohl der Mittelrumpf als auch die beiden Schwimmer nochmals voluminöser ausgefallen. Gleichzeitig wurden die Rümpfe im Unterwasserbereich flacher gezeichnet. Das Ruderblatt steckt in einer außen am Heck montierten Kassette und lässt sich aufholen. Und gegen die Abdrift arbeitet ein kohlefaserverstärktes Schwenkschwert im Mittelrumpf. Dessen seitlich versetzter Kasten ist in das Möbelfundament der Salonbank integriert; der Innenraum bleibt dadurch frei von störenden Einbauten. Mit vollständig abgesenktem Schwert beträgt der Tiefgang maximal 1,80 Meter, aufgeholt sind es lediglich 35 Zentimeter. Damit lässt sich der Astus 26.5 dicht an den Strand fahren und leichter auf den Anhänger slippen.

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Agil in der Wende, hoher Druck auf der Pinne

Die Testbedingungen vor La Trinité-sur-Mer in der Bretagne fallen mit acht bis maximal zwölf Knoten Wind eher leicht aus. Dennoch kann der Astus 26.5 sein volles Geschwindigkeitspotenzial andeuten. Mit Gennaker beschleunigt der Trimaran auf halbem Wind auf mehr als acht Knoten Fahrt.

Das Aufkreuzen zählt nicht zu den Paradedisziplinen kleiner Mehrrumpfboote. Auch beim Astus 26.5 lässt sich der Wendewinkel mit der knapp überlappenden Genua nur schwer unter 110 Grad drücken. Hart am Wind erreicht das Boot bis knapp sechs Knoten. Der Trimaran bewegt sich dabei leicht und agil und kommt zügig durch die Wenden, auch ohne Backhalten des Vorsegels. Hier zeigen sich offenbar die Vorteile der neuen Rumpfformen. An der sehr kurzen Pinne baut sich allerdings relativ viel Ruderdruck auf. Das ist hart am Wind auf Dauer unangenehm und kostet zudem Steuergefühl; eine etwas längere Pinne wäre sinnvoll. Zudem sitzt der Steuermann hinter den Aluminiumrohren der Beams etwas beengt. Dafür sind die Schotwinschen aus seiner Position gut erreichbar. Und auch die Fallen oder Genuaschoten würden sich mit zusätzlichen Blöcken auf die Winschen umlenken lassen.

Vier Schlafplätze für kurze Familientörns

Unter Deck reicht der Platz für kurze, unkomplizierte Familientörns. Bis zu vier Personen können an Bord schlafen. Optional sind zudem zwei Pantrymodule mit kleinem Kocher und Spüle erhältlich, so wie beim Testschiff auch. Und ein mobiles Chemieklo passt unter die Vorschiffskoje. Diese misst im Schulterbereich 1,36 Meter und bietet zwei Personen knappen Platz. Auch die Salonsofas dienen als Liegeflächen. Einfallsreiche Erweiterungen vergrößern ihre Liegebreite von 54 auf 64 Zentimeter. Der Ausbau ist generell einfach, funktional und schnörkellos.

Knapp 100.000 Euro reichen noch nicht für alle Segel

Der Grundpreis für den Astus 26.5 liegt einschließlich der Standardsegel bei knapp 100.000 Euro. Damit ist das Boot natürlich noch nicht vollständig ausgerüstet. Für Gennaker oder Code Zero werden Aufpreise fällig. Ohne diese zusätzlichen Segel lässt sich das sportliche Potenzial des Trimaran-Konzepts nur eingeschränkt nutzen. So gesehen gehören sie zum Konzept. Auch ein passender Straßentrailer ist für ein Boot mit diesem Anspruch beinahe zwingend.

  • ​Grundpreis ab Werft: 98.075 €
  • Preis segelfertig: 105.140 €
  • Garantie/gegen Osmose: 2/2 Jahre

​Stand 2026, wie die ausgewiesenen Preise definiert sind, lesen Sie hier.

Angesichts der eigenständigen Konstruktion, der variablen Breite und der vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten erscheint der Preis dennoch angemessen. Der Astus 26.5 verbindet ansprechende Segelleistungen, Trailerbarkeit und einfache Tourentauglichkeit zu einem stimmigen Gesamtpaket. Herausragend ist nicht jedes Detail, wirklich falsch macht der kompakte Trimaran aber nichts.


Weiterlesen bei YACHT: Im Test des kleineren Astus 22.5 musste sich das Konzept bei deutlich mehr Wind und Welle bewähren.


YACHT-Bewertung des Astus 26.5

​Sportlicher, trailerbarer Kleinkreuzer mit drei Rümpfen und einem durchdachten Breitenkonzept. Die Segeleigenschaften sind gut und der Preis stimmt auch.

