Shogun 69Für schnelles Reisen in Vollcarbon

Michael Good

 · 18.09.2026

Aufregende Neuanküdigung aus Schweden: Shogun Yachts überträgt sein leistungsstarkes Carbon-Konzept jetzt auch ins XXL-Format.
​Schnell segeln, ohne dafür eine große Regattacrew zu benötigen: Shogun Yachts in Schweden überträgt das eigenständige Konzept seiner kompromisslosen Performance-Cruiser jetzt auf ein deutlich größeres Format. Die neue Shogun 69 soll Vollcarbon-Leichtbau, ein enormes Geschwindigkeitspotenzial und einen langfahrttauglichen Ausbau miteinander verbinden.

Shogun Yachts bleibt seiner Linie treu. Schon die kleineren Modelle der schwedischen Marke verbinden ausgesprochen sportliche Segeleigenschaften mit einem wohnlichen Innenausbau und einem für kleine Crews ausgelegten Bedienkonzept. Wie weit die Werft diesen Ansatz treibt, zeigten die kleineren Modelle Shogun 43 und insbesondere die spektakuläre Shogun 50. Nun soll die neue Shogun 69 dasselbe Konzept in die Klasse der großen Performance-Cruiser im XXL-Forma übertragen.



Vollcarbon und entsprechend leicht

Trotz ihrer Länge von knapp 21 Metern soll die Shogun 69 lediglich rund 19 Tonnen verdrängen. Möglich wird das durch eine konsequente Vollcarbon-Bauweise. Gebaut werden soll die Yacht nicht in Schweden, sondern bei OQS im finnischen Jakobstad. Die dort ansässige Werft verbindet Erfahrung im anspruchsvollen Yachtbau mit der erforderlichen Kompetenz für leichte und hochfeste Kohlefaserstrukturen.

Das geringe Gewicht trifft auf einen kraftvollen Segelplan. Im normalen Fahrtenbetrieb sollen ein Großsegel und eine Selbstwendefock für unkompliziertes Handling sorgen. Hydraulische Rollanlagen erleichtern die Bedienung zusätzlich. Code Zero und Gennaker erweitern das Einsatzspektrum bei leichteren Winden. Für Eigner mit ausgeprägteren Regattaambitionen kann die Shogun 69 zudem mit überlappenden Vorsegeln und Backstagen ausgerüstet werden.

Hohe Leistung mit kleiner Crew

Der Anspruch der Entwickler klingt zunächst widersprüchlich: Die Shogun 69 soll hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten ermöglichen, gleichzeitig aber von einer kleinen Crew oder sogar zu zweit beherrscht werden können. Dafür werden die wichtigsten Funktionen und Trimmeinrichtungen in Reichweite der beiden Steuerstände zusammengeführt. In der Fahrtenausführung kommt das Rigg ohne Backstagen aus, während die Selbstwendefock den Aufwand bei Manövern reduziert.

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Optional ist außerdem ein Wasserballast-System erhältlich. Zwei seitlich unter das Deck gebaute Tanks mit jeweils 1.000 Liter Volumen soll das aufrichtende Moment erhöhen und damit erlauben, das Geschwindigkeitspotenzial der Yacht auch ohne zusätzliches Gewicht auf der hohen Kante auszunutzen.

Ein weiteres zentrales Element des Konzepts ist der Hubkiel aus Kohlefaser. Damit lässt sich der Tiefgang nach Angaben der Werft von etwa 4,50 auf 2,90 Meter reduzieren. Für flache Häfen oder die schwedischen und finnischen Schären bleibt das zwar immer noch ein stattlicher Wert, das mögliche Fahrtgebiet wird gegenüber einem feststehenden tiefen Kiel jedoch erheblich erweitert.

Drei Kabinen und eigene Dinghygarage

Unter Deck soll die Shogun 69 trotz ihres sportlichen Anspruchs als vollwertige Fahrtenyacht auftreten. Vorgesehen sind drei Kabinen und zwei Bäder. Die Eignerkabine erhält besonders viel Raum. Weitere Einzelheiten zur Gestaltung des Salons, der Pantry und der Ausbauvarianten hat die Werft bislang noch nicht veröffentlicht. Am Heck ist eine separate Garage für das Beiboot vorgesehen. Der zu öffnende Spiegel verwandelt sich gleichzeitig in eine große Badeplattform und schafft einen komfortablen Zugang zum Wasser.

Shogun Yachts versteht die 69 nicht als starr konfiguriertes Serienboot, sondern als Semi-Custom-Plattform. Die Eigner können deshalb mitbestimmen, wie stark ihre Yacht auf schnelles Fahrtensegeln, lange Offshore-Passagen oder den Regattaeinsatz ausgerichtet wird. Angaben zum Zeitplan, zum Preis und zu einem möglichen Stapellauf liegen bislang noch nicht vor.

Technische Daten Shogun 69

  • CE-Entwurfskategorie: A
  • Gesamtläng mit Bugspriet: 22,94 m
  • Länge Wasserlinie: 20,79 m
  • Breite: 5,41 m
  • Tiefgänge (Hubkiel): 2,90 - 4,50 m
  • Masthöhe über Wasserlinie: 29,5 m
  • Gewicht: 19,9 t
  • Ballast/-anteil: 8,0 t / 40 %
  • Wasserballast: 2 x 1.000 lt
  • Großsegel: ca. 160,0 m2
  • Selbstwendefock (Cruising): 108,0 m2
  • Genua J1 überlappend: 116,0 m2
  • Gennaker: ca. 450,0 m2
  • Maschine: Yanmar Einbaudiesel / 150 PS
  • Kapazität Treibstoff: ca. 800 lt
  • Kapazität Frischwasser: ca. 600 lt

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Michael Good

Michael Good

Redakteur Test & Technik

Michael Good ist Testredakteur bei der YACHT und kümmert sich in der Funktion in erster Linie um neue Boote, deren Vorstellung sowie um die Produktion von Testberichten. Michael Good lebt und arbeitet in der Schweiz am unteren Bodensee. Er segelt seit Kindertagen und ist neben seiner beruflichen Tätigkeit auch seit vielen Jahren als aktiver Regattasegler unterwegs, derzeit vor allem in den Klassen Finn Dinghi und Melges 24. Zudem ist er Miteigner von einem 45er Nationalen Kreuzer mit Baujahr 1917. Michael Good arbeitet seit Januar 2005 für die YACHT-Redaktion und hat in der Zeit gegen 500 Yachten, Katamarane und Jollen getestet.

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