Am Montagnachmittag, 17. August 2026, geriet ein Segler nach dem Kentern seines Sportkatamarans zwischen den Ostfriesischen Inseln Langeoog und Spiekeroog in Seenot. Ein Such- und Rettungshubschrauber der Deutschen Marine konnte ihn nördlich der Inseln mit der Seilwinde aufnehmen und unverletzt nach Langeoog bringen. Der havarierte Katamaran wurde anschließend nach Neuharlingersiel geschleppt. An der Suche nach dem Schiffbrüchigen beteiligte sich auch der Neuharlingersieler Fischkutter „Gorch Fock", der sich zum Zeitpunkt des Einsatzes auf einer Gästefahrt befand.
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Bei nordwestlichen Winden der Stärke 4, in Böen 5 Beaufort, und unruhiger See mit Wellenhöhen von rund eineinhalb Metern kenterte der Sportkatamaran im Seegatt. Nach Angaben der Nordwestzeitung (NWZ) handelte es sich bei dem Verunglückten um einen 69-jährigen Mann aus dem bayrischen Dachau, der regelmäßig auf der Nordsee segelt. Sein Kat soll in einer Wende gekentert sein und Mastbruch erlitten haben.
Gegen 16.10 Uhr alarmierte der Segler selbst die Rettungsleitstelle im ostfriesischen Wittmund, die die Rettungsleitstelle See der DGzRS einbezog. Sofort rückten die Rettungsboote “Courage” aus Neuharlingersiel und “Secretarius” von Langeoog aus. Gleichzeitig alarmierte die Rettungsleitstelle See einen Such- und Rettungshubschrauber (SAR-Hubschrauber) vom Typ „Sea Lion" der Marineflieger. Er war zu diesem Zeitpunkt auf dem SAR-Stützpunkt Helgoland stationiert.
Bereits gegen 16.30 Uhr – gut 20 Minuten nach dem Notruf – fand der SAR-Helikopter den Schiffbrüchigen nördlich der Inseln. Die Marineflieger nahmen ihn mit der Bordwinde an Bord. Laut DGzRS trug der Mann einen Kälteschutzanzug und blieb unverletzt. Der Helikopter brachte ihn nach Langeoog, wo er auch gestartet war.
Keine zehn Minuten nach dem Rettungshubschrauber traf das Seenotrettungsboot “Courage” am Unglücksort ein. Der Segelkatamaran lag gekentert im Wasser, sein Mast war gebrochen. Vier Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Spiekeroog begaben sich mit zwei Jetskis ebenfalls zum Einsatzort. Sie halfen der Besatzung des Rettungsboots beim Aufrichten des Katamarans. Anschließend nahm die “Courage” das Boot in Schlepp und brachte es nach Neuharlingersiel.
Da die genaue Position des Verunglückten zunächst unbekannt war, beteiligte sich auch der Fischkutter „Gorch Fock" aus Neuharlingersiel an der Suche. Er befand sich gerade mit Fahrgästen auf einer Gästefahrt im Revier. Der Kutter und seine Betreiberfamilie Jacobs sind im Revier zwischen Langeoog und Spiekeroog seit Generationen fest verwurzelt. Regelmäßig unternimmt der Kutter Ausflugsfahrten zu den Seehundbänken am Ostende von Langeoog. Dabei passiert er auch das Seegatt, in dem der Katamaran-Segler in Seenot geriet.
Auf dem Sportkatamaran ist der Segler den Kälteeinflüssen von Wind, Gischt und Regen permanent ausgesetzt. Sein Kälteschutzanzug ist daher schon im Segelbetrieb essenziell. Bei der Kenterung und dem anschließenden Über-Bord-Gehen dürfte er zudem wesentlich dazu beigetragen haben, dass der Segler unversehrt gerettet werden konnte.
Auf der Seite „Überlebensstrategien beim Sturz ins Wasser" der DGzRS erklärt Dr. Jens Kohfahl, Facharzt für Allgemein- und Notfallmedizin und freiwilliger Seenotarzt der DGzRS in Cuxhaven, die Gründe. Der Mediziner beschreibt, wie ein unerwarteter Sturz ins kalte Wasser sofort eine unkontrollierbare Kälteschockreaktion auslöst: Die Atemkontrolle versagt, der Puls steigt gefährlich an, bei älteren Menschen drohen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Bereits nach kurzer Zeit setzt das sogenannte Schwimmversagen ein – die Muskulatur der Extremitäten kühlt aus und versagt. Kohfahls zentrale Empfehlung lautet daher: stets eine gut sitzende, mit Schrittgurt gesicherte Rettungsweste tragen – kombiniert mit einem Kälteschutzanzug als „Unterzieher" unter dem Ölzeug. Diese Kombination verlangsamt die Auskühlung erheblich und verschafft den Rettern wertvolle Zeit. Für den 69-jährigen Segler, der nach dem Kentern im aufgewühlten Wasser zwischen Langeoog und Spiekeroog trieb, könnte genau diese Ausrüstung lebensrettend gewesen sein.

Redakteurin Panorama und Reise
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