Aquila 45 SailDie neue Katamaran-Offensive aus Übersee

Michael Good

 · 28.07.2026

Die markante Konstruktion zeigt einen hohen, weit nach vorne gezogenen Kajütaufbau.
Foto: Aquila Boats
Der amerikanische Motor-Katamaran-Spezialist Aquila setzt jetzt auch Segel. Nach der größeren Aquila 50 Sail folgt mit der neuen Aquila 45 Sail ein besonders wohnlicher Fahrtenkatamaran mit Frontcockpit, Flybridge und markantem Design. Die Weltpremiere ist für September auf dem Cannes Yachting Festival angekündigt.

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Aquila Catamarans hat sich bislang vor allem mit einer breit gefächerten Modellpalette von Motor-Katamaranen einen Namen gemacht. Jetzt erweitert die US-Marke ihr Angebot um eine eigenständige Reihe von Segel-Katamaranen und möchte zugleich ihre Präsenz auf dem europäischen Markt verstärken. Den Auftakt machte Anfang 2026 die Aquila 50 Sail, die nach ihrer Weltpremiere in Miami erstmals auf der Multihull Show in La Grande-Motte in Europa gezeigt wurde. Als zweites Modell folgt nun die kompaktere Aquila 45 Sail. Ihre Weltpremiere ist für das Cannes Yachting Festival vom 8. bis 13. September 2026 angekündigt.

Die Konstruktion zeigt eine eigenständige und durchaus markante Formensprache: Der Kajütaufbau reicht weit nach vorn, während die Rümpfe vor allem im Bereich der Vorschiffe sehr voluminös ausfallen. Unterhalb der ausgeprägten Kimmkanten sollen die Wasserlinien dagegen vergleichsweise schlank bleiben und damit die Voraussetzungen für ordentliche Segeleigenschaften schaffen.

Feste Plattform statt Trampolin

Besonders auffällig ist die vollständig geschlossene Plattform zwischen den Rümpfen, die bis an die Bugspitzen reicht. Ein Trampolin gibt es damit nicht. Das konstruktive Prinzip erinnert an die Fahrtenkatamarane der französischen Marke Bali. Der feste Vorbau schafft Platz für ein vertieft angeordnetes Frontcockpit mit Sitzgruppe sowie zusätzliche Sonnenliegen. Direkt dahinter führt eine wasserdicht verschließbare Tür in den Salon.

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Ein zweiter großer Aufenthaltsbereich befindet sich auf der offenen Flybridge. Dort sind eine U-förmige Sitzgruppe, ein kleiner Tisch und eine zusätzliche, nach vorn ausgerichtete Bank vorgesehen. Seitlich daneben liegt der erhöhte Steuerstand. Er ist über eine Treppe direkt mit dem achteren Gästecockpit verbunden. Alle Fallen, Schoten und Trimmleinen laufen gebündelt ins Cockpit zurück und werden dort über zwei große Winschen bedient, auf Wunsch mit Unterstützung von Elektromotoren. Eine Besonderheit ist das erhöhte und mit einer zusätzlichen Reling gesicherte Gangbord, das vom Steuerbereich und von der Flybridge nach vorn zum Bugcockpit führt. So lässt sich das Vorschiff schnell erreichen, ohne zunächst auf das tiefer liegende Seitendeck hinabsteigen zu müssen.

Große Genua statt Selbstwendefock

Zur Standardausstattung gehört ein Aluminiummast mit zwei Salingspaaren. Daran setzt Aquila ein durchgelattetes Großsegel mit konventionellem Kopf und 78 Quadratmetern Fläche. Optional ist ein sportlicheres Großsegel mit Square-Top und 82,2 Quadratmetern Segelfläche erhältlich. Dazu kommt die überlappende Rollgenua mit 47,6 Quadratmetern. Eine Selbstwendefock ist dagegen auch als Option nicht vorgesehen.

Drei oder vier Doppelkabinen

Unter Deck stehen Ausführungen mit drei oder vier Doppelkabinen zur Wahl. In der Eignerversion belegt die großzügige Hauptkabine den gesamten Backbordrumpf. Die Doppelkoje ist im Vorschiff quer zur Fahrtrichtung angeordnet, ergänzt durch eine Sitz- und Arbeitsecke, viel Stauraum und einen begehbaren Schrank. Achtern schließt eine große Nasszelle mit separater Dusche und abgeteiltem WC an. Im Steuerbordrumpf befinden sich zwei weitere Doppelkabinen mit jeweils eigenem Bad und abgetrennter Dusche.

Alternativ steht auch eine weitgehend symmetrische Ausbauversion mit vier Doppelkabinen und vier eigenen Nasszellen zur Wahl, zum Beispiel für den Einsatz im Chartergeschäft. Dazu können in den Vorschiffen ein oder zwei kleine Kabinen für den Skipper beziehungsweise die Skipperin eingerichtet werden. Insgesamt nennt Aquila Schlafplätze für bis zu zwölf Personen. Die unterschiedlichen Grundrisse und Ausbauvarianten sind oben in der Bildergalerie zu sehen.

Gebaut in China

Der Firmensitz von Aquila Boats befindet sich in Clearwater im US-Bundesstaat Florida. Gebaut werden die Boote allerdings bei Sino Eagle Yachts in Hangzhou, China. Rumpf, Deck, Schotten und strukturelle Verstärkungen entstehen als GFK-Sandwichkonstruktionen im Vakuum-Infusionsverfahren. Dabei verwendet die Werft osmosebeständiges Vinylesterharz und Schaumkerne mit je nach Belastung unterschiedlicher Dichte. Für den Antrieb sorgen serienmäßig zwei Volvo-Penta-Dieselmotoren mit jeweils 50 PS und Saildrives. Einen Preis für die Aquila 45 Sail hat die Werft noch nicht bekannt gegeben. Weitere Angaben dazu dürften spätestens zur Weltpremiere in Cannes folgen..

Technische Daten Aquila 45 Sail

  • Konstrukteur:
  • Rumpflänge: 14,38 m
  • Breite: 7,77 m
  • Tiefgang: 1,56 m
  • Gewicht (leer): 16,15 t
  • Masthöhe über Wasserlinie: 21,55 m
  • Großsegel: 78,0 m2
  • Großsegel (Square Top); 82,20 m2
  • Rollgenua: 47,58 m2
  • Code Zero: 95,0 m2
  • Motorisierung: 2 x 50 PS (Volvo Penta) / Saildrive
  • Motorisierung optional: 2 x 60 PS
  • Kapazität Treibstoff: 620 lt
  • Kapazität Frischwasser: 880 lt
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Michael Good

Michael Good

Redakteur Test & Technik

Michael Good ist Testredakteur bei der YACHT und kümmert sich in der Funktion in erster Linie um neue Boote, deren Vorstellung sowie um die Produktion von Testberichten. Michael Good lebt und arbeitet in der Schweiz am unteren Bodensee. Er segelt seit Kindertagen und ist neben seiner beruflichen Tätigkeit auch seit vielen Jahren als aktiver Regattasegler unterwegs, derzeit vor allem in den Klassen Finn Dinghi und Melges 24. Zudem ist er Miteigner von einem 45er Nationalen Kreuzer mit Baujahr 1917. Michael Good arbeitet seit Januar 2005 für die YACHT-Redaktion und hat in der Zeit gegen 500 Yachten, Katamarane und Jollen getestet.

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