SeenotSolosegler nach mehr als zehn Stunden aus Gefahrenzone gerettet

Leonie Meyer

 · 29.07.2026

Die Crew bei der Besprechung des Einsatzes.
Foto: David Forshaw / RNLI
Dramatische Nacht vor der Küste Nordwestenglands: Ein Solosegler ist mit seiner Yacht am vergangenen Sonntag (26.07.) in akute Lebensgefahr geraten. Die Freiwilligen der Royal National Lifeboat Institution (RNLI) Lytham St Annes haben sich mehr als zehn Stunden durch Sturmböen und bis zu fünf Meter hohe Wellen gekämpft, um den Mann rechtzeitig aus der Gefahrenzone der Bucht von Morecambe zu retten.

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Es ist ein Szenario, das kein Skipper erleben möchte: Ein Solosegler musste am 26. Juli um 23.24 Uhr einen Mayday-Notruf absetzen, nachdem der Motor seiner Yacht ausgefallen war. Das Boot trieb daraufhin manövrierunfähig in Richtung der Sperrzone der Morecambe-Gasfelder. Der Mann war von Douglas auf der Isle of Man nach Whitehaven in Cumbria unterwegs, als sich die Wetterlage zunehmend verschlechterte.

Die His Majesty's Coastguard alarmierte die RNLI-Station Lytham St Annes. Bereits zwei Minuten später wurden die freiwilligen Rettungskräfte gerufen. Nach der Einsatzbesprechung lief die „Barbara Anne“ aus. Bis zur havarierten Yacht lagen zu diesem Zeitpunkt noch 22 Seemeilen vor der Crew. Schon beim Auslaufen herrschte kräftiger Nordwestwind der Stärke fünf mit Böen bis 24 Meilen pro Stunde, wie das RNLI mitteilt.

Kampf gegen Wind und Wellen

Während der Fahrt nahm der Wind weiter zu und erreichte Stärke sieben – in Böen Sturmstärke acht mit bis zu 46 Meilen pro Stunde. Der Segler wurde durch die heftigen Bewegungen des Bootes mehrfach fast über Bord geschleudert.

Zunächst entdeckte das Schiff „Grampian Fortress“ die Yacht. Der 58 Meter lange Versorger, der für Sicherheitsdienste am Gasfeld Morecambe eingesetzt wird, konnte bei den schweren Seebedingungen jedoch nicht direkt eingreifen. Die Besatzung versuchte stattdessen, das Segelboot mit dem Rumpf so gut wie möglich gegen die Wellen abzuschirmen. Die eigentliche Rettung musste jedoch das RNLI-Boot übernehmen, das sich durch bis zu fünf Meter hohe See kämpfte.

Rettung für den Solosegler

Als die „Barbara Anne“ das Segelboot erreichte, spitzte sich die Lage dramatisch zu. Nach Angaben des RNLI befand sich die Yacht etwa 18 Meter von den Gasbohrplattformen entfernt.


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Der Steuermann Vinny Pedley manövrierte das Rettungsboot so nah wie möglich an den Havaristen. Wie das RNLI schildert, bestand die einzige realistische Chance zur Rettung darin, eine Schleppleine zu übergeben und das Boot sofort aus der Gefahrenzone zu ziehen. Der Segler kämpfte sich unter extremen Bedingungen auf das Vordeck, obwohl ihn erneut Wellen beinahe über Bord rissen. Schließlich gelang es ihm, die Schleppleine der „Barbara Anne“ zu befestigen. Pedley sagte später, wäre die Leine nicht rechtzeitig gesichert worden, hätte man erwägen müssen, den Mann von Bord zu holen und die Yacht als Navigationshindernis aufzugeben.

Mehrere Stunden Schleppfahrt durch den Sturm

Mit der erfolgreichen Sicherung begann der nächste Kraftakt: die Schleppfahrt nach Fleetwood Marina. Wegen der schweren See musste das Rettungsboot „Barbara Anne“ ihre Geschwindigkeit immer wieder den Bedingungen anpassen. Mehr als fünf Stunden dauerte der Weg durch Sturm und hohe Wellen.

Erst gegen zehn Uhr morgens erreichten das Rettungsboot und die Yacht die Mündung des River Wyre. Dort wartete bereits Unterstützung: Die RNLI-Station Fleetwood hatte ihr D-Klasse Inshore Lifeboat „Harbet“ mit freiwilliger Besatzung entsandt. Das kleinere Rettungsboot unterstützte beim schwierigen Manöver durch die enge Schleuse in die Fleetwood Marina.

Nach mehr als zehn Stunden auf See war der Einsatz beendet. Der Solosegler, der sich zwischenzeitlich in extremer Gefahr befunden hatte, konnte nach angaben des RNLI sicher an Land gebracht werden.


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Leonie Meyer

Leonie Meyer

Redakteurin Wassersport Digital-Redaktion

Leonie Meyer wuchs mit dem Bootfahren in Kroatien auf und blätterte schon als Kind durch das BOOTE-Magazin ihres Vaters. Während und nach ihrem abgeschlossenen Internationalen Journalismus-Studium absolvierte sie Praktika bei verschiedenen Medien im Ausland. 2020 zog sie es für ein Praktikum zum BOOTE-Magazin, weshalb sie nach ihrem Volontariat bei einer Tageszeitung zurückkehrte. Seit 2023 arbeitet Leonie Meyer als Redakteurin in der Wassersport Digital-Redaktion und ist neben dem Betreuen der Websites unter anderem für den YACHT-Podcast zuständig.

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