Konstruktion und Konzept

Breites Einsatzspektrum

Trailertauglich und slipbar

Segelleistung und Trimm

Einhandtaugliches Handling

Viel Ruderdruck am Wind

Wohnen und Ausbauqualität

Einfacher, funktionaler Ausbau

Küchenmodule nur optional

Ausrüstung und Technik

Simples Einschubsystem

Zu kurze Pinne


Der Astus 26.5 im Detail

Schlanke Rümpfe, aber bewohnbar: Bis zu vier Personen können unter Deck übernachten. Das Vorschiff bietet Platz für zwei.Foto: YACHTSchlanke Rümpfe, aber bewohnbar: Bis zu vier Personen können unter Deck übernachten. Das Vorschiff bietet Platz für zwei.

​Technische Daten des Astus 26.5

  • CE-Entwurfskategorie: A
  • Rumpflänge: 7,90 m
  • Gesamtlänge: 8,90 m
  • Wasserlinienlänge: 7,90 m
  • Breite: 5,80 m
  • Breite im Hafen: 3,10 m
  • Breite auf Trailer: 2,54 m
  • Tiefgänge (Schwert): 0,35–1,80 m
  • Masthöhe über WL: 11,30 m
  • Theoretische Rumpfgeschwindigkeit: 5,3 kn
  • Gewicht: 1,2 t
  • Großsegel: 24,0/27,0 m²
  • Genua: 11,0/13,0 m²
  • Code Zero: 26,0 m²
  • Gennaker: 35,0 m²
  • Maschine/Außenborder: 6 PS

​Rumpf- und Decks­bauweise

Mittelrumpf und Seitenschwimmer gebaut als GFK-Konstruktionen im Vakuuminfusionsverfahren mit Schaumkern. Die Beams ­bestehen aus Aluminium-Rohren.


Rigg und Segel

Aluminium-Rigg von Hersteller Seldén mit konventioneller Diamond-Verwantung. Eine Mastlegevorrichtung ist in Vorbereitung. Ein Satz einfacher Dacronsegel (durchgelattetes Großsegel und Genua) ist im Lieferumfang enthalten, einen Gennaker oder einen rollbaren Code Zero gibt es als Option dazu.


Motorisierung

Der optionale Antrieb wird am Heck angehängt und wird unter Segel hochgeklappt. Möglich ist ein Benzin-Außenborder oder ein Elektromotor.


​Werft

Astusboats, F-56400 Brech; www.astusboats.com


Vertrieb

Sport Mohr e. K., 23858 Reinfeld; www.sportmohr.de


Buchtipp

Katamaran segeln von Tom und Brian Phipps ergänzt das Thema sportliche Mehrrumpfboote um Grundlagen und Techniken des Segelns auf zwei Rümpfen. Das Buch erklärt Manöver, Gennakereinsatz und Segeltrimm sowie das Steuern aus dem Trapez. Zahlreiche Fotos veranschaulichen die Abläufe. Der Schwerpunkt liegt ausdrücklich auf Katamaranen, nicht auf Trimaranen. Wer seine Kenntnisse der Katamaranpraxis vertiefen möchte, findet hier einen als E-Book verfügbaren Leitfaden.


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​Astus 26.5 versichern ab 860,33 Euro im Jahr* – Haftpflicht und Kasko. Viele Optionen möglich: Versichern Sie den Bootstrailer einfach mit. Einfach online ausrechnen und abschließen: yachting24.de

* Angebot von Yachting24 gültig für Versicherungssumme 98.000 Euro (bei Zeitwertdeckung), Selbstbeteiligung 700 Euro, Haftpflicht-Deckungssumme 8 Millionen Euro.


​Ist das einfache Schiebesystem des Astus 26.5 die klügere Lösung oder rechtfertigt der zusätzliche Komfort aufwendigere Klappsysteme? Diskutieren Sie mit und schreiben Sie Ihre Meinung in die Kommentare.

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Michael Good

Michael Good

Redakteur Test & Technik

Michael Good ist Testredakteur bei der YACHT und kümmert sich in der Funktion in erster Linie um neue Boote, deren Vorstellung sowie um die Produktion von Testberichten. Michael Good lebt und arbeitet in der Schweiz am unteren Bodensee. Er segelt seit Kindertagen und ist neben seiner beruflichen Tätigkeit auch seit vielen Jahren als aktiver Regattasegler unterwegs, derzeit vor allem in den Klassen Finn Dinghi und Melges 24. Zudem ist er Miteigner von einem 45er Nationalen Kreuzer mit Baujahr 1917. Michael Good arbeitet seit Januar 2005 für die YACHT-Redaktion und hat in der Zeit gegen 500 Yachten, Katamarane und Jollen getestet.

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