SeenotMehrere Verletzte nach Katamaran-Kollision am Bodensee

Leonie Meyer

 · 17.08.2026

Der Katamaran "Constanze" krachte am Freitagmorgen in die Kaimauer im Hafen von Konstanz.
Foto: picture alliance/dpa
| Silas Stein
​Kollision am Bodensee: Der Katamaran „Constanze“ ist am Freitagmorgen (14.08.) bei der Einfahrt in den Konstanzer Hafen gegen die Kaimauer geprallt. Bei dem Unfall wurden zwölf Menschen verletzt. Warum es zu dem Unfall kam, ist weiterhin unklar.

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Im Hafen von Konstanz prallte der Katamaran “Constanze” am Freitagmorgen um 8.50 Uhr gegen eine Mauer. Nach Angaben der Katamaran-Reederei Bodensee befanden sich 14 Passagiere an Bord. Normalerweise dürfen bis zu 182 Personen auf dem Schiff sein. Zwölf Menschen erlitten bei dem Aufprall Verletzungen, darunter Passagiere und die beiden Schiffsführer. Mehrere von ihnen wurden zur weiteren Behandlung in umliegende Krankenhäuser gebracht. Nach Angaben der Reederei schwebte niemand in Lebensgefahr. Das bestätigt Sebastian Dix, Pressesprecher der Katamaran-Reederei Bodensee, am Montag auf YACHT-Nachanfrage: “Nach unseren Erkenntnissen haben die meisten Verletzten inzwischen das Krankenhaus verlassen.”

Unmittelbar nach dem Aufprall wurde das Fahrgastschiff evakuiert. Die Feuerwehr, die Polizei und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) rückten mit einem Großaufgebot an. Zudem wurde ein Rettungshubschrauber hinzugezogen.

Zuletzt hat es vor zehn Jahren eine Kollision zwischen einem Segelboot und dem Katamaran auf dem Bodensee gegeben. Gegen den Schiffsführer wurde sechs Monate nach der Kollision ein Strafbefehl beantragt.

Niedriger Wasserstand erschwerte Rettung am Bodensee

Der niedrige Pegel des Bodensee stellte die Einsatzkräfte vor eine Herausforderung. Einige DLRG-Boote konnten wegen ihres Tiefgangs nicht nah genug an den havarierten Katamaran heranfahren. Die Feuerwehrboote mit geringerem Tiefgang übernahmen deshalb Verletzte und brachten sie an Land.

Nach ersten Kontrollen am Freitag bestand keine Gefahr für das Gewässer. Weder liefen Öl oder andere Betriebsstoffe aus, noch drang Wasser in den Katamaran ein. Durch die Wucht des Aufpralls wurden beide Rümpfe eingedrückt. ”Wir gehen von einem Sachschaden von 500.000 bis eine Millionen Euro aus”, sagt Sebastian Dix. “Der Katamaran ‘Constanze’ wurde mit Hilfe mehrerer Schiffe freigeschleppt und liegt nun im Hafen Konstanz.” Dort ist er für polizeiliche Untersuchungen sichergestellt.

Aufklärung der Kollision

Warum der Katamaran bei den Hafeneinfahrt gegen die Mauer fuhr, war zunächst unklar. Für die Aufklärung des Unfalls sollen unter anderem die aufgezeichneten Fahrtdaten des Schiffs ausgewertet werden. Darüber hinaus setzen die Ermittler Drohnenaufnahmen ein und die Unfallstelle wurde von Tauchern abgesucht. Auch die Frage, ob der niedrige Wasserstand eine Rolle spielte, ist Gegenstand der Ermittlungen.

Wie Sebastian Dix gegenüber YACHT am Montagnachmittag mitteilt, gebe es noch keine neuen Erkenntnisse zum Unfallhergang. “Es gab keinen Hinweis auf technische Mängel am Katamaran und keinen Hinweis auf gesundheitliche Probleme beim Schiffsführer oder Steuermann. Beide haben die jährlichen gesundheitlichen Untersuchungen erfolgreich absolviert und sind offiziell befähigt, den Katamaran zu fahren”, erklärt der Pressesprecher. Die Staatsanwaltschaft und die Polizei ermitteln weiterhin. YACHT wird den Artikel aktualisieren, wenn es neue Erkenntnisse gibt.

Fährverbindung auf dem Bodensee im Zwei-Stunden-Takt

Die Havarie wirkte sich auf die Schiffsverbindung zwischen Konstanz und Friedrichshafen aus. Normalerweise verkehren die Katamarane im Sommer stündlich über den Bodensee. “Die Verbindung fährt derzeit im Zwei-Stunden-Takt mit Katamaran ‘Ferdinand’. Nach dem Unfall stand zunächst nur noch ein Schiff für den Linienbetrieb zur Verfügung, weil sich der Katamaran “Fridolin” in Wartung befindet. “Wir werden hier allerdings versuchen, die Arbeiten zu beschleunigen und hoffen, ‘Fridolin’ spätestens Ende dieser Woche wieder im Einsatz zu haben, sodass wir wieder einen Stundentakt anbieten können”, sagt Sebastian Dix.

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Leonie Meyer

Leonie Meyer

Redakteurin Wassersport Digital-Redaktion

Leonie Meyer wuchs mit dem Bootfahren in Kroatien auf und blätterte schon als Kind durch das BOOTE-Magazin ihres Vaters. Während und nach ihrem abgeschlossenen Internationalen Journalismus-Studium absolvierte sie Praktika bei verschiedenen Medien im Ausland. 2020 zog sie es für ein Praktikum zum BOOTE-Magazin, weshalb sie nach ihrem Volontariat bei einer Tageszeitung zurückkehrte. Seit 2023 arbeitet Leonie Meyer als Redakteurin in der Wassersport Digital-Redaktion und ist neben dem Betreuen der Websites unter anderem für den YACHT-Podcast zuständig.

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