Shogun Yachts bleibt seiner Linie treu. Schon die kleineren Modelle der schwedischen Marke verbinden ausgesprochen sportliche Segeleigenschaften mit einem wohnlichen Innenausbau und einem für kleine Crews ausgelegten Bedienkonzept. Wie weit die Werft diesen Ansatz treibt, zeigten die kleineren Modelle Shogun 43 und insbesondere die spektakuläre Shogun 50. Nun soll die neue Shogun 69 dasselbe Konzept in die Klasse der großen Performance-Cruiser im XXL-Forma übertragen.
Trotz ihrer Länge von knapp 21 Metern soll die Shogun 69 lediglich rund 19 Tonnen verdrängen. Möglich wird das durch eine konsequente Vollcarbon-Bauweise. Gebaut werden soll die Yacht nicht in Schweden, sondern bei OQS im finnischen Jakobstad. Die dort ansässige Werft verbindet Erfahrung im anspruchsvollen Yachtbau mit der erforderlichen Kompetenz für leichte und hochfeste Kohlefaserstrukturen.
Das geringe Gewicht trifft auf einen kraftvollen Segelplan. Im normalen Fahrtenbetrieb sollen ein Großsegel und eine Selbstwendefock für unkompliziertes Handling sorgen. Hydraulische Rollanlagen erleichtern die Bedienung zusätzlich. Code Zero und Gennaker erweitern das Einsatzspektrum bei leichteren Winden. Für Eigner mit ausgeprägteren Regattaambitionen kann die Shogun 69 zudem mit überlappenden Vorsegeln und Backstagen ausgerüstet werden.
Der Anspruch der Entwickler klingt zunächst widersprüchlich: Die Shogun 69 soll hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten ermöglichen, gleichzeitig aber von einer kleinen Crew oder sogar zu zweit beherrscht werden können. Dafür werden die wichtigsten Funktionen und Trimmeinrichtungen in Reichweite der beiden Steuerstände zusammengeführt. In der Fahrtenausführung kommt das Rigg ohne Backstagen aus, während die Selbstwendefock den Aufwand bei Manövern reduziert.
Optional ist außerdem ein Wasserballast-System erhältlich. Zwei seitlich unter das Deck gebaute Tanks mit jeweils 1.000 Liter Volumen soll das aufrichtende Moment erhöhen und damit erlauben, das Geschwindigkeitspotenzial der Yacht auch ohne zusätzliches Gewicht auf der hohen Kante auszunutzen.
Ein weiteres zentrales Element des Konzepts ist der Hubkiel aus Kohlefaser. Damit lässt sich der Tiefgang nach Angaben der Werft von etwa 4,50 auf 2,90 Meter reduzieren. Für flache Häfen oder die schwedischen und finnischen Schären bleibt das zwar immer noch ein stattlicher Wert, das mögliche Fahrtgebiet wird gegenüber einem feststehenden tiefen Kiel jedoch erheblich erweitert.
Unter Deck soll die Shogun 69 trotz ihres sportlichen Anspruchs als vollwertige Fahrtenyacht auftreten. Vorgesehen sind drei Kabinen und zwei Bäder. Die Eignerkabine erhält besonders viel Raum. Weitere Einzelheiten zur Gestaltung des Salons, der Pantry und der Ausbauvarianten hat die Werft bislang noch nicht veröffentlicht. Am Heck ist eine separate Garage für das Beiboot vorgesehen. Der zu öffnende Spiegel verwandelt sich gleichzeitig in eine große Badeplattform und schafft einen komfortablen Zugang zum Wasser.
Shogun Yachts versteht die 69 nicht als starr konfiguriertes Serienboot, sondern als Semi-Custom-Plattform. Die Eigner können deshalb mitbestimmen, wie stark ihre Yacht auf schnelles Fahrtensegeln, lange Offshore-Passagen oder den Regattaeinsatz ausgerichtet wird. Angaben zum Zeitplan, zum Preis und zu einem möglichen Stapellauf liegen bislang noch nicht vor.

Redakteur Test & Technik
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