Fridtjof Gunkel
· 05.01.2026
Die Merkmale der Oceantec 43: Leicht negativer Knickbug, fast senkrechtes offenes Heck, soft chines, flacher Freibord, doppelte Ruderblätter und ein tiefgehender Schwenkkiel, der unter den Rumpf klappt. Dazu ein potentes, Rigg mit großem J, Fathead-Großsegel und doppelten Achterstagen sowie langem Bugspriet. Die Sülls und Duchten sind relativ kurz, lassen viel Spielraum für Rudergänger, Großschottrimmer und Traveller.
Das Interieur der Oceantec ist relativ schlicht gehalten, lässt sich aber vom Kunden mitgestalten. Vorgesehen ist eine längsorientierte Pantry und ein großes Duschbad gegenüber. Der Salontisch sitzt vor dem recht weit achtern stehenden Mast. Es gibt eine dedizierte Navigationsecke mit verschiebbarem Tisch, um das Steuerbord-Salonsofa besser als Koje nutzen zu können. Die Lösung kennt man von der Dehler 38, wie auch die Gesamtanmutung des Bootes wie eine Weiterentwicklung der Marke aus Greifswald wirkt: So könnte man sich eine aktuelle Dehler 43 der Konstrukteure Judel/Vroljk & Co vorstellen.
Als Eignerkabine der Oceantec 43 wird das Vorschiff ausgewiesen. Dort sind neben einer großen Doppelkoje zwei größere Schränke und ein Sitz eingebaut. Eine zweite Nasszelle wie auf einigen Booten dieser Größe ist dort nicht vorgesehen. In den beiden Gästekabinen achtern lassen sich oberhalb der Kojen schwenkbare Rohrkojen installieren, die der Krängung angepasst werden können. Mit einer Breite von über 70 Zentimeter taugen die zum Schlafen oder zum Stauen von Segeln und anderen Dingen. In beiden Kabinen sind die Matratzen geteilt und können inklusive der Auflage entfernt werden um achtern Einzelkojen plus Stauraum anzubieten.
Oceantec fertigt seit 20 Jahren verschiedene One Offs und Kleinserien wie die den Racer L 30, den Daysailer A 27, Raudaschls Retroklassiker “Spirit of Piran” oder jüngst die ebenfalls von Judel/Vrolijk gezeichneten Offshore Racer “Red 2” und “Vineta”. Die Werft hat sich auf hochwertige Vakuum-Injektions-Bauten spezialisiert.