Besonders deutlich zeigt sich der konzeptionelle Sprung beim Layout an Deck. Die Plattform ist bei der neuen Lagoon 47 spürbar weiter nach vorn bis zu den Bügen gezogen. Dadurch gewinnt vor allem das Frontcockpit erheblich an Nutzfläche. Der Bereich ist großzügiger gestaltet als bisher, mit zusätzlichen Sitzflächen, Sonnenliegen und einem kleinen Tisch. Neu ist zudem der direkte Zugang vom Salon aus: Eine wasserdicht verschließbare Tür verbindet den Innenraum mit dem Vorschiff und macht das Frontcockpit damit viel selbstverständlicher und vielseitiger nutzbar als bislang.
Zusammen mit dem Salon und dem achterlichen Außencockpit entsteht so eine große, durchgehende Wohnebene. Lagoon spricht von mehr als 40 Quadratmetern bewohnbarer Fläche, die sich über die drei Bereiche verteilt. Für einen Katamaran dieser Größe ist das bemerkenswert und unterstreicht den Anspruch, das Leben an Bord noch stärker nach außen zu verlagern – mit kurzen Wegen, offenen Sichtachsen und mehreren gleichwertig nutzbaren Aufenthaltszonen.
Der Steuerstand bleibt seitlich erhöht angeordnet, ist auf der neuen Lagoon 47 nun aber noch besser und direkter über eine Treppe aus dem hinteren Cockpit zugänglich. Sämtliche Fallen, Schoten und Trimmleinen laufen zentral ins Steuercockpit, sodass alle Segelfunktionen von dort aus bedient werden können. Auch die Sitzbank hinter der Radsteuerung ist größer geworden, sodass dort jetzt zwei Personen bequem sitzen können. Im Standard wird die Flybridge von einem großen Bimini gegen Sonne und Regen geschützt, zusätzliche Liegeflächen erweitern den Bereich. Achtern bietet das Cockpit eine große Sitzgruppe mit Platz für bis zu zehn Personen. Eine Sitzbank bildet den Abschluss zum Heck; ihre klappbaren Rückenlehnen erlauben es, wahlweise nach innen zur Cockpitrunde oder nach außen mit Blick aufs Wasser zu sitzen.
Im Vergleich zum Vorgängermodell steht der Mast auf der neuen Lagoon 47 wieder deutlich weiter vorn. Damit entfällt allerdings auch die Möglichkeit einer Selbstwendefock; sie wird nicht mehr angeboten, auch nicht als Option. Im Standard trägt das neue Modell von Lagoon ein Großsegel in Kombination mit einer Genua und einer mäßigen Segelfläche. Die Segeltragezahl liegt mit 4,3 im mittleren Bereich für Fahrtenkatamarane. Getrimmt wird das Großsegel über einen Traveller auf dem Bimini.
In der Version für Eigner wird der Steuerbordrumpf als große Suite mit Doppelbett achtern, einem offenen Büro- und Aufenthaltsbereich und einem riesigen Bad im Vorschiff mit abgetrennter Dusche ausgebaut. Für den Einsatz im Yachtcharter werden hier zwei Doppelkabinen mit jeweils eigener Nasszelle eingebaut. Gegenüber im Rumpf auf der Backbordseite bleibt es in allen Ausbauversionen bei zwei Doppelkabinen vorn und achtern mit eigenen Toilettenräumen. Dabei ist die hintere Kabine durch einen separaten Niedergang auch direkt aus dem Cockpit zu erreichen.
Zwischen den Kabinen ist ein zentraler Raum für flexible Nutzung ausgewiesen. Diesen Bereich können sich die Käufer je nach Wunsch und Anspruch ausbauen lassen, etwa als Utility-Raum, als begehbaren Ankleideraum, als Büro oder als Werkstatt. Auch ein Ausbau als fünfte Doppelkabine mit übereinander eingebauten Pullman-Kojen wäre hier möglich. Die verschiedenen Layouts für diese Ausbauvarianten sind oben in der Galerie abgebildet.
Die neue Lagoon 47 soll als Neuheit im September 2026 auf dem Yachtfestival in Cannes ihre Weltpremiere feiern. Der Grundpreis zur Markteinführung wird mit 680.000 Euro netto angegeben. Inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer beträgt der Brutto-Preis damit 809.200 Euro.

Redakteur Test & Technik