Kurz nach 12 Uhr am Samstag, den 22.08. meldete der Skipper einer Segelyacht einen Seenotfall an die Seenotleitstelle Bremen. Der Skipper hatte sich auf dem Rückweg von einer Regatta befunden und beobachtet, wie ein 20er Jollenkreuzer etwa eine Seemeile vor Büsum gekentert war. Drei Personen trieben in der Nordsee. Zur Unglückszeit herrschte Wind der Stärke 4, in Böen bis 6, entsprechend etwa 15 bis 27 Knoten, aus nordwestlicher Richtung. Zudem gab es teils kräftige Regenschauer.
Umgehend wurde der in Büsum stationierte Seenotrettungskreuzer “Theodor Storm” alarmiert, so dass die Seenotretter schon wenige Minuten später am Einsatzort eintrafen. Die Verunglückten waren Teilnehmer an der Tertius-Regatta vor Büsum und hatten die Wettfahrt bereits beendet. Nach Angaben der Regattaleitung hatte sich der Jollenkreuzer vorn im Teilnehmerfeld befunden, als er kenterte. So konnten folgende Teilnehmer schnell helfen.
Auch die Besatzung eines nahe gelegenen Berufsschiffs unterstützte die Rettungsarbeiten. Das Schiff positionierte sich in Luv, so dass es die Wellen an der Unfallstelle abschwächte. Bei den drei Seglern handelte es sich um eine Familie: die Eltern und ihren erwachsenen Sohn. Der Skipper besitzt den Jollenkreuzer nach Angaben der Regattaleitung seit 30 bis 40 Jahren. Warum das Boot dennoch kenterte, ist bisher unklar.
Während die Frau von der Crew einer Segelyacht abgeborgen wurde, hielten sich Vater und Sohn noch am gekenterten Jollenkreuzer fest, als die “Theodor Storm” eintraf. Die Seenotretter warfen Leinen aus, um sie an Bord zu nehmen. Alle drei blieben unverletzt.
Nach der Rettung kümmerte sich die Besatzung der “Theodor Storm” um das havarierte Boot. Der Jollenkreuzer hatte viel Wasser aufgenommen. Mit dem Arbeitsboot “Nis Puk” schleppten die Seenotretter das Boot aus dem Fahrwasser und brachten es zum Büsumer Hauptstrand. Dort zogen die Feuerwehr und weitere Helfer das Boot bei Ebbe weiter auf das Watt, wo es mit Ankern und Ketten gesichert wurde.
In den frühen Morgenstunden des Sonntags lenzten die Eigner das Boot mit Eimern. Mit der aufkommenden Flut richtete sich der Jollenkreuzer wieder auf und konnte mit Unterstützung des Meldorfer Segelvereins in den Meldorfer Hafen geschleppt werden. Dort wurde es aus dem Wasser gekrant. Nach einer ersten Einschätzung blieb der Jollenkreuzer weitgehend erhalten. Das Ruderblatt ging verloren, außerdem beschädigte das eingedrungene Wasser Teile der Elektronik. Der genaue Reparaturbedarf wird derzeit noch geprüft.
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