Die “Tarantella” ist in Pietarsaari (Finnland) wieder zu Wasser gelassen worden. Die Swan 36 war 1967 die erste Yacht, die von Nautor gebaut wurde. Nach einer vollständigen Restaurierung in der finnischen Werft kehrt das Boot nun in den Golf von Bothnia zurück, wo es vor 59 Jahren erstmals das Wasser berührte. Die Rückkehr markiert einen Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen der Werft. Pekka Koskenkylä hatte am 23. September 1966 die Firma Koskenkylä & Co. gegründet, die 1970 zu Nautor AB wurde. Seine Entscheidung, mit dem renommierten Konstruktionsbüro Sparkman & Stephens zusammenzuarbeiten und auf GFK zu setzen, war damals wegweisend. Das Material galt als Zukunftstechnologie im Yachtbau. Seit 1967 hat die Werft fast 2.400 Yachten gebaut. Die “Tarantella” wird nun als Botschafterin in bedeutenden Regatten segeln und die Marke und ihre Werte repräsentieren.
Die Restaurierung der Swan wurde von einer Reihe technischer Partner unterstützt. Dazu gehören North Sails und North Sails Italy für die Besegelung, Navico Group mit B&G für die Elektronik sowie Mastervolt für die elektrischen Systeme. Universe Yachting, Essma und Seldén lieferten weitere technische Komponenten. Gottifredi & Maffioli über Velamania steuerten Tauwerk bei, AXXON und Gori waren ebenfalls beteiligt. Fixafell, Sail Tech und Spinlock unterstützten mit Deck-Equipment. Cabin Denmark über Broxe GmbH & Co. KG sowie Olcese Ricci trugen zur Innenausstattung bei. Harken und Harken Italy lieferten Beschläge, Kiwigrip und Scandinavian Teak Deck sorgten für die Decksgestaltung. TOVAB Wi-Bo Metal, Promarine, Autonautic Instrumental S.L. und Hella Marine komplettierten die Partnerliste. Die Wasserung fand während der Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen der Werft statt. Behörden, Mitarbeiter, Partner, Segelbegeisterte und Mitglieder der lokalen Gemeinschaft waren anwesend.
Die Tarantella wird ein umfangreiches Programm durch die Segelsaison absolvieren. Nach dem Auslaufen aus der Werft segelt die Yacht nach Sandhamn in Schweden, um an der Gotland Runt teilzunehmen. Anschließend führt die Route zur Nautor Swan Global Service Basis in Badalona, Spanien. Dort wird Anfang September der Werftgründer Pekka Koskenkylä an Bord gehen und mitsegeln. Von Badalona aus geht es weiter zum Rolex Swan Cup in Porto Cervo. Bei dieser Regatta wird die Tarantella eine Flotte von mehr als 130 Swan-Yachten begleiten. Diese Teilnehmerzahl übertrifft die Beteiligung beim 50-jährigen Jubiläum der Marke und stellt die größte Versammlung in der Geschichte von Nautor Swan dar. Nach dem Rolex Swan Cup segelt die Yacht weiter nach Saint-Tropez zu Les Voiles de Saint-Tropez. Auf dieser Etappe ist ein Zwischenstopp in Bonifacio geplant. Für die Cowes Week ist ebenfalls eine Teilnahme vorgesehen.
Das Projekt wird von prestigeträchtigen Yacht Clubs unterstützt. Der Royal Swedish Yacht Club, der Yacht Club Costa Smeralda, die Société Nautique de Saint-Tropez und der Royal Yacht Squadron sind beteiligt. Diese Verbindungen stärken die Beziehung zwischen der historischen Reise der “Tarantella” und der internationalen Segelgemeinschaft. Die Wasserung markierte zugleich den ersten öffentlichen Auftritt von Gianguido Girotti als Chief Executive Officer von Nautor Swan. Der ehemaluge Beneteau-Manager folgt auf Giovanni Pomati, der das Projekt maßgeblich unterstützt hatte. „Der Refit und die Abfahrt der ‘Tarantell’a haben große Bedeutung für das Unternehmen und für mich persönlich", sagt Pomati. Nach acht Jahren vollständiger Hingabe an die Marke Nautor Swan übergebe er das Ruder an Gianguido Girotti. Dies ermögliche ihm Zeit für neue Herausforderungen und mehr Zeit zum Segeln seiner eigenen Swan.
Girotti erklärt: „An Bord einer Swan zu segeln ist ein Traum vieler Segler, und es war schon immer einer von mir. Heute habe ich das Privileg, das Ruder dieses Unternehmens zu übernehmen und es in die Zukunft zu führen." Es sei eine Rolle, die er mit großer Verantwortung annehme. Man erbe ein außergewöhnliches Vermächtnis an Expertise, Handwerkskunst und Reputation, das über Jahrzehnte von den Vorgängern aufgebaut worden sei. Er könne nun einen seiner größten Träume erfüllen: dabei zu helfen, die schönsten Boote der Welt zu bauen. Massimo Perotti betont: „Ich bin stolz, heute hier zu sein und die erste Yacht zu sehen, die den wunderbaren Swan-Namen trägt. Ich konnte wirklich spüren, was die Swan-Welt so bemerkenswert macht: die Emotion, die tiefe Verbindung mit dem Meer und die Kraft eines authentischen Erbes." Er sei stolz zu sehen, wie die Gemeinschaft weiter wachse, dank des Refit-Teams, aller Partner, die das Projekt unterstützten, der Yacht Clubs und aller, die geholfen hätten, diese Marke zur Legende zu machen.
Die Gründung von Nautor Swan in den Sechzigerjahren fiel mit einer jahrhundertealten Schiffbautradition zusammen, die eine Ära der Transformation erlebte. Pekka Koskenkylä brachte lokale Handwerker zusammen, deren Wissen tief im Holzbootbau verwurzelt war. Er kombinierte diese Expertise mit den Möglichkeiten moderner Materialien und Designs. Seit 1966 sind fast 2.400 Yachten von Swan in Pietarsaari gebaut worden. Jede sei anders, jede entwickle sich weiter, doch alle seien durch etwas Tieferes als nur Design verbunden: eine Kontinuität von Wissen, Sorgfalt, Verantwortung und Handwerkskunst, die niemals unterbrochen, sondern von Generation zu Generation weitergegeben worden sei. Lange vor Nautor Swan, lange vor der Sprache des modernen Yachtdesigns, war die Küste von Pietarsaari bereits für den Schiffbau bekannt. Bereits im 16. Jahrhundert trugen Karten der Region Jakobstad die Anmerkung “hic fabricator navalis” – „hier werden Schiffe gebaut". Im 17. und 18. Jahrhundert hatte sich die weitere Region Ostbothnia als eines der wichtigsten Zentren für Schiffbau und Seefahrt in Nordeuropa etabliert. Aus diesem Erbe sei Nautor Swan geboren worden, und diesem Erbe zolle die Tarantella nun Tribut, während sie wieder zur See zurückkehre.

Stellvertretender Chefredakteur YACHT
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