Viel Segelfläche und trotzdem unkompliziertes Handling: Das ist das Versprechen des Code Zero. Damit das Manöver gelingt, müssen Fall, Furler und Schoten vorbereitet sein. Beim Trimmen entscheidet die Bauart des Vorlieks darüber, wie viel Fallspannung das Segel benötigt.
Den Code Zero immer in Luv der Genua setzen. So kann die aufgerollte Wurst nicht nach Lee auswehen. Die Leeschot vor dem Setzen um das Vorstag herum zum Schothorn führen. Beim Hochziehen nach oben schauen: Die Wurst darf sich nicht am Vorstag oder an den Salingen verfangen. Das Fall zunächst auf die für die jeweilige Vorliekskonstruktion nötige Spannung bringen, dann ausrollen. Die Luvschot muss beim Ausrollen frei laufen können. Mit der Leeschot wird das Segel kontrolliert geöffnet, bis es vollständig steht.
Das Fall zunächst maximal dichtsetzen. Beim Abfallen sukzessive nachlassen. Das Vorliek gibt nach, bereits wenige Zentimeter machen den Unterschied. Orientierung für den Grundtrimm: Das Achterliek des Code Zero sollte parallel zum Achterliek des Großsegels verlaufen. Ein etwas höheres Schothorn verbessert das Twistverhalten erheblich. Das Segel geht oben gleichmäßiger auf und lässt sich auf unterschiedlichen Kursen ohne Barberholer fahren. Wird die Schot zu stark dichtgeholt, schließt das Achterliek. Das Segel erzeugt mehr Krängung und Ruderdruck, ohne das Boot entsprechend zu beschleunigen.
Das Fall beim Segeln nicht maximal spannen. Zu viel Last auf dem Fall lässt das Vorliek einfallen und das Segel wird instabil. Auch bei spitzem Windeinfall das Fall nachgeben und das Vorliek beobachten, bis es nach Luv projiziert und das Segel den maximalen Vortrieb entwickelt. Auf tieferen Kursen können weitere 40 bis 50 Zentimeter Fallspielraum nötig sein. Der genaue Weg hängt von Segelgröße, Schnitt und Vorliekskonstruktion ab. Structured-Luff-Segel werden bewusst über Fall oder Halsleine getrimmt. Wird zu weit gefiert, verliert das Vorliek genau wie bei zu viel Fallspannung seine Stabilität.
Unabhängig von der Vorliekskonstruktion wird die Schot so weit gefiert, bis das Vorliek leicht einfällt. Danach gerade so weit dichtholen, dass das Segel wieder ruhig steht. Öffnet das Achterliek im oberen Bereich zu stark, muss der Schotzug steiler nach unten wirken. Schließt es zu stark, hilft ein weiter außen oder achtern liegender Zugpunkt.
Ein Barberholer erweitert den Trimmbereich. Auf tieferen Kursen kann der Schotzug weiter nach außen verlegt werden. Dadurch öffnet das Achterliek und der Code Zero wird weniger stark vom Großsegel abgedeckt.
Wie sich die Schotführung bei einem Raumwindsegel auf Profil und Stabilität auswirkt, wird im Praxisratgeber zum Gennakertrimm anhand der wichtigsten Einstellungen erklärt.
Auf etwa 130 Grad zum wahren Wind abfallen. Das nimmt Druck aus dem Tuch. Das Fall wieder dichtsetzen. Egal um welche Vorliekskonstruktion es sich handelt. Zum Einrollen benötigen alle eine höhere Vorliekspannung. Darauf achten, dass die Luvschot unter dem Furler liegt. Liegt sie darüber, kann sie beim Rollen von der Trommel oder vom Segel erfasst werden. Schot fieren, Segel bis auf etwa ein Drittel einrollen, dann leicht gegenhalten und weiter eindrehen. Die Schot etwa zweimal mit aufwickeln. Die Schotwindungen verhindern, dass sich der Code Zero unbeabsichtigt wieder öffnet. Erst wenn die Rolle gesichert ist, wird das Fall zum Bergen der Wurst gelöst.
Die Rollleine läuft als geschlossener Ring vom Furler zum Cockpit und wieder zurück. Beide Parten müssen frei laufen und leicht unter Spannung bleiben. Eine zu lose Rollleine kann von der Trommel springen oder sich an Deck verfangen. Verdreht sich der geschlossene Ring, steigt die Reibung in den Führungsbeschlägen.
Auch die Leine selbst muss zum Furler passen. Ein griffiger, formstabiler Mantel verbessert die Kraftübertragung in der Trommel und den Halt in der Hand. Durchmesser und Konstruktion richten sich nach der verwendeten Rollanlage.
Welche manuellen und elektrischen Systeme das Einrollen erleichtern, wird im Vergleich von Furlern für Code Zero und Gennaker anhand unterschiedlicher Antriebe erklärt.
Beim Setzen darf die Winsch erst kräftig eingesetzt werden, wenn der Code Zero frei läuft. Hat sich das Segel am Vorstag oder an einer Saling verfangen, entstehen schnell hohe Lasten.
Beim Bergen erschwert zu viel Druck im Tuch das Einrollen. Abfallen und beherztes Fieren der Schot bringen das Segel aus dem Wind.
Die Fallspannung darf nicht nach einem starren Wert eingestellt werden. Anti-Torsionskabel, Hybrid und Cableless verlangen unterschiedliche Einstellungen. Markierungen am Fall helfen dabei, die erprobten Positionen für Setzen, Einrollen und verschiedene Kurse schnell wiederzufinden.
Segel- und Riggtrimm von Ivar Dedekam behandelt den Trimm von Vorsegeln, Großsegel, Spinnaker und Gennaker sowie die Einstellungen am Rigg. Mehr als 150 Farbillustrationen machen sichtbar, wie Schotzug, Profiltiefe und Twist zusammenwirken..
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Stellvertretender Chefredakteur YACHT
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