SeenotFamilie vor Norderney aus Lebensgefahr befreit

Morten Strauch

 · 26.09.2022

Seenot: Familie vor Norderney aus Lebensgefahr befreitFoto: Eilbertus Stürenburg
Seenotretter befreien vier Segler aus Lebensgefahr

Die vierköpfige Besatzung einer britischen Gaffelketsch wurde von der DGzRS im Seegatt Schluchter in der südlichen Nordsee aus akuter Lebensgefahr gerettet

Vor der ostfriesischen Insel Norderney waren die vier mit ihrem Schiff zunächst festgekommen. Wenig später lief ihr Zweimaster bis zur Wasserlinie voll. Mit dem Seenotrettungskreuzer „Hans Hackmack“ brachten die Retter der DGzRS die Segler wohlbehalten an Land.

Am 24. September gegen 18.50 Uhr empfingen sowohl die Seenotküstenfunkstelle Bremen Rescue als auch der zurzeit auf Norderney stationierte Seenotrettungskreuzer „Hans Hackmack“ eine Dringlichkeitsmeldung einer englischen Gaffelketsch: Diese war im Seegatt Schluchter nordwestlich der ostfriesischen Insel mit vier Menschen – zwei Erwachsenen und zwei Kindern – an Bord festgekommen. Sofort machten die Seenotretter die Leinen los und nahmen Kurs auf den Zweimaster mit Holzrumpf.

Verlagssonderveröffentlichung

Als sie vor Ort – etwas südwestlich der Tonne D5/S8 – ankamen, versuchten die Seenotretter zunächst, in der gefährlichen Brandungszone eine Leinenverbindung herzustellen: ein schwieriges Unterfangen bei Nordwind der Stärke fünf und einem Seegang von bis zu zwei Metern. „Der Havarist lag quer zur See und wurde immer wieder von den Wellen überspült“, beschreibt Vormann Tobias von Fromberg die Situation. Dennoch gelang es der Besatzung der „Hans Hackmack“ schließlich, die Leinenverbindung herzustellen. Aber die Klampe, an der die Schleppleine auf dem Segler belegt war, riss beim Antauen aus ihrer Verankerung.

Um näher an den Zweimaster zu gelangen, setzten die Seenotretter das Tochterboot „Emmi“ aus. Fast zur selben Zeit sendete die Besatzung der Gaffelketsch plötzlich einen Mayday-Ruf aus – das Signal für unmittelbare Lebensgefahr. Die Lage an Bord hatte sich dramatisch zugespitzt: Mittlerweile war der Havarist bereits bis zur Wasserlinie vollgelaufen. Ob ein Leck oder das überschlagende Wasser dafür ursächlich war, war zu diesem Zeitpunkt nicht ersichtlich. Die in Lebensgefahr befindliche Familie musste nun so schnell wie möglich vom Havaristen heruntergeholt und in Sicherheit gebracht werden.

Mit dem Tochterboot gingen die Retter bei dem Zweimaster längsseits. Eilig nahmen sie die zwei Erwachsenen und die beiden Kinder samt Kuscheltier an Bord. Alle waren sichtlich geschockt, aber unverletzt geblieben. Die „Hans Hackmack“ nahm ihr Tochterboot wieder an Bord und lief den sicheren Hafen an. Die Wasserschutzpolizei Wilhelmshaven hat die Ermittlungen zur Unglücksursache aufgenommen.

Für die Seenotretter der Station Norderney war es nicht der erste Einsatz an diesem Tag: Zuvor hatten sie bereits zwei Motorboote mit Maschinenschaden eingeschleppt – Routine, nicht annähernd so dramatisch wie ihre jüngste Rettungstat an diesem Samstag.

Quelle: Pressemitteilung DGzRS

Auch interessant:

Meistgelesene Artikel