Mills Design war in den letzten Jahren mit reinrassigen IRC-Racern erfolgreich. Da gab es die IC37 für den New York Yacht Club, die Cape 31 und die jüngst gewasserte Cape 26. Von Mills kam aber auch der Foiler “FlyingNikka” und hie und da Maxi-Risse, die Vismara oder Maxi Dolphin materialisierten. Nun bringt das irische Konstruktionsbüro mit Sitz südlich von Dublin die 62 Canting Keel aufs Tapet, die bereits von Fibre Mechanics in Lymington laminiert wird. Wie der Projektname suggeriert, setzen Mark Mills und sein Team auf einen Neigekiel, der zu Regatta-Erfolgen in der Mini-Maxi-Klasse führen soll.
Der markante Renner misst 18,90 Meter über alles und 17,80 Meter in der Wasserlinie. Die Breite beträgt 3,80 Meter, der Tiefgang 3,50 Meter bei Kiel in Nullposition. Fibre Mechanics verarbeitet Pre-Preg-Carbon nach Luftfahrt-Standards. Der Rumpf besteht aus einem carbongitterverstärkten Monocoque mit integrierten strukturellen Schotten. Rumpf und Deck verbindet ein Strukturklebstoff aus dem Offshore-Racing.
Die britische Werft nutzt Pre-Preg-Carbon für Rumpf, Deck und alle tragenden Bauteile ein. Nomex-Wabenkerne bilden die Grundlage der Sandwich-Konstruktion. Unidirektionale Carbon-Stringer durchziehen den gesamten Rumpf, die integrierte Kielkassette bildet einen vollständigen Strukturrahmen.
Statt nach der Rumpf-Deck-Hochzeit ergänzt zu werden, wird das Interieur als tragende Struktur in den Rumpf eingebaut. Drei Kabinen bieten Platz für Eigner und Gäste. Navigation und alle Systeme sind auf das Segeln mit nur wenig Händen ausgelegt. Die Mills 62 soll die ISAF-Kategorie-1-Anforderungen für Sicherheitsausrüstung erfüllen können.
Der Kiel von Cariboni schwenkt quer um bis zu 45 Grad aus. Davor ergänzt ein aufholbares Schwert die Lateralplan-Geometrie, dahinter eine Doppelruderanlage. Der Kiel arbeitet mit einem 350-bar-Hydrauliksystem. Das Rigg und die Segelsysteme nutzen einen separaten 700-bar-Kreislauf. Ein zentrales Hydraulikpanel bündelt die Bedienelemente für die Crew. Der Wellenantrieb soll einziehbar sein und den Widerstand unter Segeln minimieren. Ein FNM-Marine-Motor mit 110 PS treibt im Hafen und bei Flaute an.
Hall Spars liefert ein Rigg aus High-Modulus-Carbon. Der mit reichlich Rake versehene Mast soll beinahe mittig und unmittelbar über dem Kiel stehen. Hydraulisch verstellbare Backstagen laufen über ein integriertes Bedienpanel. Ein fester Carbon-Bugspriet erweitert die Segelfläche nach vorn. Die Decksausrüstung ist auf Grand-Prix-Segeln ausgelegt: Harkens Air-Winschen mit elektrischem Antrieb arbeiten an allen Positionen, Rigging Projects liefert Blöcke und Beschläge. Alle Leinen laufen ins Cockpit.
Der Launch der ersten Mills 62 Canting Keel soll noch dieses Jahr über die Bühne gehen. Der Makler Racing Yachts aus Hamble vermarktet eine zweite Baunummer für einen nicht näher genannten Preis.

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE EXCLUSIV
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